Orderausführung beim Traden – darauf muss man achten

Worauf muss man bei einem Online Broker achten

Orderausführung beim Traden (Video)

  • Im Trading unterscheiden wir bestimmte Ordertpyen
  • Eine Besonderheit dabei sind die Orders, die bei der vor-  und nachbörslichen Auktion ausgeführt werden
  • Hier handelt es sich um so genanne Opening oder Closing Orders (moo vs. moc etc.)
  • Wie sieht eine Symbolrotation nun wirklich aus?
  • Warum ist man unter Umständen kurze Zeit stark gehebelt?
  • Hat das Auswirkungen hinsichtlich Risikomanagement?

Gerade bei Systemen, die mit großen (Aktien) Portfolios arbeiten, kommt der Orderausführung beim Traden und damit der Symbolrotation eine wichtige Bedeutung zu.

Genau genommen kann ein Trader die Orderausführung gerade bei Market Orders nicht beeinflussen. Vor allem dann, wenn er die Wahl des Börsenplatzes seinem Broker überlässt (was grundsätzlich praktisch ist) wird er sicher nicht immer zum besten Kurs ausgeführt.

Das Gegenargument lautet, dass man so in jedem Fall dabei ist und den Fill, wie es so schön heißt, jedenfalls bekommt. Was ja beispielsweise bei einer Limit Order nicht der Fall sein muss.

Die Orderausführung beim Traden ist daher ein Punkt, der einerseits immens wichtig ist und der andererseits eine unbekannte Abweichung zum Backtest Ergebnis beinhaltet.

Mit dieser Unschärfe muss der Trader letztlich leben, der auf Market Orders setzt.

Letztlich ist die Orderausführung beim Traden aber vom Trader zu verstehen. Er muss verinnerlichen, was wirklich geschieht. Und warum manche Aktien gleich zur Eröffnung gehandelt werden und manche erst ein paar Minuten später.

Und er muss verstehen, welche Konsequenzen eine unsaubere Orderausführung beim Traden wirklich hat.

In diesem Video mache ich auf einige Umstände aufmerksam.

Video Transkript - Orderausführung beim Traden & Symbolrotation

Heute sprechen wir über das wichtige Thema Symbol Rotation in einem Trading System. Bleiben Sie dran.

In wenigen Augenblicken geht es weiter.

Ich möchte Ihnen nun anhand eines theoretischen Beispiels zeigen wie bei einem klassischen Trading System die sogenannte Symbol Rotation funktioniert.

Also wie verhält sich ein Trading System auf Aktien, wenn sie beispielsweise um 15.30 Uhr – gehen wir mal hier von 15.30 Uhr aus . den Open haben. Die US-Börseneröffnung.

Wie verhält es sich denn mit bestimmten Positionen. Gehen wir weiterhin davon aus, sie haben ein Trading System das gleichzeitig bis zu fünf Trades machen darf.

Sie haben im Bestand diese fünf Aktien, die gerade laufen. Und diese drei hier. Die werden heute mittels Zeitausstieg um 15.30 beendet.

Sie haben im Depot McDonalds, Exxon-Mobil, Morgan Stanley, General Electric und Visa. Diese fünf Aktien haben sie im Depot. Und diese drei, die heute mittels Zeitausstieg verkauft werden, die werden ersetzt durch Bank of America, Apple und Kraft Heinz Corporation.

Die Symbol Rotation sieht jetzt so aus, dass diese Aktien verkauft werden und dass diese gleichzeitig neu in ihr Depot kommen.

Jetzt ist es so dass sie im Regelfall diese Symbol Rotation mit einer sogenannten Opening Order, oder auch mit einer Marke on Open Order durchführen.

Das bedeutet, sie kaufen um 15 Uhr 30 unserer Zeit zur US amerikanischen Börseneröffnung und sie verkaufen auch wieder zur Börseneröffnung. Um dieses Symbol Rotation die funktioniert jetzt natürlich sehr sehr reibungslos.

Aber es gibt hier eben auf einen gewissen Umstand zu achten. Nämlich auch wenn sie die Order mit diesem Zusatz Opening platzieren. Heißt das ja nicht dass alle diese Orders sofort um exakt 15.30 Uhr ausgeführt werden.

Es kann jetzt passieren dass sich hier diese Order um 15 Uhr 30 und zwei Sekunden ausgeführt bekommen. Die nächste um 15 Uhr 30 und 58 Sekunden und aus irgendeinem Grund weil vielleicht gerade nicht so viel Volumen da ist kommt die Order erst um 15 Uhr 32 und eine Sekunde dran.

Das heißt sie verkaufen hier zu unterschiedlichen Zeiten obwohl sie allen Orders diesen Zusatz Opening mitgebene. Bis infach ihre Position an der Reihe ist, je nachdem wie viele Kauf und Verkaufsaufträge sich über Nacht bei den jeweiligen Aktien angesammelt haben.

Das heißt umgekehrt aber könnte es jetzt sein, dass die Bank of America um 15 Uhr 30 und 42 Sekunden ausgeführt wird. Apple um 15 Uhr 31 und eine Sekunde und Kraft Heinz um 15 Uhr 33 und 6 Sekunden.

Das sind jetzt reine Fantasie Zahlen. Aber das bedeutet, die hier, ich mache es in einer anderen Farbe, die hier wird als erstes ausgelöst. Das heißt es ist jetzt eigentlich erst Platz für einen Trade. Dann kommt der hier quasi gleich hinzu. Das ist die zweite Order. Die wird dann aufgefüllt.

Diese Order hier die am zweiten an der Reihe kommt. In dem Fall von der Verkaufs Order her, also insgesamt ist es dann die dritte Order, die wird um 15 Uhr 30 und 58 Sekunden verkauft und wird dann quasi mit der ausgefüllt die um 15 Uhr 31 exekutiert wird.

Das bedeutet aber dass sie wenn wir jetzt auf diese letzte Order hier schauen auf die fünfte Order dass die um 15 Uhr 32 ausgeführt wird. Das ist dann die fünfte Order und dass diese Order hier als sechstes an die Reihe kommt um 15 Uhr 33 und wird ebenso wieder ausgefüllt.

Ich will damit sagen: Es geht aber nicht immer so reibungslos. Denn was wäre denn, wenn diese Order hier – nehmen wir jetzt mal an die Visa Order hier, die wird um 15 Uhr 34 ausgeführt und die neue Order schon 15 Uhr 33.

Das bedeutet dass sie dann, Ja in etwa eine Minute, eine sechste Aktie hier haben. Nämlich die Kraft Heinz. Die würde dann schon vorher in ihrem Depot sein bevor sie die Visa Aktie verkaufen.

Das heißt das es dann sein kann, dass sie in dem Fall Ihr Konto hebeln. Auch wenn sie ungehebelt traden, was sie ja grundsätzlich tun sollten, kann es passieren, dass sie auf Grund der unterschiedlichen Order Ausführungszeiten bei einer Market on Open Order, dass sie unbeabsichtigt – da kann jetzt niemand was dafür, und sie haben auch keinen Fehler gemacht, dass sie ihr Konto hebeln.

Weil vielleicht der eines Slot, der hier frei wird erst um 15 Uhr 34 frei wird, aber bereits die neue Kauf Order um 15 Uhr 33 exekutiert wird. Das heißt Sie haben dann plötzlich für kurze Zeit nicht nur fünf sondern sechs Aktien im Depot.

Das spielt in der Praxis keine Rolle. Das ist auch vom Risiko her zu vernachlässigen. Da wird jetzt nichts passieren.

Aber was auf jeden Fall hier gewährleistet sein muss ist dass sie ihr Konto hebeln dürfen, auch wenn sie es nicht hebeln sollen. Denn es kann eben passieren bei der Symbol Rotation wie sie gesehen haben – gerade wenn sie mehrere Titel kaufen und verkaufen wie in diesem Fall dargestellt – dass es eben zu Überlappungen kommt.

Dass Aktien erst später verkauft werden als neue reinkommen. Und es könnte ja theoretisch sein dass alle drei die sie neu kaufen wollen vorher ausgelöst werden bevor die Verkäufe stattfinden.

Oder im worst case sogar zehn. Wenn nämlich alle fünf an einem bestimmten Tag verkauft werden, weil sie beispielsweise den Zeitausstieg erreicht haben und sie fünf neue bekommen und sie haben dann vielleicht für einige Sekunden 10 Positionen. Dann müssen sie eben ein sogenanntes Margin – Konto haben.

Mit einem Cash Konto, also mit einem Konto das sie nicht hebeln dürfen, können sie unter Umständen hier Probleme bekommen.

Muss sich dann den Einzelfall anschauen. Aber wichtig ist, dass sie die Möglichkeit haben, oder auch verstehen, dass es über Sekundenbruchteile hier zu einer gewissen Hebelung des Kontos kommt.

Nicht weil sie jetzt mehr Risiko eingehen wollen und einen Hebel verwenden sondern deswegen weil eben diese Order Execution Zeiten zu anderen Zeitpunkten stattfinden können obwohl sie hier mit einer Marktl on Open Order aus ihrer Sicht alle Orders gleich behandeln.

Aber die Market Maker und Specialist an den US-Börsen, die natürlich diese Orders unter Umständen nicht so schnell abarbeiten können wie sie hereinkommen.

Und es gibt immer wieder Aktien die durchaus spät gekauft werden. Wenn entweder besonders viel los ist an der Börse oder wenn eine Aktie gerade besonders gefragt ist dann sammelt sich über Nacht natürlich sehr sehr viele Kaufaufträge und dann kann schon einige Minuten dauern bis bei so einer Opening Order wirklich auch ihre Trade an die Reihe kommt.

Daher bitte auf diesen Umstand achten. Nehmen Sie sich mal ein paar Tage Zeit und beobachten sie dieses Symbol Rotation. Nicht dass es dadurch jetzt besser wird oder da sie da jetzt etwas tun können diesen Prozess sondern es geht einfach darum. Dass sie es verstehen. Dass sie es verstehen lernen wie Orders ausgeführt werden. Und dass sie die Ausführung Zeiten kontrollieren. Kontrollieren Sie das mal in Ihrem Broker Reporting.

Das es nicht immer um 15 Uhr 30 sein wird. Im Gegenteil es ist sogar ganz selten der Fall. Meistens ist es dann doch einige Sekunden oder vielleicht sogar ein zwei Minuten später als 15 Uhr 30 wo diese Orders dann exekutiert werden.

So funktioniert eben eine Symbol Rotation. Und es ist jetzt unerheblich ob sie das jetzt zur Börsen-Eröffnung um 15 Uhr 30 machen oder zum Close um 22 Uhr.

Auch hier wird es nicht viel anders aussehen. In dem Sinn kurzer Einblick in das Thema Symbol Rotation. Sicher etwas für Fortgeschrittene Trader aber wichtiges Basis know-how für aktives Trading.

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