Exits und mehr (Teil 2 “SOS”)

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In Teil 1 beschäftigten wir uns noch nicht mit den Exits. Vielmehr erfuhren wir einige wichtige Infos über Aktien Systeme allgemein und wie man diese sinnvoll zusammenstellt. Nun sprechen wir darüber, wie man Börsengeschäfte wieder beendet, was man im Trading Fachjargon Exits nennt. Die Antwort darauf ist sehr einfach und sie fällt anders aus, als oft in der Börsenliteratur beschrieben. Denn raus geht man grundsätzlich dann, wenn das Einstiegssignal seine Wirkung verliert. Was das im Detail für den Exit bedeutet, besprechen wir in den folgenden Absätzen.

Wann erfolgt der Exit?

Sobald sie in einem Börsengeschäft länger drin bleiben als nötig, handeln sie nicht mehr das Signal sondern nehmen einfach die Marktbewegung mit. Das widerspricht der manchmal getätigten Aussage, dass man auch mit zufällig gewählten Einstiegssignalen erfolgreich sein kann. Natürlich kann man das, aber dann verschenkt man den einzigen Vorteil, den man an der Börse hat. Einen aus statistischer Sicht gut gewählten Einstieg. Denn der Einstieg ist das A&O im statistischen Trading. Nur so kann ich mir einen Vorteil sichern. Nur so kann ich wirklich nachhaltige Profite aus den Märkten holen.

Bleibe ich zu lange positioniert und versäume ich die Exits, reite ich ein totes Pferd, wo man in so einem Fall doch besser vom Pferd absteigt.

Der nächste Gedanken im Zusammenhang mit einem Handelssystem hat nicht direkt mit dem Exit oder einem System of Systems (SOS) zu tun, ist aber wichtig für das Verstehen der Zusammenhänge – des großen Ganzen. Reversionssysteme wie die von moomoc sind generell in den Aktienmärkten am performantesten. Aber sie sind auch am volatilsten. Daher macht es schon Sinn, die Schwankungen zu minimieren. Das geht aber nicht über den Exit sondern hier gibt es andere Methoden. Sei es über Hedging, sei es über Faktorenanalysen (sehr komplex), mit Hochpassfiltern oder eben, und jetzt kommen wir zurück zu einem SOS: über Beimischung von stabilisierenden Ansätzen. Das können Short Systeme sein (schwierig bei Aktien) oder einfach Break Out Ansätze (etwas einfacher bei Aktien). Natürlich hinken diese Break Outs in Sachen Performance den Reversionssystemen hinterher.

Noch mehr Performance braucht man nicht

Aber wenn sie gute Reversionsmodelle haben, brauchen Sie nicht noch mehr Performance. Sie brauchen weniger Vola und etwas, was Ihre Equity Kurve glättet. Gut geeignet sind dafür eben Breakt Out Ansätze. Trendfolge Modelle sollte man in der Entwicklung weiter hinten anstellen. Die funktionieren nämlich – zumindest bei US Aktien – mehr schlecht als recht. Sie binden also unnötig Kapital, dass in anderen Strategien (weil performanter) besser aufgehoben wäre.

Bei der Zusammenstellung eines SOS müssen wir auf noch etwas achten. Nämlich darauf, dass sich die Modelle sinnvoll ergänzen und sich nicht gegenseitig Geld (und damit Exposure) wegnehmen. Es bringt ja nichts, wenn das Stopp System dem Reversions System ständig Exposure wegnimmt, wenn es weniger performant ist. Die Lösung liegt zum einen in einer System-Priorisierung innerhalb eines SOS. Natürlich erledigt sich das Problem der Priorisierung an vielen Tagen ohnehin von selbst. Denn in der Theorie sollte das Stopp System genau dann gehäuft anschlagen, wenn das Reversions System gerade wenig Signale bekommen. Denn die Grundausrichtung ist grundverschieden. Leider klappt das aber nicht immer und daher wäre es gut, das Stopp System als „Lückenfüller“ dazuzuschalten und die Vola des Reversionssystems mit einem Faktoren Modell bzw. mit einem Hedge in den Griff zu bekommen.

Die Kontogröße

Natürlich hängt die optimale Zusammensetzung eines SOS auch von der Kontogröße ab. Es wird wenig Sinn machen, bei einem Konto von 30k oder 40k zehn oder mehr Modelle einzusetzen. Denn die Position Size wäre zu klein und die Transaktionskosten zu hoch. Daher wird ein SOS bei kleinen privaten Trading Konten immer nur eingeschränkt zur Anwendung kommen können, wohingegen man sich bei großen Konten so richtig austoben kann, denn die höhere Kapitalausstattung erlaubt auch mehrere Trades gleichzeitig. Was letztlich nicht mehr Rendite aber jedenfalls weniger Schwankung bedeutet.

Fazit

Setzen Sie wenn möglich nicht alles auf eine Karte. Das sagt einem aber ohnehin schon der Hausverstand. Die Zusammenstellung eines guten SOS hat dann zwar in der Praxis leider wenig mit Hausverstand denn mehr mit Statistik zu tun, ist aber enorm wichtig, um langfristig erfolgreich zu sein. Denn auch wenn sie ein gutes System mit guten Entrys und guten Exits haben, ist die Frage, ob, wenn es einer bestimmten Grundausrichtung (wie zum Beispiel Reversion) angehört, sie die Vola (Schwankung) nicht zur Aufgabe zwingen wird. Nicht weil Ihnen das Geld ausgeht, sondern weil sie die Nerven verlieren. Dies zeigt, dass eben nicht nur Wissen und Geld für erfolgreiches Trading wichtig sind. Ein gutes SOS zusammenzustellen, ist jedenfalls nicht einfach. Aber es lohnt die Mühe allemal.

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