Börsenspiele

Börsenspiel 2026 – das Planspiel Börse einfach erklärt

Das Börsenspiel – der Herbst ist wohl die Hochsaison dieser Unart, die sich in den letzten Jahren immer mehr verbreitet hat. Sicher sind Wettbewerbe schön. Im Sport. Auch Spiele sind ja eine Art Wettbewerb. Aber beim Geld verdienen um die Wette eifern?

Der Sinn von einem Planspiel Börse hat sich uns nie erschlossen. Im Gegenteil. Wir verurteilen diese Techniken auf das Schärfste und wollen in diesem Beitrag vor den Gefahren eindringlich warnen.

Im Herbst ist Jagdsaison an der Börse

Hirschen, Rehe oder ein anderes Wild? Oder doch der Börsen-Einsteiger als Opfer? Herbst ist High Noon. Erst vor wenigen Tagen wurde wieder ein neues Börsenspiel von einem renommierten Verlag angekündigt und mit Unterstützung eines Emittenten (jemand, der die Produkte dafür herstellt und anbietet wie zum Beispiel eine Bank) medial stark beworben.

Doch so ein Planspiel Börse ist gefährlich. So gefährlich, dass wir sogar ein Verbot von der Politik und den Gesetzgebern fordern, um die Risiken im handel mit aktien zu minimieren.

Warum wir mit dem Thema Börsenspiel so hart ins Gericht gehen? Weil diese Spiele am Sinn eines Investments (ja sogar am Sinn vernünftigen Tradings) vorbei gehen. Und weil sie immens gefährlich sind. Um das in aller Tragweite zu verstehen, müssen wir etwas tiefer graben…

Planspiel Börse – es werden immer mehr

Wer hat‘s erfunden? Weiß heute wohl niemand mehr, dass der DAX in den letzten Jahren erheblichen Einfluss auf die Börsenpsychologie hatte. Doch es gibt mittlerweile so viele Börsenspiele, dass man schnell den Überblick verliert.

Auf finanzen.net gibt es eine Übersicht über die wichtigsten deutschen Events. Hier klicken zu einer Übersicht über das Angebot.

Dort findet man auch einen Vergleich der Anbieter, die Highlights und einige allgemeine Tipps. Aber was wir dort vermissen ist, dass man dem Leser „reinen Wein“ einschenkt, wie es sprichwörtlich so schön heißt. Das man die ganze Wahrheit erzählt. Das man kritisch recherchiert. Und das man die Sinnhaftigkeit der Spiele generell in Frage stellt.

Schauen wir uns einige Fakten der Börsenspiele an, um unsere Kritik besser nachvollziehen zu können.

Gewinne und Verluste

Ziel eines jeden Börsen Engagements, egal ob als Investor oder als Trader, sind die Gewinne. Börse ist kein Hobbie. Börse ist Business. Wir wollen Geld verdienen, deswegen legen wir an oder traden. Die Gewinner der Börsenspieler gewinnen die heiße Ananas. Denn es ist ja nur Spielgeld, was, wie wir später noch sehen werden, ein ernstes Problem darstellt.

Um die Motivation dieser Wettbewerbe zu erhöhen, gibt es echte Prämien für die Gewinner. Geldprämien, Sachprämien und vieles mehr. Bedenklich. Denn das verleitet dazu, möglichst rasch (kurze Laufzeit der Börsenspiele) möglichst hohe Gewinne (zu viel Risiko einzugehen) zu machen. Beides also genau das Gegenteil, worum es bei der echten Geldanlage oder im echten Trading geht.

Geld verdienen

Zielgruppe – an wen richtet sich das Angebot?

Manche Börsenspiele, wie wir auf finanzen.net gefunden haben, richten sich explizit an Kinder und Schüler. Schön, wenn man etwas für die Finanzbildung der Jugend tun will. Weniger schön, wenn das Gelernte falsch ist oder wenn der Lerninhalt am eigentlichen Bedarf und an der Praxis vorbei geht. Noch schlimmer, wenn er komplett falsche Dinge suggeriert.

Angesprochen werden soll aber meist ein möglichst breites Publikum jeden Alters. Es wird in erster Linie um Neulinge (Neukunden) geworben. Aber angeblich – laut finanzen.net – sollten auch erfahrene Trader mitmachen. Nun – ein erfahrener Trader kann hier nur den Kopf schütteln. Kein wirklich erfahrener Trader wird hier je mitmachen.

Lerneffek? Gleich Null…

Was man bei einem Planspiel Börse lernt? Strategien für den handelstag und den langfristigen ertrag. Sicher vieles nur nicht den Börsenhandel. Auch nicht das Anlegen. Dafür sind die Spiele zum einen zu kurz, um den langfristigen ertrag beim handel mit aktien zu simulieren. Andererseits gibt es noch ein größeres Problem: es geht um nichts.

Beworben wird das bei der Sparkasse so, dass man nichts verlieren kann. Und damit lockt man Neulinge. Aber wenn es um nichts geht (außer um die Preise selbst und das spielerisch) dann wird man auch nichts lernen. Trading mit einem Paper Account lernen geht nicht. Weder bei Aktien noch bei Kryptowährungen. Denn was bei einem solchen Planspiel Börse fehlt ist der Druck.

Mit dem Druck muss aber ein Trader/Anleger umgehen lernen. Sonst wird er niemals erfolgreich sein. Diese Komponente fehlt beim Börsenspiel komplett. Papiergeld zählt nicht. Warum verlieren an der Börse Menschen manchmal ganze Existenzen, wenn sie die Grundlagen des ertrags nicht verstehen?

Weil es um echtes Geld geht. Zeit ist Geld. Zeit ist Leben. Beim Geld agiert die Herde so, als ob ihre Existenz auf dem Spiel steht. Und damit ist man mitten drin in Boom- und Crash-Phasen. Damit muss man umgehen lernen und das tut man sicher nicht in einem 2 Wochen laufenden Börsenspiel.

Börse New York

Die Welt der Börse und die Emittenten – Börse spielerisch

Letztlich geht es hier nicht darum, Wissen zu vermitteln sondern es stehen knallharte finanzielle Interesse der Emittenten von Fonds oder ETFs und Banken/Broker im Vordergrund. Meist nutzen diese Anbieter einen bekannten Medienpartner, um den Spiel eine gewisse Seriosität und Neutralität zu verleihen, die sie aber nicht haben.

Das verrät uns beispielsweise ein Börsenspiel, in dem ein Broker als Preis gratis Trades (natürlich nur für die eigenen Produkte) auslobt. Hier geht es also, wie bei vielen anderen solcher Spiele, bloß darum, Neukunden unter dem Deckmantel der Ausbildung zu gewinnen und Leute zum häufigen Traden zu verleiten.

Häufig Traden per se ist nicht schlecht, aber häufig Traden kann man nur mit Plan. Und mit günstigen Gebühren beim Wertpapierhandel. Zu beiden haben die meisten Teilnehmer der Börsenspiele keinen Zugriff, wie wir später noch sehen werden.

Die Regeln des Wettbewerbs – das Wertpapier Depot 2026 spielerisch 

Was ist der Sinn des Ganzen? Lernen zu investieren? Aus 10.000 100.000 machen? Lernen zu traden? Oder nur Geld verdienen und dabei zocken ohne Ende? Wir wissen es nicht.

Denn die Regeln der meist nur kurz laufenden Spiele sind grundverschieden. Und sie machen überhaupt keinen Sinn. Ein paar Beispiele gefällig?

Laufzeit

So finden wir ebenso in dem bereits verlinkten finanzen.net Artikel den Hinweis, dass ein solches Spiel von August bis Ende September läuft und dabei auch den handelstag berücksichtigt. Wow! Knappe 2 Monate. Das ist sowohl für Anleger als auch Trader viel zu kurz. Was sagen denn 2 Monate aus? Nichts. Börse spielerisch zu erlernen – bei so wenigen Transaktionen. Das klappt so nicht.

Ein anderes Börsenspiel der Societe Generale läuft von 3. August bis 7. September. Noch einmal wow. Das sind grob geschätzt 6 Wochen. Hopp oder Tropp. Börsensimulation spielerisch und ohne Risiko lernen? Spielrunde um Spielrunde beim Börsenspiel Trader mitmachen und den Depotgesamtwert steigern. Fehlanzeige.

So kann man hier nicht gewinnen. Wie die Sache ausgeht ist also reines Glück. Zum einen, ob man ein glückliches Händchen beim Timing hat. Zum anderen, ob man gerade eine gute oder schlechte Börsenphase erwischt.

Fragen für Beginner

Produktauswahl

Aktien sind einfache Finanzprodukte. Unter einer Aktie kann sich jeder etwas vorstellen. Auch die in diesen Spielen anvisierten Beginner. Aber was ist ein Derivat? Was ist ein Optionsschein? Was ein Future? Ein Finanzinstrument, das im handel mit aktien und für den ertrag von Bedeutung ist. Und warum darf man bei manchen Börsenspielen ausschließlich Derivate handeln, die vom jeweiligen Mit-Veranstalter (Emittent) ausgegeben wurden? Natürlich ist die Frage rhetorisch…

Warum nimmt man wenigsten nicht nur börsengehandelte Produkte? Richtig: weil der Emittent dann deutlich weniger bis gar nichts verdient.

Die Mindesthaltedauer

Zum Beispiel hat auch die FAZ, eine an sich hochseriöse Zeitung, ein solches Börsenspiel laufen. Zur Mindestbehaltedauer sagt man beispielsweise dort: „Für den nachhaltigkeitsertrag ist eine längere Haltedauer empfehlenswert.“ “Kurse von Wertpapieren können aufgrund von börsenrechtlichen Bestimmungen an unterschiedlichen Börsen unterschiedliche Verzögerungszeiten aufweisen. Dies kann zu Wettbewerbsverzerrungen im Börsenspiel führen. Daher müssen Papiere nach einem Kauf mindestens 60 Minuten gehalten werden, bevor sie wieder verkauft werden können.”

Niemand kann wohl sinnvoll die Frage beantworten, warum die Mindesthaltedauer 60 Minuten beträgt. Will man so Daytrader „züchten“. Will man Laien in Trading Techniken ausbilden? Wo ist eigentlich die Ausbildung dazu? Wo zeigt man Backtesting? Wo ist der Hinweis zu ernsthaftem Trading?

Wir vermuten, dass es seitens der FAZ und oder dem Spiele Partner hier technische Beschränkungen gibt, die diese 60 Minuten für das Reporting erforderlich machen. Sinn macht es keinen, hier eine Beschränkung einzuführen. Denn wenn ich ein Signal trade, dann muss ich Ein- und Aussteigen, wann es vom Trading System vorgegeben wird. Und nicht von der FAZ.

Diese Bestimmung ist also lächerlich und schränkt den Daytrader massiv ein. Für den Investor ist sie nicht von Belang, weil er ohnehin länger positioniert bleibt. Meist länger, als das Börsenspiel läuft (oder laufen würde), aber das ist ein Kritikpunkt, den wir schon öfters hatten.

Aktien kaufen auf Kredit

Spesen & Kosten

Börsenspiele sind meist gratis, aber die Teilnahme an der planspiels börse 2025 könnte auch attraktive preise bieten. So auch an der Börse Stuttgart. Zumindest war das 2025 so. Und 2026 wird es wieder genau so sein. Aber an der Börse zu handeln, kostet Geld. Sicher gibt es heute gratis Broker. Aber auch die müssen von irgend etwas leben. Doch lassen wir das gratis beiseite.

Es ist in Ordnung, wenn man für die Dienstleistung des Brokers bezahlt. Zum Beispiel 1 oder 2 USD pro Aktien Order. Oder wenn es nicht anders geht 4 EUR für eine Xetra Order. Aber die Gebühren – wieder die FAZ – dieses Börsenspiel schießen den sprichwörtlichen Vogel ab:

Bildquelle: FAZ – Quelle: Link hier

10 Euro (!!!) pro Trade. Damit ist jedes Trading System tot. Vielleicht will man damit zu häufiges Tradern unterbinden. Schön, aber warum dann nicht eine Mindestbehaltedauer von zumindest einem Tag (statt 60 Minuten). Wir drehen uns im Kreis…

Positionsgröße

Eine Börsenstrategie besteht immer aus mindestens 4 Kernelementen:

  1. Einstieg in das planspiel-börse-app kann eine spannende Möglichkeit sein, um die Börsenwelt zu entdecken.
  2. Ausstieg
  3. Positionsgröße
  4. Underlying

Die Reihenfolge tut nichts zur Sache, aber sowohl als Trader als auch als Investor muss ich immer wissen, was ich kaufe, wann ich kaufe und verkaufe und wie viel ich kaufe.

Die Auswahl der Positionsgröße hängt dabei einerseits von meinem Kapital ab, andererseits aber von meinem Risikomanagement. Unser bereits mehrmals zitiertes FAZ Börsenspiel hat hier folgende Regel:

100 Aktien sind oft ein Ziel, das Teilnehmer im planspiels börse 2025 anstreben. Wow. Das schafft vielleicht ein professioneller Fondsmanager? Aber ein Privatanleger? Auch ein Trader wird wohl niemals die 100 ausschöpfen. Warum hier also eine Obergrenze, die ohnehin Makulatur ist? Warum bis 100 Positionen erlauben, wenn 100 x 10 Ordergebühr schon EUR 1000 ausmacht? Für den Verkauf dann nochmals so viel. Sind 2k – bei einem 50k Account…

Aber das ist noch nicht der ganze Unsinn. Wenn wir das Depot mit etwas über 50k (siehe oben) starten, die Position Size maximal 10k betragen darf, dann ist das ein erneuter Eingriff in das Risikomanagement. 

Natürlich sind Trading und Investment Strategien riskant, wenn wir weniger als 5 Positionen offen haben. Aber die Entscheidung sollte der Spieler (pardon: Anleger…) treffen und nicht der Spiele-Ausrichter. Und so könnten wir endlos weitermachen.

Aktien für Sportwetten

Fazit Börsenspiel – Börsenwissen in einer Spielrunde?

 Börsenwettbewerbe aller Art mit Aktien oder Indizes sind uns schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Wir haben dafür vollstes Verständnis, dass auch Finanzunternehmen Neukunden gewinnen wollen. Jedes Unternehmen muss Neukunden gewinnen. Auch wir bei thomasvittner.com. Aber nicht so! Nicht über den Deckmantel eines Börsenspiels. Nicht damit, dass man Wissensvermittlung vorgaukelt.

Wir kommen aus dem Bereich Vermögensverwaltung/Vermögensberatung. Wir wissen um die Strenge der Gesetze und Auflagen im Finanzbereich. In der Geldanlage gibt es Disclaimer und Risikohinweise an allen Ecken und Enden. Gut gemeint ist das sicher, weil es den Anleger schützen soll. Ob es in der Praxis funktioniert, können wir nicht beurteilen.

Was sicher nicht funktioniert und auch nicht dem Schutz des Anlegers dient sind Börsenspiele. Zumindest nicht im Hinblick darauf, damit das Traden oder das Anlegen zu lernen. Warum man hier seitens des Gesetzgebers wegsieht, entzieht sich unserer Kenntnis.

Finger weg von Börsenspielen. Börse ist kein Spiel und kein Sprint. Beides trifft aber auf ein Börsenspiel zu. Investieren lernen soll man durchaus in jungen Jahren. Aber vernünftig. Am besten in einem Schulfach „Finanzbildung“, das auch den handel mit aktien und den nachhaltigkeitsertrag behandelt. Warum es das nicht gibt, wissen wir nicht, aber wir ahnen es.

Wenn sie hingegen vernünftig traden oder anlegen lernen wollen, dürfen wir ihnen unseren kostenlosen Einsteigerkurs ans Herz legen. Lernen sie die Grundlagen des professionellen Tradens bequem von Zuhause aus und melden sie sich gleich hier unterhalb gratis an.

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