stopploss backtesten

Das Aktie Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Test 2026: Kennzahl für Anleger berechnen

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV ist eine der bekanntesten und am häufigsten verwendeten Kennzahlen, wenn es darum geht, Aktien zu analysieren und deren Wert einzuschätzen.

Es ist ein einfacher Indikator, der hilft, den aktuellen Kurs einer Aktie im Verhältnis zu den Gewinnen je Aktie des Unternehmens zu bewerten. Schauen wir uns an, was das KGV genau ist und wie es funktioniert und machen wir zum Abschluss einen Test, wie gut das KGV funktioniert.

Was ist das KGV, Kurs-Gewinn-Verhältnis?

Das KGV steht für Kurs-Gewinn-Verhältnis und wird berechnet, indem man den aktuellen Aktienkurs eines Unternehmens durch den Gewinn pro Aktie (englisch: Earnings per Share, EPS) teilt. Die Formel zur Berechnung des KGV lautet:

Aktienkurs/Gewinn je Aktie ist eine grundlegende Berechnung zur Bewertung von Aktien.

Angenommen, eine Aktie kostet 50 Euro und das Unternehmen hat einen Gewinn pro Aktie von 5 Euro erzielt, dann beträgt das KGV:

KGV = 50/5=10

Das bedeutet, dass Anleger bereit sind, das 10-fache des jährlichen Gewinns je Aktie zu zahlen, um diese Aktie zu kaufen, was die Bewertung beeinflusst.

Was sagt die Kennzahl KGV aus?

Das KGV gibt an, wie teuer oder günstig eine Aktie im Vergleich zu den Gewinnen des Unternehmens ist. Ein hohes KGV deutet darauf hin, dass Anleger hohe Erwartungen an zukünftige Gewinne haben, während ein niedriges KGV darauf hindeuten könnte, dass die Aktie unterbewertet ist oder die Erwartungen an die zukünftigen Gewinne niedriger sind.

Hohes KGV

Wenn eine Aktie ein hohes KGV hat (z. B. 30 oder mehr), erwarten Anleger, dass das Unternehmen in der Zukunft stark wächst und höhere Gewinne erzielt, was einen wichtigen Faktor für die Bewertung darstellt. Dies ist oft bei Technologieunternehmen oder jungen, schnell wachsenden Firmen der Fall.

Niedriges KGV

Ein niedriges KGV (z. B. unter 10) könnte bedeuten, dass die Aktie unterbewertet ist oder das Unternehmen in einer schwierigen Lage steckt. Es kann aber auch einfach ein Zeichen dafür sein, dass das Unternehmen stabil ist, aber kein hohes Wachstum mehr erwartet wird.

Wie sinnvoll ist es das KGV an der Börse zu berechnen?

Das KGV ist besonders nützlich, wenn man Aktien innerhalb derselben Branche vergleicht. Unterschiedliche Branchen haben unterschiedliche typische KGV-Werte. Beispielsweise haben Technologieunternehmen oft höhere KGVs, da sie als wachstumsstark gelten, während Versorgungsunternehmen (wie Energie- oder Wasseranbieter) oft niedrigere KGVs haben, da ihr Geschäft stabil, aber wenig wachstumsintensiv ist.

Doch Generell ist, wie wir später noch sehen werden, das KGV als alleinige Kennzahl mit Vorsicht zu genießen.

Grenzen des Aktie KGV

Das KGV hat jedoch auch seine Schwächen, wie wir noch sehen werden. Es sollte daher niemals isoliert betrachtet werden, da es nicht immer die ganze Wahrheit über eine Aktie oder ein Unternehmen aussagt, was Analysten oft betonen. Hier sind einige Einschränkungen:

  1. Gewinnschwankungen. Wenn ein Unternehmen vorübergehend niedrige Gewinne hat, kann das KGV künstlich hoch erscheinen, obwohl das Unternehmen solide ist.
  2. Verlustjahre. Bei Unternehmen, die Verluste machen, ist das KGV nicht anwendbar, da der Gewinn pro Aktie negativ ist.
  3. Unterschiedliche Branchen. Das KGV variiert stark zwischen Branchen, sodass ein Vergleich über Branchen hinweg wenig aussagekräftig ist, insbesondere wenn man den Faktor KBV einbezieht.

Hier ist die Erweiterung deines KGV-Artikels um drei strategische H2-Sektionen. Der Fokus liegt auf der quantitativen Validierung und der Abgrenzung zwischen klassischer Fundamentalanalyse und moderner Portfolio-Modellierung, um die “Nerd-Trader” direkt abzuholen.

Fundamentalanalyse: Die richtige KGV Interpretation im Investmentprozess

In der klassischen Fundamentalanalyse gilt das Kurs-Gewinn-Verhältnis oft als das Maß aller Dinge, um zu bestimmen, ob einzelne Aktien teuer oder günstig sind. Doch Vorsicht: Die bloße Interpretation des KGV führt ohne Kontext oft in die Irre. Um das KGV berechnen zu können, setzen wir das Verhältnis zwischen dem aktuellen Börsenkurs und dem Gewinn (Earnings) ins Verhältnis. Dabei ist die Datenqualität entscheidend: Nutzen wir das Trailing KGV (basierend auf dem letzten Geschäftsjahr) oder das Forward KGV (basierend auf dem erwarteten Gewinnwachstum)?

Innerhalb eines professionellen Investmentprozess reicht es nicht aus, nur auf ein niedriges KGV zu schielen. Die Bewertung von Aktien erfordert den Blick auf den Gewinn je Aktie im historischen Vergleich und die Gewinne der letzten Quartale. Ein hohes KGV bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Aktie überbewertet ist – oft spiegelt es lediglich ein hohes erwartetes Wachstum wider. Erst das Screening und die Interpretation im Branchenkontext geben der Kennzahl echte Aussagekraft.

Kurs-Buchwert-Verhältnis und Cashflow: Schutz vor der Value Trap

Wer sein Geld in Aktien anlegt, sucht Sicherheit durch Substanz. Hier kommt das Kurs-Buchwert-Verhältnis ins Spiel. Während das KGV den Ertrag bewertet, betrachtet das KBW den Buchwert des Unternehmen. Doch Vorsicht bei Aktien mit einem niedrigen KGV: Oft schnappt hier die Value Trap zu. Eine Aktie erscheint günstig bewertet, weil der Markt bereits fundamentale Probleme eingepreist hat, die in den Daten der Vergangenheit noch nicht sichtbar sind.

Ein echter Quant-Check nutzt daher den Cashflow zur Validierung. In unserem Portfolio 123 Ranking zeigt sich immer wieder: Nur wenn der Unternehmensgewinn durch echten Cashflow gedeckt ist, ist die Statistik auf deiner Seite. Ein KGV als günstig einzustufen, nur weil es unter einem KGV von 20 liegt, ist ein Anfängerfehler. Wir nutzen Börsenkennzahlen im Verbund, um den Alpha-Faktor zu isolieren und das Risiko nach einem Abzug von Einmaleffekten sauber zu kalkulieren.

Aktienmarkt-Check: Hohes oder niedriges KGV für maximale Rendite?

Die entscheidende Frage am Aktienmarkt lautet: Liefert eine Strategie basierend auf Aktien mit niedrigem KGV eine dauerhafte Outperformance? Ein Backtest über mehrere Jahrzehnte zeigt eine klare statistische Signifikanz: Aktien mit einem hohen KGV hinken langfristig oft hinterher, während Aktien mit niedrigem KGV (Value Investing) häufig eine höhere Aktienrendite erzielen. Aber: Das gilt nur relativ zum Gesamtmarkt.

Desto günstiger die Aktie im Vergleich zum Marktschnitt erscheint, desto höher ist oft die Dividendenrendite. Doch eine hohe Dividende darf nicht über mangelndes Wachstum hinwegtäuschen. Wir suchen nicht einfach nach niedrigem KGV, sondern nach der optimalen Gewinnrendite. In der Finanzanalyse ist die Marktkapitalisierung dabei ein wichtiger Filter: Bei Small Caps hat das KGV oft eine höhere Prognosekraft als bei Mega Caps. Ziel ist es, Aktien und Unternehmen so zu filtern, dass die Rendite nicht durch kurzfristige Hypes, sondern durch belegbare Kennzahlen zur Bewertung getrieben wird.

Erstes Fazit beim KGV berechnen

Das KGV ist ein nützliches Werkzeug, um eine Aktie zu bewerten, aber es ist kein Allheilmittel und sollte zusammen mit anderen Kennzahlen wie dem Kurs-Umsatz-Verhältnis betrachtet werden. Es sollte immer zusammen mit anderen Kennzahlen und in einem breiteren Kontext betrachtet werden.

Für Anleger ist es wichtig, das KGV zu verstehen, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Ein niedriger Wert kann ein Schnäppchen bedeuten – oder auf Probleme hindeuten. Ein hoher Wert kann auf Wachstumspotenzial hinweisen – oder auf eine Überbewertung. Es kommt auf die Details der Bewertung an.

Das KGV im Praxis Test für Anleger (Interpretation, Aussagekraft, Berechnung)

Haben sie sich schon mal gefragt, ob es überhaupt sinnvoll ist, Aktien nach KGV auszuwählen? Denn nur weil etwas von vielen gemacht wird bedeutet das ja nicht automatisch, dass das ein guter Plan ist. Unterziehen wir das Kurs Gewinn Verhältnis also einem Praxistest.

Gehen wir davon aus, dass ein KGV von kleiner 20 als günstig und ein KGV über 20 als teuer gilt.

Und diese beiden Teilgruppen haben wir isoliert untersucht, was man backtesten nennt.

Zuerst sehen wir den Backtest über die letzten10 Jahre mit den billigen Aktien. Wie wir an den Kennzahlen und der Grafik sehen – wir machen zwar Gewinne aber wir hinken der Rendite des Index hinterher.

10% pro Jahr Gewinn mit den billigen Aktien, während der Gesamtmarkt mehr als 13% pA macht. Wir lassen also Geld liegen. Oder anders gesagt: wir können uns die Mühe sparen und legen unser Geld besser passiv in den Gesamtmarkt an.

Backtest Report mit Portfolio 123 mit KGV Analyse - wir kaufen günstiges KGV

Blaue Kurve = Gesamtmarkt SaP 500

Rote Kurve = Unser Handelssystem mit den billigen Aktien KGV < 20

Als nächstes sehen wir den Backtest über den gleichen Zeitraum mit Aktien, deren KGV größer 20 ist, und vergleichen die Ergebnisse mit dem Kurs-Umsatz-Verhältnis. Wir sind nun besser, schlagen aber erneut nicht den Markt. Die Rendite liegt bei 11,62% – bei den bereits erwähnten 13% des Gesamtmarktes. Aber ein höheres KGV ist besser als ein niedriges. Interessant, oder?

Backtest Report mit Portfolio 123 mit KGV Analyse - wir kaufen hohes KGV

Blaue Kurve = Gesamtmarkt SaP 500

Rote Kurve = Unser Handelssystem mit den teuren Aktien KGV > 20

Während gefühlt die halbe Welt in vermeintlich billige Aktien investiert, in dem Glauben, dass das besser ist, zeigen erste einfache Tests, dass es eben nicht so einfach ist, wenn man die historischen Ergebnisse betrachtet. Natürlich ist diese simple Analyse nicht erschöpfend, aber es ist hier ja ein einfacher Blog Beitrag der sie sensibilisieren soll.

Es geht darum, die Investments analytisch zu betrachten und die Berechnung verschiedener Kennzahlen zu berücksichtigen. Und es geht darum, skeptisch zu sein und nicht alles zu glauben, was irgendwo geschrieben steht. Das nämlich Aktien billig sein müssen damit sie als Investment interessant sind.

Was zählt ist weniger der Preis sondern das Preis/Leistungsverhältnis. Ein niedriges KGV alleine ist jedenfalls keine Garantie für ein Schnäppchen. Wenn sie mehr über erfolgreiches Investieren lernen wollen und wie man Kennzahlen basierend auf Fakten bewertet, dann melden sie sich hier für unseren kostenlosen Aktie der Woche Newsletter an.

AKTIE DER WOCHE

Aktie der Woche: Deep Dive, Growth Score und KI Risiko

Schluss mit dem Raten. Hol dir die Statistik & dein wöchentliches Investment Update in dein Postfach

Aktie der Woche: Deep Dive, Growth Score und KI Risiko

Inkl. Zugang zur 1.000-Worte-Masterclass

DIE NEUE MASTERCLASS