Online Trading lernen – Über Trading Signale, Exits, Haltedauern uvm.

Trading lernen

Wie kann man online Trading lernen? Um in das Fachgebiet einarbeiten zu können, gibt es, wie wir aus anderen Beiträgen dieses Blogs bereits wissen, viele Wege, den Status eine echten Profis zu erlangen. 

In diesem Artikel besprechen wir nun wichtige Kernsegmente des Tradings, um die wesentlichen Eckpunkte dieses Geschäfts herauszuarbeiten und dabei zu verinnerlichen.

Was ist Trading?

Zunächst müssen wir uns darüber unterhalten, was ein Trade eigentlich tut. Eine gute Definition für Trading lautet:

Trading ist das kurzfristige Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren, mit dem Ziel, die Kursschwankungen zu nutzen.

Mit dieser Definition grenzen wir den Trader ganz klar vom Anleger ab. Und dafür verantwortlich ist vor allem das Wort „kurzfristig“, dass nun aber noch einer genaueren Definition bedarf.

Was ist kurzfristiges Trading?

Genau genommen ist es gar nicht einfach, kurz von lang an der Börse zu unterscheiden. Denn was wäre langfristig? Ein Leben lang? Mehrere Jahre oder Monate? Wir denken, dass eine Trennung von Kurz- oder Langfristig eine individuelle Angelegenheit ist. 

Was für den einen eine Ewigkeit ist, ist für den anderen eine mittelfristige Periode. Einigen wir uns daher auf kurzfristig für alles, was einer Behaltedauer von weniger als einem Jahr entspricht.

Kurzfristiges Traden

Wie auch immer gibt es noch weitere Unterschiede zwischen einem Trader und einem Investor. 

Die werden vor allem dann offensichtlich, wenn wir uns ansehen, wie ein Investor seine Anlagen wählt.

Wie agiert ein Investor (Anleger)?

Investoren sind auf der Suche nach lohnenden Langzeit Investments. Das können bestimmte Anlageklassen sein, auf die man sich spezialisiert. Beispielsweise gibt es Anleger, die sich mit Rohstoffen gut auskennen und Gold oder Öl Finanz-Produkte kaufen, wenn die Preise gerade attraktiv erscheinen. Andere spekulieren wiederum auf bestimmte Unternehmen.

Es gibt so viele Anlagestile, dass man hier nicht alle aufzählen könnte. Doch neben der zeitlichen Komponente einer längeren Anlagedauer haben all diese Anlagestile eines gemein: man achtet auf den aktuellen Wert oder auf den zukünftigen Wert eines Investments

Man beschäftigt sich also in irgend einer Form mit Fundamentaldaten, sei es über Bilanzanalyse oder über eine Bewertung der allgemeinen Zukunftsaussichten einer Firma oder eines ganzen Sektors.

Wie agiert ein Trader

Ein echter Trader der achtet nur auf die Schwankungen einer Aktie. Bleiben wir bei dieser Anlageklasse, da sie einfach zu verstehen ist. Einen Trader interessieren die dahinter stehenden Unternehmen aus fundamentaler Sicht nicht. Ihn interessiert auch das Management nicht. Er will die täglichen Schwankungen zu seinem Vorteil nutzen.

Trader suchen Volatilität

Ein anderes Wort für Schwankung ist Volatilität. Trader brauchen diese Volatilität, um Gewinne zu machen. Würde sich eine Aktie nicht oder kaum bewegen, kann man damit kurzfristig auch kein Geld verdienen. Wie findet man nun Aktien, die dafür in Frage kommen?

Bevor wir diese Frage beantworten, müssen wir noch einen weiteren Begriff erklären. Nämlich den des Einstiegssignal, von dem Sie vielleicht schon gehört haben. Was ist ein Einstiegssignal, was löst es aus und wie geht es weiter, wenn ein Signal aufgepoppt ist?

Was ist ein Einstiegssignal?

Wenn wir heute online traden, brauchen wir einen Auslöser, um einen Trade zu starten. Ein Auslöser ist nur ein anderes Wort für Signal. Im englischen spricht man auch von einem Trigger und letztlich bedeuten alle Begriffe das gleiche. Sie sind eine Gelegenheit, um ein Börsengeschäft (= Trade) zu beginnen.

Und dieser Beginn wird auch Einstieg (oder englisch Entry) genannt. Ein Trading Signal ist also auch ein Entry Signal und nun gehen wir weiter im Kontext und überlegen, was bei einem Signal eigentlich geschieht, wie wir an Signale rankommen und was ein gutes Signal überhaupt ausmacht.

Was passiert bei einem Einstiegssignal?

Eine berechtigte Frage, der auch leider fortgeschrittene Trader viel zu wenig Beachtung schenken.

Bei dieser Fragestellung geht es nun weniger um den genauen Auslöser. Denn der Trigger kann ein Indikator sein, der anschlägt (Kurs steig über seinen 200 Tages SMA), eine bestimmte Preisbewegung (Ausbruch auf 10 Tages Hoch) oder eine saisonaler Effekt (Sell in May). Bleiben wir daher absichtlich schwammig bei der Art des Triggers und halten wir fest: ein Signal entsteht dann, wenn irgendetwas interessantes passiert.

Dabei ist aber das Wort „interessant“ sehr wichtig (interessant). Denn natürlich kann und soll man nicht willkürlich traden und Positionen aus einer Laune heraus starten. Ein Signal verdient also nur dann als solchen bezeichnet zu werden, wenn danach etwas geschieht, das ich zu meinem Vorteil nutzen kann.

Wenn es sich also lohnt. Und wie weiß man, ob es sich lohnt? In dem man ähnliche Signale in der Vergangenheit bereits analysiert hat, und weiß, dass sie sich geloht haben. Funktioniert die Konstellation, die zu Signal X führt also öfter, dann zahlt es sich vermutlich aus, sich auch dieses mal danach zu richten.

Anmerkung: dieser letzte Absatz war bewusst so einfach wie möglich gehalten.

Und was passiert wenn ich das Einstiegssignal genutzt habe?

Wenn das Einstiegssignal genutzt wurde, hat man – offensichtlich – einen Einstieg (Entry) gemacht und damit einen Trade laufen. 

Obwohl man sich vor dem Einstieg genau genommen noch darüber Gedanken machen sollte, wie viele Aktien man überhaupt kaufen will (nicht nur das Timing entscheidet im Trading sondern auch die Quantität) wird man nun vermutlich einige Anschluss Fragen auf der Zunge haben, sobald man positioniert ist:

technische analyse aktien
  • Wann verkaufe ich wieder?

  • Verkaufe ich alles auf einmal oder in mehreren Tranchen?

  • Wie sichere ich den Trade ab, wenn er sich nicht so entwickelt wie geplant?

  • Kann oder soll ich noch mehr Trades machen?

Das alles sind wichtige Fragen, die wir beizeiten auch beantworten werden. Bleiben wir aber hier noch bei den Einstiegssignalen oder genauer gesagt bei der Frage, wie man gute an Signale herankommt.

Wie findet man gute Aktien

Wie finde ich im online Trading Einstiegssignale?

Vermutlich gibt es dazu mehrere Möglichkeiten. In Folge wollen wir drei davon präsentieren. Vorab sei erwähnt, dass (echtes) Trading heute zu 100% online ausgeführt wird. Uns ist kein Trader bekannt, der seine Signale offline generiert.

Manuelle Chartanalyse

In diesem Fall hat der Trader in seiner Broker Handelsplattform oder in seiner Charting Software verschiedene Charts oder Templates abgespeichert. Diese ermöglichen es ihm, rasch visuell nach guten Gelegenheiten (=Signalen) Ausschau zu halten.

Nutzung eines Online Screeners

Im Internet gibt es zahlreiche Aktien Screener wie finviz.com, zacks.com oder den Aktien Screener von Yahoo, die es ermöglichen, Aktien nach gewissen Kriterien rasch und einfach auszuwählen. 

Möchte ein Trade beispielsweise Aktien traden, die über dem 200 Tages Durchschnitt sind, bietet ihm der Screener von finviz.com diese Werte auf dem Silbertablett.

Quantitative Analyse (Backtesting)

Fortgeschrittene Trader nutzen Backtesting Programme, die einerseits dazu dienen, Trading Regeln auf deren Plausibilität zu überprüfen. Diese Programme kann man aber auch für das tägliche Trading benutzen, in dem die aktuellen Trading Signale auswerfen.

Darüber hinaus kann man oftmals aus diesen Plattformen heraus auch direkt traden. Entweder, im dem die entsprechenden Schnittstellen zu Broker Plattformen genutzt werden. 

Oder, in dem der Broker selbst die Backtesting Software in die Handelsplattform einbettet und damit eine (Teil)Automatisierung des Handels zulässt.

Was haben Trading lernen und Diäten gemeinsam und welche Schwerpunkt muss ein Trading Anfänger setzen, um ein Profi Trader zu werden? Hier finden Sie noch einen umfassenden Fachartikel über die Frage, wie Trading funktioniert ( <== Link kommt in Kürze )

Was ist ein gutes Einstiegssignal?

Wir wissen nun, was ein Signal allgemein ist. Wir wissen auch, wie wir zu Einstiegssignalen kommen. Und wir haben bereits angedeutet, dass wir interessante – oder sagen wir hier an dieser Stelle gute – Einstiegssignale finden müssen. Was ist nun aber gut? Was ist schlecht?

Wir haben bereits erwähnt, dass man nicht auf alles hinschlagen soll, was sich bewegt. Für das Trading bedeutet das, dass wir nur gute Signale umsetzen dürfen, die etwas in unserem Sinne bewirken. Um das herauszufinden, wird es wenig helfen, Charts – also grafisch aufbereitete Datenserien von Aktienkursen zu studieren.

Natürlich schrieben wir weiter oben, dass es Trader gibt, die ihre Signale mittels visueller Chart Analyse ausfindig machen. Wir schrieben aber nicht, dass es sich dabei um eine gute Möglichkeit handelt. Denn wie wollen diese Trader wissen, ob das, was sie suchen und finden, auch wirklich funktioniert?

Aktien-Screener

Auch Trader, die mit Aktien Screenern arbeiten, wissen das nicht. Sie können zwar beispielsweise mit finviz Aktien finden, die in den letzten Tagen gestiegen sind und damit Ausbrüche handeln. 

Sie wissen aber nicht, ob es überhaupt Sinn macht, Ausbrüche zu handeln. Denn vielleicht sprechen Aktien (oder eine beliebige andere Anlageklasse) besser auf Swingtrading Ansätze (also auf Reversionssysteme) an.

Kompliziert? Nicht wirklich. Zunächst gilt festzuhalten, dass wir uns mit sinnvollen Strategien dem Trading nähern müssen. Es leuchtet auch einem Beginner ein, dass er nicht mit untauglichen Mitteln traden kann. Und untaugliche Mittel sind schlechte Signale, die entweder gar keinen positiven Effekt nach sich ziehen oder einen zu geringen, um damit Geld zu verdienen.

Denn Trading ist ja nicht umsonst. Man zahlt Orderspesen – somit muss sich ein Trade immer abzüglich Gebühren des Brokers rechnen. Bleiben wir mal bei dieser einfachen Grundaussage, obwohl es eigentlich noch mehr dazu zu sagen gäbe.

Gute Signale finde ich also nicht, in dem ich mich selber auf die manuelle Suche danach mache. Ich finde sie auch nicht in Trading Büchern, denn wer garantiert mir, dass die dort vorgestellten Strategien überhaupt funktionieren? 

Denn jeder Markt, jede Zeiteinheit hat eigenen Gesetze. Was bei Aktien am Tageschart gut funktionieren mag, muss bei Währungen im Stunden-Chart nicht ebenso klappen.

Somit bleibt die letzte Möglichkeit – die Signale von einer Backtesting Software generieren zu lassen. Wobei das generieren nur ein angenehmer Nebeneffekt dieser Programme ist. Viel wichtiger ist es, dass eine solche Applikation Trading Regeln auf deren Tauglichkeit prüfen kann.

Vorsicht: noch immer sind wir bei den Einstiegssignalen – also bei der Frage, wann wir einen neuen Trade starten und ob es sich lohnt. Wir haben noch nicht über den Exit gesprochen, also über die Frage, wann wir Trades wieder beenden. 

Und wir haben das Thema Positionsgröße bestenfalls gestreift, in dem wir darauf hingewiesen haben, dass im Trading Qualität und Quantität eine entscheidende Rolle spielen. Aber zurück zum Backtesting.

Als der Autor dieser Zeilen mit dem Trading begann, wusste er um die Möglichkeit des Backtestens noch nicht bescheid. Die ersten Trading Monate waren chaotisch und ich hatte keinen Plan, so wie wohl die meisten angehenden Trader. 

Das hatte zur Folge, dass ich Geld verlor. Denn wie ich es scheinbar anstellte war es verkehrt. Stellte ich glatt, versäumte ich Profite. Griff der Stopp, drehte die Aktie und ich hätte mir Verluste erspart, wenn ich den Stopp anders platziert hätte.

Bis ich begriff, dass ich ohne Plan nicht vorankommen würde. Und so begann ich monatelang, Charts zu analysieren und Muster zu suchen. Bis ich mein simples Swingtrading Regelwerk implementierte. 

Und siehe da – nach einiger Zeit war ich zumindest schon so weit, regelmäßige kleine Gewinne aus den Märkten zu holen. Noch immer beschäftigte ich mich aber nicht mit Backtesting… Und zwar deshalb, weil ich der Meinung war, dass es erstens nicht funktioniert und zweitens, dass es für mich zu kompliziert ist.

Doch dann änderte sich die Sichtweise. Ich begriff, dass ich nur dann meinen Erfolg ausbauen konnte, wenn ich einen Plan hätte, der geprüfter Weise funktioniert. 

Denn der Druck auf den Trader, der handelt, ohne zu wissen, ob das was er tut überhaupt richtig ist, der ist mental immens hoch. 

Ständig muss er Entscheidungen treffen, bei denen es ohne statistische Anlayse kein richtig oder kein falsch gibt. Zieht man nun den Stopp nach oder nicht? Schließt man die Position oder nicht? Woher soll man das wissen? 

Die Zukunft ist ungewiss. Es kann richtig oder falsch sein, oder? Nur dann, wenn man es falsch betrachtet.

Trading Strategie

Es kann nur permanent falsch sein, wenn man den Einzelfall heranzieht. Und damals hatte ich schön langsam starke Zweifel, ob der Einzelfall von Bedeutung sein kann. Heute weiß ich – er ist es nicht. Aber dazwischen liegen viele Jahre an Erfahrung, die ein Beginner einfach nicht hat. 

Wie soll er Erkennen, dass ohne Backtesting – oder anders gesagt, dass ohne Wissen um die Funktionsweise der Märkte – erfolgreiches Trading nicht möglich ist? Wie soll er erkennen, das Trading ein statistisches Problem ist?

Vermutlich besteht die einzige Möglichkeit darin, erfolgreichen Tradern oder Mentoren zu folgen, die sich bereits mit diesem Thema beschäftigen. Denn diese Denkweise zu verinnerlichen – das benötigt Zeit. Ich persönlich kenne viele Trader. 

Kein einziger hat gleich mit Backtests begonnen. Jeder, wirklich jeder hat Anfangs versucht, diskretionär (also nach eigenem Ermessen – ohne strenges Regelwerk) zu traden. Die, die heute immer noch dabei sind und Erfolg haben, nutzen Backtesting.

Kommen wir damit zum Thema dieses Abschnitts zurück und zur Frage, was ein gutes Einstiegssignal ist.

Ein gutes Einstiegssignal funktioniert.

Das ist eine sehr einfache Antwort. Aber um diese Antwort in seiner ganzen Tragweite zu verstehen – das dauert oft Jahre. Denn was „funktionieren“ bedeutet – darüber kann man mehrere Trading Bücher schreiben.

Der Trade läuft – und nun?

Schon in meinem Buch „Die Trading Akademie“, das 2010 veröffentlich wurde, schrieb ich, dass die Tatsache, dass man einen Trade laufen hat, also positioniert ist, die Perspektive des Traders zu 100% verändert

Hatte man vor dem Trade die Aktie vielleicht beiläufig und jedenfalls entspannt verfolgt oder einfach darauf gewartet, ein Signal umsetzten zu können, entsteht mit dem Entry eine emotionale Bindung des Traders zu seiner offene Position. Und das ist sehr schlecht. Aber dazu müssen wir wieder ausholen, um das zu verstehen.

Der Perspektiven Wechsel

Hat man einen oder mehrere Trades am laufen, so ändern sich viele Perspektiven. Zum einen bekommt der Einstiegskurs für den Trader eine enorme Bedeutung. Eine Kursmarke wie beispielsweise 24.51 zu der man durchschnittlich gekauft hat, rückt plötzlich in den Fokus der Beobachtung, die vorher vollkommen egal war. 

Denn diese Kursmarke entscheidet über Gewinn oder Verlust. Weiterhin wird von dieser Kursmarke oft der Stopp Kurs berechnet. Der beliebte 1% Stopp würde hier also bei 24.26 liegen.

Chartwatching

Auch Kursziele, sei es in ATR (Average True Range) oder in Prozent werden vom Einstiegs Kurs aus berechnet – zumindest häufig. Aber das sind nur ein paar fachliche Argumente. Die wichtigeren kommen noch. Denn generell schaffen es viele Trader einfach nicht, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Sobald ein Trade gestartet wurde, ist man geneigt, die Position permanent zu beobachten.

Chartwatching habe ich diesen Vorgang einmal genannt und damit den Nagel wohl auf den Kopf getroffen. An sich wäre beobachten ja kein Problem. Wenn der Trader sonst mit seiner freien Zeit nichts anzufangen weiß und lieber den ganzen Abend vor dem PC sitzt, dann bitte. Aber es bleibt ja meist nicht beim Beobachten. 

Denn der Mangel an Abstand, die Nähe zum Trade, die verschärft die Emotionen. Man ist geneigt, etwas zu tun. Den Trade zu unterstützen. Ihm zu helfen, sich gut zu entwickeln. Sich selbst aus dem Schlamassel rausholen. Aber wie?

Wie – man kann ja nicht anschieben, damit die Aktie steigt. Man kann nur mit Orders jonglieren. Stopp nachziehen (zu eng), Teilverkäufe machen (überhastet), die Position mit kleinem Verlust glattstellen (Fluchtreflex). Und was davon macht Sinn? Alles – oder nichts. Sehen wir weiter und machen dabei einen kleinen Ausflug in die Film-Industrie.

Zu viel Nähe im Trading ist schlecht

Heute geben Unternehmen wie Amazon der Netflix Milliarden aus, um spannende Serien und Filme zu produzieren. Sie können aber nicht mit den Emotionen mithalten, die einzelne Trades auslöse können, wenn man positioniert ist.

Da wird gezittert, gejubelt, geflucht, geschrien. Und so manche Computermaus musste schon das zeitliche segnen – nur weil sich Trades nicht so entwickeln wie es geplant war. Sie erahnen es: die Emotionen nehmen überhand. 

Der Trader ist in einem Wechselbad der Gefühle. Er kann nicht mehr klar denken. Und so kann man natürlich auch keine richtigen Entscheidungen treffen. Wobei sich an dieser Stelle der Kreis bereits zum ersten Mal schließt. Knüpfen wir an die Frage weiter vorne an: was ist eine richtige Entscheidung? Was macht man mit dem Trade? Man kann ja nicht in die Zukunft sehen.

Trading und der Einzelfall

Wir wissen nicht (und niemand weiß es), was man im Einzelfall tun soll. Doch, eigentlich schon – jedenfalls den Trade in Ruhe lassen. Seinem Plan zu folgen, den man entwickelt hat und von dem man weiß, dass er funktioniert. Auch das ist Trading online lernen. 

Und wir wiederholen uns gerne: den Trade in Ruhe lassen ist das einzige, was richtig ist. Das setzt aber voraus, dass man zunächst einen Entry als Signal verwendet hat, der nachweislich funktioniert

Das setzt aber auch voraus, dass man weiß, wann man den Trade wieder beendet. Welche Konstellationen es dabei gibt, sehen wir uns nun an.

börse chartanalyse

Wann man einen Trade beendet

Kommen wir nun von der emotionalen Seite der Positionierung zur fachlichen. Denn wir wollen keinen Ratgeber über Börsenpsychologie schreiben, weil das dem Trader, wie wir schon an anderer Stelle geschrieben haben, praktisch nicht weiterhelfen kann. 

Fragen wir uns daher, wann man einen Trade beendet. Dazu müssen wir zurück zum Start und uns nochmals mit den Einstiegen (Entrys) und den Signalen beschäftigen, um den Rätsel auf die Spur zu kommen.

Wir wissen bereits, dass wir nur dann einen Trade starten sollten, wenn die Chancen gut stehen, dass das gewünschte Ereignis eintritt. Das Signal muss also gut sein oder etwas wissenschaftlicher ausgedrückt: es muss einen positiven Erwartungswert haben

Das Signal wirkt also, könnte man es auch einfacher ausdrücken und diese Wirkungsdauer kann man messen.

Und bei der Frage, wann man einen Trade beendet, kommt es eben nun darauf an, welche Intensität das Einstiegssignal hatte. Denn jedes Signal wirkt unterschiedlich lang. Selbstverständlich gilt alles ab hier gesagte immer aus statistischer Sicht und niemals im Einzelfall. 

Denn genau so wenig wie wir wissen, wann man Trades im Einzelfall im richtigen Moment startet, wissen wir, wie man sie im Einzelfall beendet. Man muss immer eine große Anzahl von Trades bewerten oder analysieren, um hier belastbare Daten zu erhalten. 

Aber zurück zur Frage, wann man einen Trade beendet. Darauf gibt es zwei verschiedene Szenarien, die unterschiedliche Antworten verlangen:

Der Trade (und damit das Einstiegssignal) übertrifft die Erwartungen

Der Trade (und damit das Einstiegssignal) bleiben hinter den Erwartungen zurück

Man braucht also, um ein erstes Resümee zu ziehen, wie lange man positioniert bleibt, eine Antwort für den Fall einer guten Entwicklung sowie für den Fall einer schlechten Entwicklung. Gewinnmitnahme und Verlustbegrenzung lauten die Trading Fachbegriffe dafür. Und viele Trader nutzen dafür einen Stopp Loss und ein Kursziel.

Schauen wir uns beide Möglichkeiten nun an, um zu verstehen ,wie man Trading erfolgreich lernen kann.

Wie funktioniert Trading

Der Trade (und damit das Einstiegssignal) übertrifft die Erwartungen

Kursziele, die von vielen Tradern gerne verwendet werden, die werden entweder anhand der Schwankung (ATR) oder anhand eines Prozent Wertes (bei x% Kursanstieg) ausgegeben. Dazu wird entweder gleich eine entsprechende Order in den Markt gelegt oder das Kursziel existiert nur im Kopf des Traders und wird bei erreichen manuell exekutiert. 

Egal, welche Variante man wählt, sollte man vorher – wir sind wieder beim Thema Backtesting – überprüfen, ob das Kursziel überhaupt Sinn macht.

Sicher wird in der Trading Literatur viel über die Anwendung von Kurszielen geschrieben. Aber letztlich muss man testen, ob es auch wirklich einen Nutzten bringt, mit dieser Technik zu arbeiten. Denn wir lernen an dieser Stelle eine wichtige Grundregel im Trading, die für alle Tradingstile und für alle Märkte gilt:

Benutze nur Trading Regeln, die du überprüfen kannst.

Prüfen Sie also, ob Kursziele eine Verbesserung der Performance bringen oder nicht. Mit modernen Backtesting Programmen dauert so ein Test wenige Minuten. Es wird uns immer unverständlich bleiben, warum nicht jeder Trader (ausnahmslos) mit Backtests arbeitet. 

Damit muss man ja nicht komplette Trading Systeme ausprogrammieren. Es genügt doch schon, wenn man Regeln wie Stopp oder Kursziel einem groben Test unterzieht. Damit man nämlich weiß, wie und ob man sie überhaupt anwenden soll.

Aber zurück zu Kurszielen, die dem grundsätzlichen Gedanken folgen, dass man hin und wieder an Gewinnmitnahmen denken soll, wenn es gut läuft. Nun ist es nicht verkehrt, Gewinne nicht ewig offen und damit den Trade laufen zu lassen. Denn die Börsen sind keine Einbahnstraße und wie gewonnen so zerronnen heißt es auch beim Trading häufig.

Doch wann ist genug – dieser Frage sollte der Trader jedenfalls nachgehen, wenn er auf die Straße des Erfolges gelangen will. Aber fragen wir uns an dieser Stelle, ob es unbedingt klassische Kursziele sein müssen? 

Gibt es nicht auch noch andere Möglichkeiten, Trades bei einer guten Entwicklung vorzeitig zu beenden und Gewinne zu realisieren? Sicher gibt es die, wie wir gleich sehen werden.

 

Trading funktioniert

Indikatoren im Trading

Eine weitere Möglichkeit, um Trades im Gewinn zu beenden, ist ein Ausstieg anhand eines Indikators. Wir würden hier nun nicht mehr von einem Signal oder Trigger sprechen, weil wir diesen Sprachgebrauch eher bei den Einstiegen anwenden. 

Aber letztlich ist es bei den Ausstiegen nicht viel anders. Ich nutze einen Trigger, der mir sagt: jetzt ist genug. Und zwar aus statistischer Sicht. Statistisch ist das ein guter Zeitpunkt, um einen Trade zu beenden und die Gewinne mitzunehmen.

Indikator – hier ein kleiner Exkurs – können kompliziert oder einfach sein. Doch von keinem Trader wird verlangt, dass er die Formel der Indikatoren aufschreiben oder sie manuell berechnen kann. Ein guter Trader sollte lediglich grob wissen, was ein Indikator tut, den er verwendet. Ja er muss nicht mal, bevor er ihn nutzt, wissen, ob er funktioniert. 

Denn dafür hat er ja seine Backtesting Software. Wenn ich heute auf einen für mich neuen Indikator stoße, der mein Interesse weckt, dann versuche ich, diesen Indikator mit Wealth Lab backzutesten.

Meist braucht es nur einige Testläufe und damit wenige Minuten, um eine erste Aussage zu diesem Indikator treffen zu können. Funktioniert er oder nicht? Oder am Anfang: macht er die Dinge schlechter oder nicht? 

Denn wenn ein neuer Indikator, den man zu einer einfachen Basis Trading Strategie hinzufügt, bei dieser die Performance nach wenigen Tests nicht gleich signifikant verschlechtert, lohnt es sich, mehr Zeit in diese Tests zu stecken.

Denn in den seltensten Fällen wird ein Indikator bereits in seiner Grundeinstellung die Rendite durch die Decke gehen lassen. Man muss schon froh sein, wenn die Ergebnisse bei den ersten Versuchen nicht schlechter werden. 

In Sachen Qualität aber auch in Sachen Quantität. Ist das gewährleistet, kann man weiterforschen. Aber zurück zu unseren Exits.

Es müssen also nicht immer automatisch klassische Kursziele sein, um Gewinne mitzunehmen. Es gibt auch andere Methoden, um Profite zu realisieren. Letztlich muss man einfach ausprobieren (backtesten) was funktioniert.

Aber leider machen wir nicht immer Gewinne und deshalb müssen wir uns auch ansehen, wie wir mit Trades umgehen, die nicht so verlaufen wie erhofft. Wo wir beim Thema Verlustbegrenzung wären, wo leider ebenso viele Missverständnisse existieren.

Gute Trader

Der Trade (und damit das Einstiegssignal) bleiben hinter den Erwartungen zurück

Man ist nun schon 5 Tage positioniert und der Trade hat sich kaum von der Stelle bewegt. Mühsam. Was also tun? Weiter halten und der Position noch eine Chance geben? Oder das Kapital frei machen für eine neue, vielleicht bessere Gelegenheit? 

Auch hier vorweg die wichtigste Aussage: im Einzelfall ist es unmöglich zu sagen, welche Lösung die Bessere ist. Hier gilt ebenso: nur eine statistische Analyse (Backtest) kann uns diese Antworten liefern.

Vielleicht machen wir, bevor wir im Text weitergehen, wieder ein wichtiges Statement:

Eine Verlustbegrenzung ist kein Risikomanagement

Das bleibt jetzt mal so stehen und wir machen mit der Verlustbegrenzung weiter. Üblicherweise greift der Trader, wenn er sich vor Verlusten schützen will, auf einen klassischen Stopp Loss zurück. Warum? Weil es ihm eingetrichtert wird. Weil er sonst keine Idee hat, wie man seine Verluste sonst begrenzen soll. Sehen wir weiter.

Ein Stopp Loss ist eine Kursmarke, an der man eine Position glattstellt, die sich nicht so entwickelt wie geplant. Dabei unterscheiden wir drei Stopp Arten.

Der Stopp Loss
  1. Initial Stopp

  2. Break Even Stopp

  3. Gewinnsicherungs-Stopp

Der Initial Stopp ist der erste Stopp. Hier soll Verlustbegrenzung betrieben werden, wenn wir einen Trade starten und sich die Dinge gleich zu Beginn anders als geplant entwickeln.

Ein Break Even Stopp ist ein Stopp, der dann benutzt wird, um den Trade aus dem Risiko zu nehmen. Er wird meist dann angewendet, wenn sich der Kurs so entwickelt wie geplant und man ein erstes Plus am Konto mit diesem Trade hat. 

Die Idee ist hier, den Stopp auf den Einstiegskurs zu setzen und damit (sicher?) keine Verluste mehr zu machen.

Man beachte auch hier wieder die (emotionale) Bedeutung des Einstiegs-Kurses im Trading

Doch unabhängig von der Frage, ob ein Stopp Loss aus fachlicher Sicht Sinn macht oder nicht, müssen wir uns zuerst fragen, wie realistisch die Annahme wirklich ist, mit einem Break Even Stopp die Position aus dem Risiko zu nehmen. 

Wie sicher ist es, mit diesem Trade keine Verluste mehr zu machen? Ich fürchte, die Antwort lautet: nicht besonders sicher. Wobei, soviel sei eingeräumt, das auch mit der Wahl der Anlageklasse zusammenhängt.

Denn die Aktienmärkte haben über Nacht geschlossen. Nimmt man nun den Trade über Nacht mit, und damit auch dessen Stopp Loss, so kann man niemals sicher sein, wo die Börsen am nächsten Tag eröffnen. Sicher – geschieht nichts außergewöhnliches, wird dies häufig in der Nähe des Schlusskurses des vergangenen Tages sein. 

Aber eben nicht immer. Es gibt auch Gaps, also Kurslücken zu beachten.

Quartalsberichte, Analysten Herauf- und Herabstufungen, externe Ereignisse von globaler Bedeutung, Gewinnwarnungen, Zinsentscheide und vieles mehr. 

Irgendetwas ist also immer los, wie man auch sagen könnte, und somit ist ein Stopp niemals eine Garantie, punktgenau an dieser Kursmarke den Trade zu beenden. 

Von einer Slippage (unsaubere Kursausführung) bei geöffneten Märkten sprechen wir an dieser Stelle gar nicht.

Quartalsberichte Trading

Kommen wir noch zuletzt zum Gewinnsicherungs Stopp. Automatisiert man diesen, spricht man von Trailing Stopps. Ein in der Theorie einleuchtendes Konzept. Der Trader muss sich um nichts mehr kümmern. 

Mit jedem Prozent, den der Trade weiter in den Gewinn läuft, steigen auch die Gewinne. Doch auch hier gibt es in der Praxis einige Hürden wie die bereits angesprochenen Kurslücken über Nacht oder die unsaubere Orderausführung in Form der Slippage.

Doch nun müssen wir uns noch über die fachliche Sinnhaftigkeit von Stopps unterhalten, egal ob es ein Prozent Stopp oder ein Volatilitäts Stopp ist. Dazu wollen wir uns erneut in Erinnerung rufen, dass wir den Einzelfall nicht bemühen können, um zu sagen, ob Stopps Sinn machen. 

Auch hier braucht es einer Analyse und wie man so etwas aufsetzt das zeige ich im nachfolgenden Video.

Gibt es andere Möglichkeiten, Trades, die sich nicht so wie geplant entwickeln, los zu werden? Ja. Erneut kann man hier Indikatoren benutzen oder einfach einen simplen Zeitstopp. 

Genau genommen ist ein Zeit Stopp ja auch eine Art Indikator, der eine Position schließen lässt, sobald eine bestimmte Behaltedauer vorüber ist.

Fazit Trading lernen

Trading online lernen funktioniert nur, wenn man versteht, wie die Märkte funktionieren. Über Trading diskutieren, über Regeln nachdenken, Börsenkurse beobachten – alle schön und gut. 

Eine Trading Ausbildung online funktioniert nur, wenn man dabei verstehen lernt, wie man Dinge identifiziert, die funktionieren.

Alles was ich heute über Trading weiß, weiß ich deshalb, weil mir meine Backtesting Software die richtigen Antworten gibt. Funktioniert Indikator x? 

Ich weiß es nicht – ich muss es backtesten. Erst dann weiß ich es. Oft spreche ich von Fakten im Trading. Das sind Fakten. Und im Trading sind Fakten das einzige, worauf ich mich verlassen darf.

Trading online lernen können sie übrigens auch mit unserem Video Basis Trading Kurs für Anfänger.

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Noch mehr Tipps, wie man Trading online lernen ( <== bitte klicken Sie hier ) kann finden Sie in diesem umfassenden Artikel über verschiedene Trading Stile. Dort klären wir auch die Frage, welche Rolle das Fachwissen im Vergleich zur mentalen Stärke des Traders spielt. 

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Wie sie mit den Richtigen Aktien ein Gewinner Werden