Backtesting – Erfolg an der Börse mit harten Fakten

Backtesting, das war bei mir keineswegs Liebe auf den ersten Blick. So viel kann ich nach mehr als 20 Jahren Trading eingestehen. Denn als ich 2001 mit dem Börsenhandel begann und erste Handelsstrategien nutzte und erste Trades machte, hatte ich keine Ahnung, dass Backtesting überhaupt existiert. Ich hatte das Wort Backtest auch noch nie zuvor gehört.

Aktien kaufte ich anfangs bloß nach Bauchgefühl, doch ich merkte rasch, dass die Emotionen dabei derart Überhand nahmen, dass nachhaltige Gewinne dadurch unmöglich wurden.

Erste Ansätze meinerseits, eine echte und duplizierbare Handelsstrategie zu entwickeln, waren die Folge. Doch wie, was und warum sollte man diese Aktien kaufen und andere wieder verkaufen? Welche Fakten zieht man z.B. dafür heran? Bilanzdaten? Meinungen von Analysten? Charts? 

Noch immer war ich, es waren drei oder vier Jahre vergangen, meilenweit vom Thema Backtesting entfernt. Doch die Strategie nahm auch ohne Backtests erste Formen an. Rasch war mir klar, dass ich damals für lange Haltedauern von Aktien mental nicht geeignet war. Also damals kein Buy and Hold sondern Trading. Und beim Traden führte kein Weg an der technischen Analyse vorbei.

Ich studierte also täglich hunderte Charts. Nach Mustern. Nach typischen Bewegungen. Backtesting? Duplizierbare Handelsstrategien? Noch immer Fehlanzeige. Aber es ging in die richtige Richtung, denn ich wollte ein Regelwerk einsetzen, dass einerseits einfach in der Handhabung war, andererseits natürlich funktionierte und mir Gewinne einbrachte.

Traden im Lockdown

Und so entstand mein diskretionäres Swingtrading. Weil es Muster gibt, die sich wiederholen und die man, wenn man sich anstrengt, auch mit freiem Auge und ohne Backtest erkennt. Warum aber Aktien? Weil ich damals diese Anlageklasse am besten verstand. Aktien sind einfach – im Gegensatz zu Futures oder den Forex Märkten. 

Zumindest war das damals meine Ansicht und genau genommen gilt das auch heute noch. Jeder Anfänger weiß, was eine Aktie ist. Aber was ist ein Future? Was ein CFD? Oder ein Zertifikat? Der Erklärungsbedarf ist hoch. Und so fing ich mit Aktien dabei und spezialisierte mich darauf.

Doch irgendwann war es mir zu viel. Jeden Tag durch hunderte Charts klicken. Jeden Tag diskretionäre Entscheidungen treffen. Was mache ich jetzt mit Trade? Stop Loss nachziehen? Stopp weglassen? Gewinne mitnehmen oder laufen lassen

Jeder kennt diese Fragen, die im Trading zum Alltag gehören. Und auch ich hatte, damals nach mehreren Jahren Trading, nicht immer die richtigen Antworten auf diese Fragen. Das war sehr zermürbend mit der Zeit.

Bis ich auf das Backtesting gestoßen bin. Anfangs dachte ich, dass das zu kompliziert für mich ist. Schließlich verband ich Backtesten immer mit Programmieren. Und das konnte ich damals nicht. Und ich wollte es auch nicht lernen. Also doch kein Backtesting? 

Schon – weil es auch damals schon Möglichkeiten gab, Trading Handelsstrategien backzutesten ohne zu Programmieren. Das wusste ich anfangs noch nicht, aber als ich es erfuhr, war ich „Feuer und Flamme“, das Backtesting zu lernen.

Und so widmete ich mich den nächsten Jahren intensiv den Grundlagen der Backtests. Ich fand über Backtests heraus, welche Regeln funktionierten und welche nicht. Ich fand auch heraus, dass jede Regel in Form eines Indikators abbildbar war. Und ich bemerkte, dass nicht alles, was über Trading erzählt wird, korrekt ist. Backtests machten also richtig Spaß!

Vielmehr ist das meiste, was über Trading behauptet wird, schlichtweg falsch und damit wundert es wenig, wenn so viele Trader Geld verlieren. Weil sie sich an falschen Weisheiten orientieren, weil sie anderen Tradern glauben, die aber wiederum selbst keine Ahnung von richtigem Trading haben. Weil sie Bücher lesen statt einen Backtest zu machen. Bücher, die ebenso fragwürdige Inhalte bieten. Weil – man muss es aussprechen – auch die Lektoren von echtem Trading wenig bis gar nichts verstehen. 

Gleiche Aussage gilt für das Backtesting. Die wenigsten beherrschen das richtig. Und gute Programmierer sind außerdem nicht automatisch gut im Backtesting. Auch dieses Mißverständnis muss man aus dem Weg räumen.

Börsenkrach

Rückblickend gesehen hatte ich das Glück, mit vielen sehr klugen Menschen zusammengearbeitet zu haben, die mich noch tiefer in die Materie Backtesting eingeführt haben. Die mir zeigten, das Trading bloß ein statistisches Problem ist. Alles andere, das ganze Getöse rundherum, wird von einer riesigen „Börsen-Industrie“ veranstaltet, die bloß am eigenen Profit Interesse hat.

Heute, nach einer Dekade des Lernens, darf ich mich als Experte auf diesem Gebiet des Aktien Handels bezeichnen. Ein Backtest ist heute etwas ganz selbstverständliches für mich. Und dieses Wissen über Backtesting, das ich in den letzten mehr als 20 Jahren verinnerlicht habe, möchte ich gerne mit Ihnen teilen.

Hier in diesem Fachbeitrag über Backtesting. Im Rahmen unserer Ausbildungsangebote für Trader. Am besten beginnen wir dabei mit einer Definition, was Backtesting eigentlich ist und arbeiten und dann Schritt für Schritt durch zahlreiche, wichtige Themen. 

Das soll dabei helfen, sie für das Backtesting genau so zu begeistern wie ich damals begeistert war, als ich erfuhr, wie einfach man Trading Regeln auf Plausibilitäten prüfen kann. Ich kann dabei versprechen: ihr erster Backtest wird ein sehr erhabenes Gefühl, weil man so den Markt erst richtig verstehen lernt. 

Was ist Backtesting?

Auf Wikipedia kann man folgende Definition zum Backtesten nachlesen:

Backtesting bzw. Rückvergleich bezeichnet den Prozess, eine Handelsstrategie, Theorie oder ein Modell zu evaluieren, indem die Strategie bzw. die Theorie bzw. das Modell auf historische Daten angewendet wird.

Damit wird rasch klar, dass Backtesting nicht nur etwas für die Börse ist sondern dass solche Rückvergleiche (oder Rückrechnungen) auch in anderen Fachgebieten, wie beispielsweise der Meteorologie (Klimamodelle etc.) zur Anwendung kommen. Ein Backtest ist damit weiter verbreitet als man annehmen darf.

Auch die Versicherungsbranche oder das Casino Geschäft sind verwandte Themengebiete. Und auch bei Meinungsumfragen und Wahl-Hochrechnungen arbeitet man ähnlich und erzielt so gute Ergenbisse.

Zum Wikipedia Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Backtesting

Doch in allen dieser Gebiete gilt ein wichtiger Grundsatz bei einem Backtest:

Ein Backtest ist keine Garantie

Beginner machen gerne den Fehler, dass sie denken, ein Backtest versucht in die Zukunft zu blicken. Denkt man aber nur ein paar Minuten darüber nach, wird einem rasch klar, dass die Zukunft tatsächlich unbekannt ist. Niemand kennt sie. Niemand kann sie vorhersagen. Niemand kennt zukünftige Ergebnisse von Fußballspielen oder von Wahlen. Niemand weiß, was die nächsten 10 Trades bringen. Da hilft eben auch kein Backtest.

Natürlich geht es bei 95% aller Börsenberichte darum, Spekulationen zu künftigen Entwicklungen abzugeben. Daran beteiligt sich eine ganze Industrie, bestehend aus Banken und anderen Instituten. Wird der Dax steigen oder fallen, wird die Aktie von The Home Depot gute Zahlen liefern oder nicht? Soll der Trader daher short oder long gehen? Doch genau genommen ist das alles Show. Und mit einer Show kann man nicht erfolgreich arbeiten.

Beim Backtesting geht es hingegen um etwas ganz anderes. Um die Vergangenheit. Ein Backtest ist also eine „was wäre wenn“ Rechnung basierend auf historischen Trades. Eine Überprüfung. Beispielsweise kann man damit die Frage beantworten, welche Rendite man in den letzten 10 Jahren erwirtschaftet hätte, wenn man stets die Aktien gekauft hätte, die in den z.B. letzten 5 Tagen am stärksten gefallen sind. Es geht also um die Überprüfung von Fakten und damit von realen Kennzahlen.

Das kann funktionieren, oder auch nicht. In jedem Fall kenne ich das Ergebnis, wenn ich diese Regel teste. Ob diese Regel aber weiterhin tatsächlich sinnvoll ist, ob man damit also künftig Gewinne macht, hängt von ganz vielen anderen Faktoren ab, die wiederum verschiedene Ergebnisse nach sich ziehen.

Anmerkung: für einen Backtest und für sinnvolle Ergebnisse braucht der Trader natürlich mehr Regeln als die oben beschriebenen Aktien, die z.B. 5 Tage gefallen sind. Beispielsweise muss ich wissen, mit welchen Aktien ich diesen Test überhaupt mache. Oder ich muss wissen, wann ich die Aktien wieder verkaufe und vieles mehr.

Wie wahrscheinlich ist es also, dass Regeln, die in der Vergangenheit sinnvoll waren, auch weiterhin in der realen Welt – im hier und jetzt –  sinnvoll sind? Das kommt darauf an, wie gut und sorgfältig der Trader beim Backtesten gearbeitet hat. Denn, so viel sei verraten, beim Testen besteht die Gefahr, dass man viel falsch machen kann, was die Ergebnisse deshalb tatsächlich verfälscht. Die beiden größten Probleme, die dabei auftreten, schauen wir uns nun gemeinsam an.

Trading Plan

Überoptimierung oder Curve Fitting

Das Wort Überoptimierung beim Backtesting ist eigentlich selbsterklärend. Aber wie kann man ein Handelsmodell über-optimieren? Einfach gesagt: in dem man einerseits zu viel „herumprobiert“ um im Backtest jeden Prozentpunkt an zusätzlicher Rendite noch „herauszuquetschen“. Andererseits, in dem man z.B. die Testperiode bei der Überprüfung falsch einstellt.

Wir wollen hier bewusst nicht zu sehr in die Tiefe gehen, weil dieser Beitrag nicht für Backtesting Profis geschrieben ist sondern für Trader, die sich erst in dieses Fachgebiet einarbeiten möchten. 

Zur richtigen Testperiode verweisen wir daher nur auf die Begriffe „in Sample“ und „out of Sample“. Der geneigte Trader wird durch eine entsprechende Internetrecherche sicher rasch fündig, was es damit auf sich hat.

Weniger ist also beim Backtesting mehr, wie die obigen Zeilen verraten. Die nachfolgenden Zeilen verraten uns nun jedoch ein weiteres häufiges Problem beim Backtesten, das uns deshalb zu unzuverlässigen Ergebnissen führt.

Daten und Datenqualität

Wie heißt es doch in der Computerwelt so schön? „Garbage in, garbage out“. Also auf deutsch: Müll hinein, Müll heraus. Auf das Backtesting umgemünzt bedeutet das: achten sie auf die Datenqualität. Denn wenn diese schlecht ist, sind auch die daraus entstandenen Handelsstrategien schlecht. Logisch – aber was bedeutet das in der Praxis für den Trader tatsächlich?

Um überhaupt eine Handelsstrategie zu testen, brauchen sie historische Aktienkurse oder noch einfacher: historische Daten. Nun sieht man auf den ersten Blick den Zusammenhang von diesen Kursen mit Datenqualität nicht unbedingt. Denn was kann denn an historischen Aktienkursen falsch sein? Tatsächlich so einiges, wie unsere Recherchen ergeben haben, denn die nachfolgenden Ergebnisse der Backtests sprechen eine klare Sprache.

Nehmen wir folgendes Beispiel. Wir haben hier ein und die selbe long Handelsstrategie (short bei Aktien ist schwierig – daher verzichten wir darauf). Der einzige Unterschied: die historischen Aktienkurse sind von zwei verschiedenen Kurs-Anbietern. Diese Anbieter, auch Provider genannt, haben zwar ähnliches, aber tatsächlich nicht gleiches Datenmaterial. 

Der Trader muss daher im Vorfeld gut recherchieren, mit welchen Daten er arbeiten will. Auch hier hilft mit Sicherheit eine Internet-Recherche um den Markt der Anbieter zu sondieren. Oder ein Tipp von uns weiter unten zur Wahl der passenden Backtesting Software. Sie können die unterschiedlichen Ergebnisse der Backtests sicher sofort erkennen, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Ein weiteres Problem beim Backtesten im Zusammenhang mit den Daten soll hier außerdem auch noch kurz angeschnitten werden.

Survivorship Bias

Der „Überlebenden Irrtum“, wie man diesen Begriff auch eindeutschen kann (was aber auch im deutschen Sprachraum selbst beim Backtesten niemand tut…), ist ein nicht unwesentliches Problem vieler Handelsstrategien. 

Letztlich mit der Konsequenz, dass auch korrekte Daten und korrekt aufgesetzte Backtesting Prozesse dann in der Praxis nicht die Resultate bringen, die ein Backtest erwarten lässt.

Woher kommt aber dieser Begriff? Hier ein Artikel auf Wikipedia, der die überraschende Entstehungsgeschichte, die nichts mit der Börse zu tun hat, beschreibt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Survivorship_Bias

Und worum geht es hier? Kurz gesagt bedeutet Survivorship Bias beim Trading, dass ich z.B. mit den Kursen der Aktien des aktuellen S & P 100 Index arbeite. Diese 100 Aktien sind zwar heute im S & P 100, aber vor 8, 12 oder 20 Jahren waren vermutlich ganz andere Aktien in diesem Börsenbarometer enthalten. 

Diese Aktien, die heute nicht mehr in Index sind, die fehlen daher in unserer Rückrechnung. Das Modell wird damit verfälscht. Wie groß die Verfälschung ist hängt wiederum von zahlreichen Faktoren wie dem gewählten Portfolio ab.

Wir möchten dazu ein Beispiel einer weiteren Trading Strategie zeigen. Der gewählte Backtesting Zeitraum beträgt in beiden Fällen 22 Jahre zurück in die Vergangenheit. 

In beiden Fällen wird das gleiche Trading System auf den Aktien des S&P 100 angewendet. Links auf den aktuellen Index, rechts bereinigt um das Survivorship Problem. Die Unterschiede sprechen eine klare Sprache.

Auch wenn das Thema Survivorship Bias für den Einsteiger kompliziert und „sperrig“ klingt, ist ein Grundverständnis für diese Problematik von Anfang an tatsächlich sehr wichtig. Auch hier empfehlen wir dem Trader, der Backtesting lernen will, sich mit dem Thema intensiv auseinander zu setzen.

Ebenso muss sich der Trader, wenn er erfolgreich Backtesten will, mit dem Thema Statistik beschäftigen. Er muss die Grundlagen statistischer Prozesse verstehen. Denn ein Backtest ist nichts anderes als eine statistische Analyse. Was ist zu diesem Thema zu sagen gibt, fassen wir im nächsten Abschnitt kurz zusammen.

Traden Bedeutung

Statistik

Trading ist ein statistisches Problem. Diese Aussage klingt für den Beginner wenig einladend. Die Bedeutung erschließt sich erst dann, wenn man etwas Erfahrung sammeln konnte. 

Trading kann jedenfalls nur dann funktionieren, wenn man das große Ganze sieht. Regeln, die auf statistischen Analysen aufbauen, können nämlich niemals immer richtig sein. Auf das Trading bezogen bedeutet das, dass auch eine backgetestete Strategie Fehltrades hat. Und oft sogar ziemlich viele.

Wichtig ist bloß, dass die Strategie unter dem Strich funktioniert. Verluste gehören dazu. Verlust-Serien und zwischenzeitliches Strategie Versagen ebenso. Keine Trading Stategie funktioniert immer. Aber jede gute Trading Strategie funktioniert unter dem Strich. 

Fachlich klingt das logisch. Mental umzusetzen ist es hingegen schwierig. Gerade Anfänger neigen dazu, Handelsstrategien zu rasch zu verwerfen oder zu overrulen, bloß weil es mal einige Wochen lang nicht so läuft wie erhofft.

Doch kommen wir mehr zur Praxis. Was braucht man zum Backtesting, neben historischen Kursdaten? Natürlich das entsprechende Programm, also eine Backtesting Software.

Rotationssystem

Die Backtesting Software

Sicherheitshalber erwähnen wir es: Backtesten ist nichts für mobile Applikationen. Keine Ahnung, ob Backtesting Apps überhaupt angeboten werden oder nicht. Backtesten ist komplex und nichts für den Nachhauseweg nach der Arbeit in der U-Bahn (das Trading selbst übrigens auch nicht). Man braucht Ruhe. Man benötigt einen großen Bildschirm, Rechenpower, Zeit. Und natürlich Wissen.

Backtesting Programme sind also deshalb, und werden es auch bleiben, ein Tool für den Desktop. Ob Stand PC oder Laptop ist egal, wenn die Rechenleistung passt. Programme selbst gibt es viele. Manchmal bietet auch der Broker, mal über die Handelsplattform selbst, mal über kostenfreie Zusatzprogramme Backtesting Lösungen. Hier macht sie der Vergleich sicher.

Eines ist aber auch sicher: wenn sie Aktien Backtesten möchten, werden sie Programme oder ein Tool benötigen, die sogenannte Portfolio-Tests beherrschen. Gemeint ist damit, dass das Programm ihre Trading Regeln auf die beispielsweise 30 Aktien des Dow Jones (oder die 500 Aktien des S&P 500 etc.) gleichzeitig anwenden kann.

Wo ist das Problem, werden sie nun vielleicht denken. Fakt ist aber, dass noch immer viele Backtesting Programme bloß eine Datenserie analysieren können. Eine Datenserie ist beispielsweise der Kurs einer einzelnen Aktie (oder eines Futures etc.). Sollen es 500 oder mehr Datenserien (Kurse) gleichzeitig sein, was vor allem bei Aktien wirklich nötig ist, kommen sie an der Funktion des „Portfolio-Test“ nicht vorbei.

Hier nun die vorher bereits angesprochene Empfehlung: Wealth Lab 7.

Dieses Programm beherrscht die Themen Portfolio-Tests, bietet kostenlose historische Aktienkurse in höchster Qualität, löst die Problematik „Survivorship Bias“ und – das beste kommt zum Schluss – ermöglicht es Einsteigern, mittels Drag & Drop (also ohne Programmierung) Trading Handelsstrategien zu entwickeln, also backzutesten.

Entschließen Sie sich für den Kauf der Software anhand unserer Empfehlung, erhalten Sie als Dankeschön unseren Backtesting Einführungskurs im Gegenwert von EUR 59.- als Dankeschön kostenlos. Das Video hat eine Laufzeit von ca. 1.5 Stunden.

Jede Backtesting Software, auch Wealth Lab, kann nur dann korrekte Ergebnisse beim Backtesting liefern, wenn es ihre Eingaben versteht. Das leitet uns auf das Thema Indikatoren über.

Indikatoren

Indikatoren sind im Trading und bei der Analyse von Trades weit verbreitet. Stellvertrend nennen wir hier einen gleitenden Durchschnitt, einen RSI oder die Stochastik. Es gibt noch hunderte andere Indikatoren und in guten Backtesting Programmen wie dem vorhin erwähnten Wealth Lab sind sie (so gut wie) alle enthalten.

Hier sehen sie zum Beispiel, wie man Breakout Strategien erfolgreich Backtesten kann.

Der Entwickler hat also die Qual der Wahl. Womit beginnen? Vermutlich mit den Standard Indikatoren und den dazu passenden, in der Fachliteratur empfohlenen Parametern (Grundeinstellungen). Doch rasch merkt man, dass viele hochgelobte Indikatoren in der Praxis mit diesen Grundeinstellungen überschaubare Ergebnisse liefern.

Nehmen wir deshalb ein Backtesting Beispiel. Hier eine Trading Strategie anhand des bekannten RSI Indikators. Links die Ergebnisse mit den in der Literatur oft angegebenen Standardwerten (Rückschau Periode 20 Tage/Schwellwert oder Trigger 30). Rechts die Ergebnisse von uns modifiziert (z.B. Rückschau Periode 3 Tage/Schwellwert oder Trigger 25).

Mit den von uns modifizierten Werten erreicht man bei den Backtestings also die doppelte Perfomance. Dieses Beispiel zeigt aber auch sehr schön, dass Trader, die sich mit Backtests beschäftigen, sehr viel über die Märkte lernen. 

Es dauert nur wenige Minuten, Fakten über Trading zu entdecken, die anderen Tradern ihr Leben lang suchen (und niemals finden). Das Backtesten ist die Lösung vieler Trading Probleme, doch ein Problem bleibt, das wir in Folge und final ansprechen wollen.

An dieser Stelle möchten wir auf einen interessanten Punkt hinweisen, der bei backgetesteten Trading Handelsstrategien eine große Rolle spielt. Die Position Priority. Mehr dazu in diesem Artikel von Thomas Vittner.

Diskretionäre Elemente beim Backtesten

Trader wenden sich dem Backtesting zu, weil sie es vielfach leid sind, ständig Entscheidungen treffen zu müssen, von denen sie im Vorhinein bereits wissen, dass sie richtig oder falsch sein können. Denn niemand kennt die Zukunft, was wir ja schon hatten. Niemand weiß daher, ob es nun besser ist, den Trade zu beenden oder laufen zu lassen. 

Auch der Backtest weiß es nicht. Zumindest nicht, was die bessere Entscheidung für diesen einen Trade ist. Der Backtest weiß aber, welche Kursziele man generell anwendet und ob man überhaupt mit Kurszielen arbeitet. Gleiches gilt natürlich auch für jede andere Trading Regel.

Muss man beim Trading mit backgetesteten Handelsstrategien nun also keine Entscheidungen mehr treffen? Hier muss man unterscheiden. Bei der Umsetzung der fertigen Strategie nicht. Denn jede Regel, also jeder Einstieg, jeder Ausstieg, die Positionsgröße und vieles mehr – alles gibt das Regelwerk vor und der Trader tut gut daran, sich zu 100% daran zu halten.

Im Entwicklungsprozess sieht die Sache mit den Nachdenken aber anders aus. Denn da gilt es viele Entscheidungen zu treffen. Welcher Backtesting – Zeitraum? Welche Indikatoren? Wie optimieren? Welche Datenprovider? Gehe ich auch short oder setze ich nur auf steigende Kurse? Wie ist das Risk / Reward Ratio? Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Sind die Handelsstrategien fertig entwickelt, geht das Fragespiel weiter.

Ist der Profit hoch genug? Ist die Strategie gut? (was ist gut?) Ist das Risiko zu groß? Kann ich mit den zu erwartenden temporären Verlusten leben? Kann ich die Strategie vom Aufwand her in meinen Alltag integrieren, also umsetzen? Backtesting ist also mehr als reine Fakten.

Die Fragen sind vielfältig und wo der eine Trader ein klares „Ja“ ausspricht zögert der andere Trader. Angehende Systementwickler von Handelsstrategien merken rasch, dass es auch beim Backtesting viele Entscheidungen zu treffen gilt. Was aber nicht gegen das Backtesten spreche soll denn auch wenn es nicht perfekt ist: was ist die Alternative zu einem Backtest? Weiterhin herumraten?

Das interessante am Backtesten ist, dass man Fakten unterschiedliche interpretieren kann. Was ein Trader beispielsweise als gute Strategie bezeichnet, findet ein anderer vielleicht gar nicht gut. Und noch etwas sein abschließend erwähnt: beim Backtesten lernt man niemals aus. Nach mehr als 20 Jahren Börse weiß ich das mit Sicherheit.

Wenn sie nun das Thema Backtesting interessiert, darf ich sie auf unsere Angebots Palette verlinken. Melden Sie sich doch gleich für unseren kostenlosen Trading Basis Kurs an oder besuchen Sie eines unserer Seminare

Die Angebote reichen von online Streaming Kursen bis hin zu Live Seminaren. Wofür immer sie sich entscheiden, wünsche ich Ihnen alles gute an der Börse und viel Erfolg beim Backtesten! Stellen sie mit uns die richtigen Weichen um im Markt mit Backtesting erfolgreich zu sein.

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