Aktienempfehlungen, sinnvoll oder nicht?

Jeder, der sich in seinem Leben schon einmal mit Aktien und Börse beschäftigt hat, wird unausweichlich mit Aktienempfehlungen konfrontiert. Man muss sie aktiv gar nicht lange suchen. Im Gegenteil – sie werden einem regelrecht aufgedrängt. Ob man will oder nicht, man hat keine Chance, zu entkommen. In diesem Beitrag beleuchten wir das Thema von allen möglichen Seiten und sprechen darüber, in welcher Form Aktienempfehlungen Sinn machen können.

Aktienempfehlungen von Freunden und Bekannten

Beginnen wir bei der simpelsten Form von Aktienempfehlungen. Die von einem Freund oder Bekannten. Meist läuft das so: „Du, ich habe mir vor ein paar Wochen Aktien von XZY gekauft. Die sind schon um 12% (Wunschwert bitte einsetzen) gestiegen. Die solltest du dir mal näher ansehen. Eine sichere Sache.“ Eigentlich liegt es auf der Hand: dieser Art von Aktienempfehlungen zu folgen ist nicht sehr klug. Warum nicht? Weil der Freund oder Bekannte in den meisten Fällen wohl einfach einen Glückstreffer gelandet hat. Andernfalls sollte man ihn nach seiner Performance der letzten Jahre fragen. Und wie häufig er Aktien kauft (wie viel Übung er hat) und wie oft er solche Aktienempfehlungen ausspricht. Erzählt er auch von Aktien, die sich in seinem Depot weniger gut entwickelt haben? Denn es ist allgemein bekannt und liegt in der Natur des Menschen, dass man gerne von Erfolgen berichtet und Misserfolge unter den Teppich kehrt.

Aktienempfehlungen von Gurus, selbsternannten Experten oder aus Zeitschriften

Auch hier ist Vorsicht und Zurückhaltung das oberste Gebot. Im Internet wimmelt es nur so von unseriösen Angeboten. „Die Top Aktien Tipps für 2017“ oder „Diese Aktien muss man jetzt im Depot haben“ lauten die Schlagzeilen, mit denen Anleger in die Falle gelockt werden. Auch hier ist meist nicht viel dahinter. Der Anleger sollte genau überlegen, warum diese Person diese Aktienempfehlungen mit ihm teilen will. Aus Nächstenliebe? Wohl kaum.

Vielmehr stehen gerne Eigeninteressen dahinter wie der Verkauf von anderen Dienstleistungen im Bereich Börse. Das muss nicht zwangsläufig unseriös sein, aber die Aktienempfehlungen alleine sind ja nicht ausreichend. Keine Informationen bekommt man meist zur Frage nach dem Risiko (Positionsgröße etc.) sowie dem Umstand, anhand welcher Fakten diese Aktienempfehlungen überhaupt ausgesprochen wurden. Sicher wird ein Grund geliefert, aber Aussagen wie zum Beispiel „Disney wird steigen, weil der aktuelle Star Wars Film mehr Leute ins Kino zieht als angenommen“ sind einfach zu banal, um daraus wirklich eine Vorteil abzuleiten. 1+1 ist selten 2 an der Börse. Diese Disney Empfehlung habe ich übrigens vor ein paar Wochen wirklich im Netz gefunden…

Besonders hinterhältige Spiele werden gerne mit marktengen Nebenwerten gespielt. Da wird irgendeine Silbermine in Kanada oder irgend ein kleiner Ölwert aus den USA zum Kauf empfohlen, weil sich der Kurs „sicher“ ver x fachen wird. Dann explodiert der Kurs wegen der Empfehlung tatsächlich, weil wenige Käufer für einen Kursanstieg genügen, der Tippgeber steigt mit fettem Gewinn aus und der ahnungslose Anleger muss mit mitansehen, wie seine Aktienempfehlungen ins Bodenlose stürzen.

Aktienempfehlungen von Analysten

Auch Profis, und Analysten sollte man als solche einordnen, muss man skeptisch begegnen. Oft stecken hinter ihren Aktienempfehlungen eigene Interessen oder die der Firma, für die sie arbeiten. Auch da werden gerne Aktien empfohlen, die der hauseigene Fondsmanger bereits im Depot hat, damit die Kurse weiter steigen oder schlimmer – im Depot hat und einen guten Zeitpunkt für den Verkauf sucht und dafür Liquidität braucht. Und darüber hinaus sind Analysten mit ihren Aktienempfehlungen meist sehr spät dran. Die Empfehlung wird meist dann ausgeprochen, wenn der Kurs schon stark gestiegen ist.

Allgemeines Fazit zu Aktienempfehlungen

Man kann es rasch auf den Punkt bringen. Aktienempfehlungen sind meist sinnlos. Sie sind darüber hinaus oft von eigenen Interessen getrieben und manchmal stecken sogar zweifelhafte Absichten dahinter. Der Anleger sollte daher entweder selbst recherchieren, was zugegebener Maßen nicht einfach ist. Alternativ setzt er auf professionelle Vermögensverwaltungskonzepte. Auf Konzepte, die auf Fakten beruhen, Meinungen und damit Emotionen ausschließen und die eine lange Performance Historie (Track Record oder Backtest) haben und von Leuten entwickelt wurden, die ihr Handwerk verstehen. Auf Konzepte, wie sie hier angeboten werden.

 

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