Market Timing

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Market Timing ist, glaubt man einigen Anhängern von Buy & Hold, die Suche nach dem perfekten Börsengeschäft. Doch das ist leider falsch dargestellt – wie so vieles, was man über den aktiven Börsenhandel immer wieder liest. Sehen wir weiter.

Market Timing – absichtliche Falschinformationen?

Market Timing wird von vielen Fachleuten, darunter einigen Nobelpreisträgern, kritisch betrachtet. Niemand kennt die Zukunft. Niemand kann den idealen Kaufzeitpunkt einer Aktie ermitteln. Und wenn es dann doch passiert, hat man einfach Glück gehabt. Und weil dieses Market Timing nun eben nicht funktionieren kann, ist die einzige Alternative Buy & Hold. Untermauert wird diese Aussage gerne mit ein paar Statistiken, beschworen wird dabei die Geduld des Anlegers, auch schlechte Zeiten mit Buy & Hold auszusitzen, mit der Hoffnung oder dem Versprechen, das darauf hin wieder gute Zeiten folgen werden.

Doch hier werden (bewusst?) Äpfel mit Birnen vermischt, denn es wäre interessant zu erfahren, wie viele Börsengeschäfte diese Nobelpreisträger selbst gemacht haben, die so etwas über Market Timing behaupten. Die Zukunft kennt niemand, das ist unbestritten. Doch den idealen Kauf- und Verkaufszeitpunkt gibt es, wenn man es richtig macht, was zugegeben schwierig aber eben nicht unmöglich ist.

Market Timing im täglichen Handel

Aus der Praxis wissen wir: Market Timing funktioniert, wenn man es richtig anwendet und es richtig versteht. Wobei verstehen vor anwenden kommt. Womit wir nun aber so oder so bei statistischen Handelsmodellen angelangt wären. Wir kennen sehr wohl den idealen Einstiegszeitpunkt bei einer Aktie – aber eben nur aus statistischer Sicht. Das bedeutet, dass es ein typisches Marktverhalten gibt, das man nutzen kann. Das bedeutet weiterhin, dass es Übertreibungen und Muster gibt, die man aus einem großen Datenuniversum herausfiltern kann. Ebenso wissen wir den aus statistischer Sicht besten Verkaufszeitpunkt. Der ist aber keineswegs immer optimal. Oft verkaufen wir zu früh – oder zu spät. Aber darum geht es auch nicht, denn der von Kritikern so oft beschworene Einzelfall ist eben nicht relevant. Vielmehr ist das, was wir tun, unter dem Strich (also aus statistischer Sicht) genau so wie wir es tun am besten.

Market Timing wird fälschlicherweise gerne als etwas hingestellt, das mit Kaffeesudleserei zu tun hat. Sicher – wenn man es bewusst falsch darstellt, um sein eigenes, anderes Vorgehen besser aussehen zu lassen, ist das sogar nachvollziehbar. Doch damit ist es aber noch lange nicht korrekt. Es täuscht ebenso nicht darüber hinweg, dass Buy & Hold seine Tücken hat und für die meisten Anleger nicht geeignet ist. Darüber sprechen wir im nächsten Beitrag.

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