Alle Aktien – Mehr Profit mit professioneller Portfolio Auswahl + Case Study

Dax Trading

Alle Aktien – das Anlageuniversum für uns als Investor oder Trader ist sehr groß. Uns stehen verschiedene Länder mit ihren Börsenplätzen, verschiedene Indizes, unterschiedliche Branchen und Sektoren und letztlich tausende Aktiengesellschaften zur Verfügung. Aber wie wählen wir sinnvoll aus, in welche Werte wir unser Geld stecken?

Alle Aktien zu beobachten, das werden wir nicht schaffen. Dafür fehlen uns schlicht und einfach die Ressourcen. Sicher gibt es heute Aktien-Datenbanken, die uns bei der Kennzahlenfindung unterstützen. Aber komplett ohne die persönliche Recherche wird es nicht gehen. Also liegt es auf der Hand, dass wir uns in Sachen der Portfolio-Optimierung entscheiden und vor allem einschränken müssen. Und genau darüber werden wir uns in diesem Beitrag ausführlich unterhalten.

Steigende Kurse

Aktien Portfolios

Als Trader hat man neben der Tatsache, dass einem verschiedene Produkte wie CFDs, Zertifikate, ETF oder eben die Aktie selbst für das Trading zur Verfügung stehen, die Qual der Wahl. Was trade ich? Und vor allem – warum tue ich das? 

Denn an der Börse ist das warum – also das verstehen wichtiger Zusammenhänge – von großer Bedeutung. Was man tradet ist also die Frage nach dem Underlying, wobei wir hier weniger von der Produktauswahl (siehe oben) sprechen sondern vielmehr von der eigentlichen Auswahl der Finanzinstrumente.

Wir beantworten diese Frage gleich. Vorher sehen wir uns jedoch an, woraus eine Aktien-Strategie besteht. Damit schaffen wir ein Grundverständnis für das Thema Portfolio Auswahl.

Die Strategie und ihre Bestandteile

Bis auf den blutigen Anfänger weiß jeder Anleger oder Trader, dass er einen Plan für seine Geldanlage braucht. Damit ist nun nicht (nur) die Auswahl des passenden (Aktien) Sparplans gemeint sondern wir gehen an dieser Stelle bereits tief in die Materie Trading hinein.

Der Plan – oder die Strategie (letztlich ist das das Gleiche) umfasst nun mehrere Kernkomponenten, bei der auch unter anderem das Aktien Portfolio eine Rolle spielt. 

Die 4 Kernelemente einer Aktien Strategie sind somit.

Aktien Strategie
  1. Der Kaufzeitpunkt
  2. Der Verkaufszeitpunkt
  3. Die Wahl der Positionsgrößen
  4. Das Portfolio

Wenn wir diese 4 Punkte in den Trading Fach-jargon übersetzen, heißt es wie folgt

  • Entry
  • Exit
  • Position-Size
  • Portfolio Selection

Die hier dargestellte Reihenfolge hat nichts mit einer Wertigkeit zu tun. Denn alle 4 Kernelemente (genau genommen gibt es 5 – wir werden das am Ende noch kurz besprechen) sind von großer Bedeutung.

Der Kaufzeitpunkt – Entry

Die Frage, wann ich Aktien kaufe, ist von essentieller Bedeutung. Timing – so heißt es oft – ist bei Aktien sinnlos. Viele Experten behaupten denken so, erwähnen auch gerne das sehr bekannte Experiment, in dem ein Affe einen Fondsmanager bei der Aktien Auswahl geschlagen hatte. Doch liegen sie damit richtig? Jein!

Im Einzelfall ist es schwierig bis unmöglich, Aktien richtig zu tippen. Niemand kennt die Zukunft und heute prosperierende Firmen wie Apple oder Tesla, die Liebkinder der Börsengemeinde – können morgen (oder übermorgen) nicht mehr hipp oder technologisch überholt sein. 

Wer hätte beispielsweise gedacht, dass Nokia, einst Weltmarktführer bei Handys, so in der Versenkung verschwindet? Wer hatte auf der Rechnung, dass Kodak, einst Marktführer in seiner Branche, so untergeht? 

Und wer hätte gedacht, dass Wirecard nur auf Betrug aufgebaut ist (Hinweis: noch immer gilt die Unschuldsvermutung…). Na gut – bei Wirecard hatten es einige schon jahrelang gedacht. Aber sei‘s drum. Fakt ist und bleibt: Timing im Einzelfall – das ist so eine Sache. Es ist einfach Glück oder Zufallsbehaftet.

Timing – und das ist jetzt sehr wichtig zu verstehen – auf statistischer Basis, das funktioniert sehr wohl. Auf statistischer Basis bedeutet, dass ich versuche herauszufinden, wann es – eben aus statistischer Sicht – am besten ist, Aktien zu kaufen. 

Ein Beispiel: kauft man besser die Gewinner der letzten Tage oder die Verlierer? Gehe ich also vielleicht bei einem neuen 10 Tagestief long (ich kaufe die Verlierer) oder gehe ich besser bei einem neuen 10 Tageshoch long (ich kaufe die Gewinner).

Als Trader oder Anleger muss man verstehen, dass es nicht darauf ankommt, welche der beiden Optionen mich mehr anspricht. Ich muss mit statistischen Methoden (auch Backtests genannt) herausfinden, worauf alle Aktien besser ansprechen. Dann habe ich eine hohe Wahrscheinlichkeit, bei meiner Strategie ein gutes Timing (= einen guten Entry) zu nutzen.

Der Verkaufszeitpunkt – Exit

Das Timing ist nicht nur beim kaufen wichtig sondern auch beim verkaufen von Aktien und anderen Wertpapieren. Denn ein falsch geplanter Verkauf kann uns viel Profit kosten, oder eben Gewinne sichern. Daher müssen wir auch beim Verkaufen darauf achten, gute Entscheidungen zu treffen.

Gute Entscheidungen sind – wie beim Entry – nur dann möglich, wenn wir die Statistik befragen. Im Einzelfall ist es meist so, dass wir zu früh oder zu spät aussteigen. Wir schaffen es also selten bis gar nicht, das Maximum aus einer Bewegung zu holen. 

Und das ist auch gar nicht weiter schlimm. Wir müssen bloß unter dem Strich Geld verdienen und dabei hilft uns das Timing – egal ob beim Entry oder Exit. Allerdings niemals im Einzelfall. Trader haben immer das große Ganze im Auge.

Die Wahl der Positionsgrößen – Position Sizing

Anders als beim Trading von Futures oder Währungspaaren, wo viele Trader bloß ein Instrument traden, haben wir bei Aktien die Möglichkeit, mehrere Werte gleichzeitig auszuwählen. Bei der Wahl des Portfolios wird dieser Punkt später noch offensichtlicher. Aber hier sprechen wir zunächst von der Positionsgröße. Wir stellen uns also die Frage, wie viele Aktien wir kaufen.

Ganz oben in dieser Hierarchie siedeln wir unser Trading Kapital an. Wie viel Geld haben wir für das Trading? Sind es 10.000 Euro, 50.000 Euro oder mehr als 100.000 Euro? 

Oder irgendetwas dazwischen? Daraus leitet sich – teilweise – auch schon die Positionsgröße ab.

Stufe 2 ist die Asset Allocation, die dann ins Spiel kommt, wenn wir mehrere Strategien parallel traden wollen. Wie viel Geld von meinem gesamten Spekulationskapital weise ich einer Strategie zu? Es muss ja nicht immer eine 50/50 Aufteilung sein, wenn ich beispielsweise 2 Strategien nutze.

Und wenn ich diese Aufteilung gemacht habe, bleibt das zur Verfügung stehende Kapital pro Strategie und daraus leite ich dann die Positionsgröße ab. Man kann es hier einfach halten, und pro Strategie 10 Trades (oder 20 Trades – oder 5 Trades etc.) machen, sofern überhaupt genügend Signale vorhanden sind, was wiederum vom Portfolio (siehe nächster Punkt) abhängt.

Man kann die Frage nach der passenden Positionsgröße aber auch anhand der Volatilität ableiten. Beispielsweise kaufe ich beim Trading weniger Aktien, wenn die Vola hoch ist. Oder ich gehe mehr Risiko ein und kaufe absichtlich mehr bei hoher Vola.

Die Positionsgröße ist somit ein gutes Mittel, um mein Risiko zu steuern. Egal wie ich es anlege, darf ich auch hier nichts dem Zufall überlassen. Nur ein klug aufgesetzter Backtest kann mir sagen, ob es tendenziell besser ist, mehr oder weniger Trades parallel zu machen und/oder die Vola in diese Frage mit einfließen zu lassen.

Portfolio Selection – die Portfolio Auswahl

Nachdem wir nun über 3 der 4 Kernelemente einer Trading Strategie gesprochen haben, kommen wir zum eigentlichen Thema dieses Beitrages. Der Frage nach dem passenden Portfolio. 

Wir wissen aus der Einleitung, dass wir unsere Trading Regeln nicht auf alle Aktien dieser Welt anwenden können. Schnell würde die Übersicht verloren gehen und weiterhin mangelt es uns einfach an Ressourcen, tausende Aktien gleichzeitig zu managen.

Das bringt uns auf folgende wichtige Frage:

Wie stelle ich mir ein Portfolio von Aktien richtig zusammen?

Bei der Portfolio Auswahl gibt es zunächst einige allgemeine Punkte, die man beim Trading beachten muss. Diese Punkte wären:

  • Anzahl verfügbare Aktien
  • Kosten
  • Handelbarkeit
Die Anzahl machts – nicht alle Aktien aber viele

Wir haben weiter oben den Begriff Statistik bereits einige Male strapaziert. Jede Statistik lebt von einer gewissen Häufigkeit. Ich kann nur dann durchschnittliche Werte bestimmen, wenn ich zahlreiche Proben ziehe. Beim Trading bedeutet das: ich muss häufig handeln. 

Erst dann weiß der Trader, ob sein Regelwerk – sofern es überhaupt gut ist – stabil (valide) ist. 5 oder 10 Trades sagen nichts über die Güte einer Strategie aus. 5.000 Trades hingegen schon.

Um eine hohe Anzahl von Trades zu erhalten, muss ich häufig traden. Häufig traden kann ich nur dann, wenn es viele Fische im Teich gibt, um eine Metapher zu strapazieren. Stellen Sie sich einen großen See vor. In diesem See schwimmen 5 Fische (unsere Aktien). 

Im Teich daneben, der genauso groß ist, schwimmen 500 Fische. Wenn wir nun zwei Angler an jeweils einen Teich setzen und einen Wettbewerb (unter sonst gleichen Bedingungen) ausrufen. Wer wird am Ende des Tages mehr Fische gefangen haben?

Aktien Kurs

Aller Voraussicht nach der, der im Teich mit den 500 Fischen geangelt hat. Und das kann ich 1:1 auf unser Aktien Portfolio umlegen. Je mehr Aktien, desto mehr (mögliche) Signale. Denn natürlich müssen ja unsere Entry Kriterien erfüllt sein, um einen Trade zu machen. 

Je mehr Kandidaten (Aktien) ich dabei in der möglichen Auswahl habe, desto mehr Signale werde ich generieren können. Und viele (gute) Signale bedeutet einen höheren Profit. 

Dieser Umstand spricht für die US Börsen, wo wir mehrere hundert (wenn nicht tausend) handelbare Aktien finden. Ein Vergleich: in Deutschland sind es mit dem Dax 30 Aktien. In Österreich noch weniger.

Kosten

Wir haben vorhin gesehen, dass wir häufig handeln müssen. Wenn wir das tun, müssen wir mit einer höheren Spesenbelastung (Gebühren vom Broker) rechnen. 

Diese Kosten werden unsere Rendite schmälern. Das ist nicht vermeidbar und daher in Ordnung. Die Gebühren dürfen bloß unser Trading System nicht killen.

Daher ist es zum einen wichtig, einen Broker zu nutzen, der günstige Ordergebühren verrechnet. Dabei ist zu beachten, dass die Aktien Order – Kosten an manchen Börsenplätzen höher (Deutschland) und günstiger (USA) sind. 

Während man für US Aktie in vielen Fällen etwas mehr als 1 USD pro Trade bezahlt, fallen an deutschen Börsen oft 5 Euro oder mehr an. Pro Entry wohlgemerkt. Für den Exit sind es dann nochmals soviel. Und der Broker selbst muss auch mit anderen Mitbewerbern konkurrieren. Dabei gibt es teure und günstige Broker Anbieter.

Da ein gutes Trading System auch 50 Trades im Monat produzieren kann, schlagen 4 Euro mehr pro Trade natürlich voll durch und reduzieren unsere Renditen dramatisch. 

Somit ist günstigen Brokern und preiswerten Börsenplätzen der Vorzug zu gewähren. Erneut drängen sich hier die US Börsen für unser Trading auf. Ein günstiger Broker natürlich vorausgesetzt.

Handelbarkeit

Neben den Kosten und der Quantität spielt auch die Handelbarkeit eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Handelbarkeit, das bedeutet mehrere Dinge:

  • Handelszeiten
  • Spread
  • Handelsvolumen uvm.
Handelszeiten

Während man in Deutschland von 9 Uhr bis 17.30 Uhr auf Xetra (in Frankfurt am Parkett noch länger) handeln kann, ist es in den USA (andere Zeitzone) von 15:30 bis 22 Uhr (Phase der Sommerzeit-Umstellung im März ausgenommen). 

Trader, die einem geregelten 9 – 5 Uhr Job nachgehen, haben oft das Problem, dass sie arbeiten müssen, wenn an den Börsen gehandelt wird. Dieses Problem kann man mit bestimmten Strategien (End of Day) und mit bestimmten Orderarten (market on open etc.) lösen.

Bleibt die Vorbereitung auf den Handelstag. Auch hier haben die US Märkte Vorteile, weil man bis zur Börseneröffnung am Nachmittag Zeit hat, alles vorzubereiten. Also Signale suchen, Positionsgrößen errechnen und Orders einstellen. 

Das wäre auch an den EU Börsen mit einer Berufstätigkeit in Einklang zu bringen, aber ein Beginn um 9 Uhr ist einfach 6,5 Stunden vor 15:30 Uhr und somit kann man es gemütlicher angehen lassen, wenn man in den USA tradet.

Spread

Die Spanne zwischen Bid und Ask Kurs nennt man Spread. In der Regel ist der Spread um so kleiner, je mehr Aktien (täglich) gehandelt werden. Da das Handelsvolumen (siehe nächster Punkt) in den USA deutlich über dem in Europa liegt, sind die Spreads in den Vereinigten Staaten niedriger. 

Was letztlich mit einer besseren Orderausführung einher geht. Wir kommen einfach „besser“ und „billiger“ in den Trade hinein (und heraus), wenn die Spreads gering sind.

Handelsvolumen

Sie erinnern sich an das Beispiel mit dem Teich und den Fischen? Es ist nicht nur wichtig, dass wir viele Fische im Teich haben sondern dass die Fische auch viel Gewicht (= hohes Handelsvolumen) besitzen. US Aktien gehen häufig über den „Ladentisch“. 

Werden also häufig gehandelt. Weil die ganze Welt US Aktien kauft. Und die Amerikaner sowieso. Weil das System dort ein ganz anderes ist. Weil die Menschen privat sehr häufig Aktien kaufen. Weil der Staat dort nicht für deren Rente aufkommt, wie bei uns in Mitteleuropa.

Ein hohes Handelsvolumen bedeutet also vor allem eine gute Orderausführung. Erneut siegen also die US Börsenplätze wie die NYSE oder die Nadaq.

Nachdem wir nun bei der Portfolio Auswahl eine Eingrenzung getroffen haben und wir dabei die US Börsen als unser Ziel auserkoren haben, geht es darum, das Portfolio weiter einzugrenzen. Denn alleine in den Staaten gibt es mehrere tausend Aktien, die wir unmöglich alle handeln können und wollen. Wie geht das also?

Sehen wir weiter.

Portfolio Auswahl im Detail

Prinzipiell habe ich zwei Möglichkeiten, mir ein Portfolio zusammenzustellen.

  1. Fix und fertiger Index
  2. Individuelle Auswahl
Index Portfolio

In den USA gibt es ungefähr 5000 Indizes, wenn man der Aussage von Investopedia folgt. Hier der Link auf Investopedia

Die bekanntesten davon sind

  • Dow-Jones
  • Nasdaq 100
  • S&P 100
  • S&P 500
  • Russel 1000

Als Trader kann ich nun hergehen, und einen dieser Indizes als meinen „Teich“ definieren, in dem ich künftig fischen (Signale generieren) will. Wenn wir nun schon wissen, dass wir häufig traden müssen, scheint der Dow Jones mit seinen 30 Aktien eher ungünstig zu sein, was wir hier nur am Rande erwähnen wollen.

Anmerkung: um so mehr bedeutet nicht um so besser. Zu wenig ist auch nicht gut. Hier entscheidet eine „gesunde“ Mitte, wie wir später noch bei der Case Study sehen werden.

Trading Segmente
Individuelle Auswahl

Alternativ kann ein Trader manuelle Portfolios nach gewissen Kriterien definieren. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, solange man nicht zu selektiv (Achtung: auch beim Portfolio kann man über-optimieren) wird. Einige Beispiele, nach denen man US Aktien auswählen kann sind die Volatilität, die Marktkapitalisierung, Branchen oder Sektoren oder der Börsenplatz selbst.

Anhand zahlreicher kostenfreier Aktien Screener wie beispielsweise dem Tool von finviz kann der Trader diese Auswahl einfach und rasch treffen. Hier gehts zum finviz Aktien Screener:

 

Nachdem wir nun die Theorie zur Portfolio Auswahl besprochen haben, blieb bisher die wichtigste Frage unbeantwortet: welches Portfolio ist das Beste? Man sagt ja, dass man grundsätzlich einfach Antworten auf einfache Fragen geben soll. 

Nur – hier ist das leider nicht möglich. Denn die Auswahl des „besten“ Portfolios ist zum einen relativ, zum anderen von den anderen Kriterien (Entry, Exit, Position Size) abhängig.

Beginnen wir mit relativ: was ist das „Beste“? Vermutlich ist hier der möglichst hohe Profit gemeint. Aber was ist ein „hoher“ Profit? Während der eine Trader mit einer hohen einstelligen Rendite zufrieden ist, kostet das dem anderen nur ein müdes Lächeln. 

Ein vernünftiger Trader versteht aber auch, dass die Höhe der Rendite eng mit dem Risiko zusammenhängt. Je mehr Rendite ich will, desto mehr Risiko muss ich eingehen. Aber zurück zur Frage, welches Portfolio das beste ist und wie das mit den anderen Kernelementen zusammenhängt.

Welche Rendite bringt welches Portfolio?

Trading Strategien gibt es wie Sand am Meer. Daher müssen wir uns eine (simple) Strategie herauspicken und diese auf verschiedene Portfolios anwenden. 

Dabei geht es uns weniger darum, die absolute Rendite zu zeigen sondern vielmehr, welchen Unterschied es macht, welche Aktien (und eben nicht alle Aktien) wir mit einer (jeweils der gleichen) Strategie handeln.

Oder anders gesagt: sie werden nun erstaunt sein, welche Konsequenzen ein gut (oder weniger gut) gewähltes Portfolio auf die Renditen und andere Kennzahlen hat.

Testen wir dazu ein simples Reversions-System auf vier verschiedenen Portfolios. Nämlich 3 US Portfolios wie Dow Jones, Nasdaq 100 und S&P 500. Und als Quervergleich nehmen wir ein Dax 30 Portfolio.

Als Backtesting Software kam das Programm Wealth Lab zur Anwendung.

Die System-Parameter lauten wie folgt:

  • Starting Capital: USD 100.000
  • Handelsrichtung: long only
  • Entry: bei einem neuen 5 Tages Tief
  • Entry Type: market (on open)
  • Exit: nach 5 Tagen Behaltedauer
  • Exit Type: market (on open)
  • Type: market (on open)
  • Position Size: 10% of Equity (man darf maximal 10 Trades parallel machen)
  • Testzeitraum: 1.1.2000 – 31.8.2020
  • Portfolio: variabel – wie geschrieben

Hinweis: mit Klick können Sie die jeweiligen Grafiken vergrößern!

Die Ergebnisse im Detail (Info Grafiken)

Test 1 - Portfolio Dow Jones

Performance Kennzahlen

Equity Kurve

Entwicklung Drawdown

Test 2 - Portfolio Nasdaq 100

Performance Kennzahlen

Equity Kurve

Entwicklung Drawdown

Test 3 - Portfolio S&P 500

Performance Kennzahlen

Equity Kurve

Entwicklung Drawdown

Test 4 - Portfolio DAX 30

Performance Kennzahlen

Equity Kurve

Entwicklung Drawdown

Das Portfolio – Fazit

Wir wir sehen können, gibt es immense Unterschiede bei den 4 Portfolios bei den einzelnen Kennzahlen. Es bestätigt sich zunächst, dass große Portfolios mit 100 oder mehr Aktien höhere Renditen bringen als kleinere Portfolios mit weniger Aktien. Die Gründe wurden weiter oben ausführlich besprochen.

Grundsätzlich funktioniert dieses Regelwerk auf allen 4 Portfolios. Ob es für den Trader aber gut (genug) ist, ist eine individuelle Fragestellung. Und natürlich dürfen wir eines nicht vergessen. Diese Strategie ist absichtlich sehr simpel. Diese Regeln würde wohl niemand mit Echtgeld traden, denn die Schwankungen sind einfach zu viel und die Drawdown Zeiten zu lang.

Doch gezeigt werden konnte mit dieser Case Study eindrucksvoll, wie sich die Renditen bei unterschiedlichen Portfolios darstellen können, wenn man ansonsten gleichen Regeln nutzt. Das lässt uns an dieser Stelle darauf hinweisen, wie wichtig es ist, ein System backzutesten bevor man es anwendet.

Garantiert verkehrt ist es nämlich, eine Strategie, die man beispielsweise in einem Buch gefunden hat, ungefragt zu übernehmen. Denn zum einen muss man erst sicher sein, dass die Strategie wirklich funktioniert. Und zum anderen muss man prüfen, ob sie auf den Uderlynings funktioniert, die man damit handeln will.

banking

Damit wollen wir sagen, dass beispielsweise ein gutes Regelwerk für einen Rohstoff Future keineswegs auf einem Aktien Portfolio bestehend aus dem S&P 100 funktionieren muss. Und umgekehrt.

Ein Trading System ist mit einem großen Puzzle gleichzusetzen. Es gibt, wie wir gesehen haben, 4 Kernelemente, wobei wir auch erwähnt haben, dass hier noch ein Element Nr. 5 existiert. Wir erwähnen hier nur am Rande, dass es sich dabei um das Position Ranking (auch Position Priority genannt) handelt. 

Wir werden das Thema bei Gelegenheit im Rahmen eines anderen Beitrags behandeln. Hier wollen wir nur erwähnen, dass dieses Ranking dem Trader dabei hilft, die (täglichen) Signale in einer gewissen Reihenfolge abzuarbeiten.

Denn wenn wir beispielsweise ein Trading System haben, bei dem wir 10 Trades parallel machen dürfen, es aufgrund des Marktverhaltens aber an einem Tag 20 neue Signale gibt, muss eine Auswahl getroffen werden. Welche Signale werden „genommen“, welche nicht? Und diese Aufgabe übernimmt die Priorisierung (= Reihung) der Alarme.

Aber zurück zum Portfolio. Ein gut gewähltes Portfolio ist sehr wichtig, um beim Trading erfolgreich zu sein. Es hilft uns dabei, die Renditen zu steuern aber auch die Bandbreite der Volatilitäten abzustecken (was letztlich ja auch in die Renditen einfließt).

Gleich wie bei Entry oder Exit darf man auch beim Portfolio nichts dem Zufall überlassen. Alle Aktien schön und gut. Der umsichtige Trader hat jedoch einen guten Plan und ein wesentliches Puzzleteil ist es eben, das Aktien Portfolio umsichtig zu wählen.

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