Technische Analyse – gewusst wie – Überblick, Nutzen, Tipps

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Die Technische Analyse von Aktien und anderen Wertpapieren ist eine durchaus umstrittene Methode, die ihren Ausgang in der allgemeinen Finanzanalyse findet. 

Bei der Finanzanalyse basiert vieles auf Fundamentaldaten und so werden Unternehmen heute in Sachen Finanzen Due Dilligence Verfahren genauso unterzogen wie bekannteren Bilanzanalysen.

Update 31. März 2020, by Thomas Vittner

Die Unternehmen selber machen wiederum Wettbewerbs- und Konkurrenzanalysen, Banken und Rating Agenturen führen Bonitätsanalysen durch und in Projektgruppen gibt es SWOT Analysen, sodass wir heute oft den Wald vor lauter Analysen (Zahlen) nicht mehr sehen und weniger vielleicht manchmal mehr wäre.

Bei der Technischen Analyse geht es nun darum, diese Vielzahl von Analysen oder zumindest jene davon, die für die Börsenkursentwicklungen von entscheidender Bedeutung sind, zu vereinen und sie gleichzeitig zu vereinfachen.

Doch um ein umfassendes Verständnis dieser Disziplin zu schaffen müssen wir zunächst über historische Entwicklungen sprechen und uns ansehen, woher die Technische Chartnalyse stammt und was sie eigentlich bewirken kann.

Der Erfinder dieser Technik

Charles Dow, US-Amerikaner (1851 – 1901) Herausgeber des altehrwürdigen „Wall Street Journals“ (welches heute noch existiert) gilt als Erfinder der technischen Analyse. 

Dieser Mann, der auch als Gründer des Dow Jones Aktien Index, des wohl bekanntesten und am meisten beobachten Börsenbaromter weltweit gilt, war auch derjenige, der anhand seiner „Dow Theorie“ im Jahr 1884 (!) den Grundstein für die Technische Analyse der Finanzmärkte legte.

Er fand heraus, dass sich Aktien in Zyklen bewegen und dabei mittel- und langfristige Wellen bilden, die man, wenn man die Kurse grafisch aufbereitet, auch mit freiem Auge erkennen kann.

Dieser Grundgedanke findet sich übrigens auch in einer Technik wieder, die wir im deutschen Sprachraum als Markttechnik kennen.

Technische Analysen
Wie auch immer erhob Charles Dow nicht den Anspruch einer wissenschaftlichen Arbeit, was seine Theorie betraf. Er wollte damit lediglich ein Werkzeug schaffen, mit dem die Marktteilnehmer diese Kursentwicklungen besser und einfacher nachvollziehen konnten. Bis heute hat sich die Welt natürlich immens verändert. Doch die Grundlagen der Trenderkennung blieben seit damals unverändert und Dank Mr. Dow wurde die aus der Dow Theorie abgeleitete Charttechnik eine der populärsten Formen, Aktien nach Kauf- und Verkaufsgelegenheiten zu filtern. Sicher trug auch die Einfachheit dieser Analyseform zu deren Erfolg bei, denn eine Trendlinie oder ein Trendkanal sind einfacher zu verstehen und anzuwenden als eine doch umfangreiche Bilanzanalyse.

Sie finden hier mehr Informationen über diesen außergewöhnlichen Menschen.

Die in den 80er Jahren fortschreitende Computertechnik tat ein weiteres, um die technische Aktienanalyse (oder von einem anderen Wertpapier) der Finanzmärkte so populär zu machen, wie sie heute ist. 

Denn das Trading von heute läuft zu 100% online ab und die meisten Broker Plattformen bieten Chartingtools, die sprichwörtlich alle Stücke spielen. Legt man also auf umfassende Analyse Möglichkeiten wert, wird man einen genauen Online Broker Vergleich anstellen müssen.

So ist es jedem privaten Trader mittlerweile auch mit noch so wenig Kapitalbesitz möglich, umfangreiche kostenfreie technische Analysen zu erstellen, was, so sollte man meinen, auch die Gewinnchancen der Trader deutlich verbessert hat. 

Warum dem letztlich doch nicht so ist werden wir noch ansprechen.

Technische Analysen vs. ChartAnalyse?

Den Begriff technische Analyse verstehen wir als Überbegriff, der sich in verschiedene Unterarten gliedert. Hier zu nennen wären vor allem folgende bekannte Formen

  • Chartanalyse/Charttechnik

  • Trendanalyse

  • Trendlinienanalyse

  • Formations- und Musteranalyse

  • Volumenanalyse uvm.

Alle Arten der Technischen Analyse gehen davon aus, dass der Kurs einer Aktie alle „Wahrheiten“ beinhaltet. Was wir damit meinen ist, dass ein Aktienkurs niemals lügt, während Bilanzen oder besser gesagt in den Bilanzen ausgewiesene Gewinne „geschönt“ werden können.

Wir erwähnen an dieser Stelle das Spiel von Gewinnauflösungen oder -rückstellungen. Beides sind nur zwei Wege, wie das Management eines börsennotierten Unternehmens auf legalem Weg seine Gewinne „maßschneidern“ kann, um an der Börse nicht in Ungnade zu fallen. 

Der Aktienkurs hingegen sagt, wie die Anhänger der technischen Analyse meinen, immer die Wahrheit.

Und auch darüber müssen wir uns noch unterhalten, denn natürlich ist ein Kurs von 25.51 gleich 25.51 – egal ob ein privater Trader in München diesen sieht oder ein Hedgefond Manager an der Wallstreet. 

Andererseits kann ein Kurs von 25.51 lächerlich hoch oder tief sein und keinesfalls dem wahren Unternehmenswert erkennen lassen, was uns zu ganz anderen Problemen führt, über die wir später noch diskutieren werden.

technische analyse aktien

Der Nutzen von technischer Analyse

Anhänger dieser Technik gehen davon aus, dass die Märkte in wiederholenden Mustern verlaufen. Muster, die man identifizieren und nutzen kann, wenn man sie erkennt. 

Damit wollen wir nochmals unterstreichen, dass technische Analysten nur die Kurs (und möglicherweise noch das Handelsvolumen) im Auge haben, wenn sie Kauf- oder Verkaufsentscheidungen treffen.

Fundamentaldaten, also alles betriebswirtschaftliche, werden nicht beachtet weil – nochmals die Annahme – all diesen Informationen ohnehin im Kurs enthalten sind. Damit seien Prognosen oder zumindest Tendenzen hinsichtlich der möglichen weiteren Kursverläufe möglich.

Dabei – und das ist einer der Hauptkritikpunkte von Gegnern dieser Technik – geht jemand der mit technischer Analyse arbeitet davon aus, dass die Märkte nicht effizient sind. 

Das neue Informationen, die zu Aktien veröffentlicht werden, nicht sofort sondern erst nach und nach in den Kursen eingepreist werden, was wir in Folge genauer besprechen wollen was das heißt.

börse chartanalyse

Kritik

Anhänge der Effizienzmarkthpothese sind hingegen der Ansicht, dass neue Informationen sofort in den Kursen eingepreist werden. Sieht man sich beispielsweise Aktienkursverläufe über veröffentlichte Quartalsberichte hinweg an, so könnte man diesen Kritikern zustimmen. 

Jeder Trader, der schon mal in ein Gap (Kurslücke) hineingekommen ist, das aufgrund eines (übersehenen) Quartalsberichts über Nacht entstanden ist, kann ein Lied davon singen, wie rasch sich Kurse ändern können.

Andererseits fragt man sich, warum Aktien dann wirklich in Trends verlaufen. Und zwar einerseits stark korrelierend mit dem Gesamtmarkt und noch stärker korrelierend mit dem Sektor (Finanz, Rohstoffe, Health Care und vieles mehr), dem sie angehören.

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Und warum tendieren Aktien, die schlechte Zahlen veröffentlichen, dann wochen- oder monatelang nach unten? 

Beobachtet man das Geschehen an den Märkten einige Zeit, kann man mit freiem Auge keine exakten Gesetzmäßigkeiten erkennen, wie Aktienkurse wirklich verlaufen, was scheinbar eine Pattstellung zwischen Befürwortern und Gegnern der technischen Analyse von Aktien zur Folge hat. 

Warum das aber zu kurz gedacht ist, werden wir wenig später noch auflösen.

Ein anderes populäres Gegenargumente gegen die Technische Chartanalyse lautet „selbsterfüllende Prophezeihung“. Hier wird reklamiert, dass diese Form der Analyse bloß deswegen (teilweise) funktioniert, weil sie weit verbreitet ist. 

Diverse Medien, so die Kritiker, berichten permanent über diese Technik und so wird auch viel Geld anhand einer Aktien Chartanalyse bewegt. Also was jetzt, könnte man entgegenhalten? Funktioniert nicht, funktioniert schon oder funktioniert teilweise? 

Sehen wir weiter und sprechen dabei zunächst über die wichtigsten Formen der technischen Analyse im Detail.

Darstellungsformen von Charts

Ein Charttechniker arbeitet ausschließlich mit Kurs Diagrammen, die man Charts auch nennen kann. Es gibt einige unterschiedliche Darstellungsformen von Charts, die wir in Folge kurz besprechen wollen. 

Vorher sei gesagt, dass alle Formen von Charts gemein haben, dass es sich hier um visuelle Formen der Kursdarstellungen handelt.

Denn damit ist gewährleistet, die Notierungen und deren Verläufe im Rahmen einer Aktienanalyse rascher beurteilen zu können. 

Beispielsweise findet man ein 25 Tageshoch in einer Kursliste weitaus schwieriger als in einem Chart, was die Vorzüge dieser grafischen Kursdarstellung in einem Satz erklärt.

Quelle: Wealth Lab

Linienchart

Bei einem Linienchart werden üblicherweise die jeweiligen Schlusskurse mit einer Linie verbunden. Liniencharts waren die ersten Charts, die in der westlichen Welt verwendet wurden und finden oder fanden sich bald in Zeitungen, Printmagazinen oder Börsenbüchern wieder. 

Linencharts sind in verschiedenen Zeitintervallen oder Zeiteinheiten (beides bedeutet das gleiche) darstellbar, wobei die am häufigsten zur Anwendung kommende Form der Tageschart ist, wo eben die Tagesschlusskurse miteinander verbunden werden.

Balkenchart (Bar Chart)

Balkencharts enthalten mehr Informationen als Linienchart. Gemäß Definition wird jede Zeiteinheit in Form eines senkrechten Balkens angezeigt, der die Kursspanne der jeweiligen Zeiteinheit abdeckt. 

Der Open (Eröffnungskurs) wird mit einem kleinen waagrechten Strich nach links, der Close (Schlusskurs) an dessen Preis mit einem kleinen waagrechten Strich nach rechts angezeigt.

Am oberen und unteren Ende des Balkens finden wir das (Tages)hoch und das (Tages)tief. Hoch und Tief sind Informationen, die man mit reinen Linien-Charts nicht zur Verfügung hätte.

Quelle: Wealth Lab

Quelle: Wealth Lab

Kerzen-Charts (Candlesticks)

Kerzencharts sind den Balken Charts sehr ähnlich. Anstelle des waagrechten Striches für Open/Close wird jedoch eine unterschiedliche Kerzenfarbe (meist rot für Verlust/und grün für Gewinn oder schwarz/weiß) verwendet. Auch diese Darstellungsform kann für alle Zeiteinheiten angewendet werden.

Die Kursspanne ist jedoch kein senkrechter Strich wie bei den Balkencharts sondern ein in die Länge gezogenes Rechteck (genannt Kerzenkörper). Das Ende der Lunte (unten) markiert das Tief, das Ende des Dochts (oben) zeigt das Hoch. 

Damit erhöht sich die Lesbarkeit dieser Darstellungsform enorm. In der Tat ist ein Candelstick Chart intuitiv bereits mit etwas Übung sehr gut zu lesen, während die Balkencharts doch etwas gewöhnungsbedürftig sind.

Aufpassen muss man nur wegen der Farben, denn die Farbwahl hängt meist (leider nicht bei allen Darstellungen) von der Entwicklung des einzelnen Handelstages ab. Dazu ein Beispiel: kommt es zu einem Down Gap (abwärts gerichtete Kurslücke) und der Open ist unter dem Close, wird die Kerze trotz des absoluten Verlustes in der Regel grün dargestellt.

Andere Formen der Chart Darstellung und Zwischenfazit

Es gibt noch andere Formen der Chart Darstellung wie, um nur zwei davon zu erwähnen, Point- and Figure Charts oder Heikin Ashi Charts, die wir an dieser Stelle aber nicht weiter ausführen, weil deren Verbreitung deutlich geringer ist.

Beginner sollten sich unserer Ansicht nach von Anfang an mit Kerzencharts beschäftigen, weil man in diese Technik einerseits schnell hineinfindet und sie andererseits uns Tradern vielschichtige Analyse Möglichkeiten bietet.

Fassen wir die wichtigsten Chart Darstellungen abschließend zusammen:

  • Linien Chart
  • Balkenchart
  • Kerzenchart
  • Point & Figure Chart
  • Heikin Ashi Chart
  • Kagi Chart

Trendlinien, Unterstützungen und Widerstände, Muster und Formationen

Wie wir aus der Einleitung wissen, bewegen sich Aktienkurse in Wellen. Kein Kurs steigt linear Tag für viele Tage oder Wochen. Vielmehr kommt es immer wieder zu Anstiegen und Korrekturen, die wir visuell als Trendverläufe erkennen können. 

Dabei müssen wir uns vor Augen halten, dass weder ein Chart noch ein Markt lebendige Wesen mit Eigenleben sind. Doch gerne spricht man beim Dax, Dow Jones & co davon, dass die Märkte „freundlich“ oder „verstimmt seien“, wenn die Kurse steigen oder fallen.

Quartalsberichte Trading

Doch so ganz falsch ist das nicht, wenn man bedenkt, dass die Kurse und damit ihre Verläufe von uns Menschen gemacht werden, in dem wir Aktien kaufen und verkaufen.

Anmerkung: heute bestimmen vielfach Algorithmen den Börsenhandel. Die Aussage von den „von Menschen gemachten Kursen“ stimmt jedoch trotzdem, weil Algos natürlich ebenso von Entwicklern aus Fleisch und Blut konzipiert wurden.

Diese Wellen verlaufen Aufwärts und Abwärts gerichtet und wenn man aufmerksam durchs Leben geht erkennt man, dass viele grafisch aufbereiteten Statistiken in allen möglichen Bereichen Trends bilden. 

Auch Abseits der Börsen gibt es also Trendverläufe, die wie Aktienkurse aussehen, sei es in Form von Statistiken hinsichtlich der Entwicklungen beim Wetter, bei biometrischen Daten, bei Sportstatistiken und vielem mehr. Kann man das alles erfolgreich traden? Sehen wir weiter.

Trendkanäle

Trendet eine Aktie und läuft deren Kurs beispielsweise über Wochen aufwärts, kann man an den untersten Punkte im Kursverlauf eine Linie anlegen (zeichnen) und an den Obersten. Damit erhalte ich zwei mehr oder weniger parallele Linien, in deren Mitte die Kurse oszillieren. 

Wir sprechen hier von einem Trendkanal und es gibt Trader, die diese Linien genau beobachten und beispielsweise darauf warten, ja nach Strategie einer der beiden Linien Käufe oder Verkäufe zu tätigen.

Nachfolgend ein Muster eines solchen Trendkanals mit einem Candelstick Chart

Quelle: Wealth Lab

Unterstützung und Widerstand

Ähnlich gestalten sich Unterstützungs- und Widerstands Linien. Anders als bei Trendkanälen sind diese Linien nun nicht schräg auf- oder abwärts gerichtet sondern horizontal. 

Aktien können in solchen Kanälen ebenfalls hin und her pendeln und ein Verlassen dieser Zone kann beispielsweise ebenso als Kaufsignal (oder Verkaufssingal) gewertet werden.

Ein solches Muster sehen sie hier, wieder anhand eines Candlestick Charts.

Quelle: Wealth Lab

Chart Muster

Charts bilden auch Formationen aus, die oft wiederkehren. Darüber sprechen wir im folgenden Kapitel.

Formationen

Eher kurz fällt unsere Erklärung hinsichtlich bestimmter Chart Formationen aus. Warum werden wir im Anschluss besprechen. 

Fakt ist, dass viele Trader mit Chartbildern wie einer Schulter/Kopf/Schulter oder verschiedensten Dreiecken oder Wimpeln arbeiten und darauf ihre Handelsentscheidungen aufbauen.

Formationstrading - US Capitol

Candlestick Musteranalyse

Eine Besonderheit der Chart Analyse sind sogeannte Candlestick Muster oder Formationen. Sie bestehen manchmal aus nur einer einzelnen Kerze (Doji, Hammer, Hanging Man uvm.) oder auch aus mehreren Kerzen (Engulfing Pattern, Harami Cross, Dark Cloud uvm.).

Wir verzichten auf eine weitere Darstellung nun nicht deswegen, weil es uns zu mühsam ist, sondern weil wir diese Form der Chartanalyse sehr kritisch sehen. Warum erfahren sie in den folgenden Absätzen.

Fazit Musteranalyse

Das aus unser Sicht größte Problem aller Chartmuster ist der Interpretationsspielraum, dem sie dem Trader lassen. Während eine Unterstützung oder ein Widerstand eindeutige Kursmarken sind, kann man geteilter Meinung sein, ob das nun eine Schulter/Kopf/Schulter Formation ist oder nicht.

Genauso sind die Candlesticks Muster sehr schwammig definiert. Ist das nun ein Harami Cross oder nicht? Geht das noch als Hammer durch oder ist der Kerzenkörper schon zu groß? 

Damit sind unserer Meinung nach diese Muster für eine exakte Analyse zu ungenau, um mehr über deren Funktion sagen zu können. Denn wir wollen uns ja an Fakten orientieren, wie wir später noch sehen werden.

Technische Analaysen wertpapiere

Indikatoren

Eine weitere Art, Kursverläufe auf technischer Basis zu analysieren, sind die sogenannten Indikatoren. Der Begriff Indikator bedeutet „Anzeiger“ und damit misst oder zeigt ein Indikator gewissen Bewegungen von Aktienkursen an. 

Wir erwähnen nur kurz, dass man auch Indikatoren in verschiedene Gruppen teilen kann, wie da beispielsweise Oszillatoren oder Trendfolgeindikatoren wären.

aktien technische analyse

Ein Indikator muss dabei nicht immer ein komplexes Marktverhalten abbilden, wie er es beispielsweise in Form von Elliot Wellen oder Bollinger Bändern tut, um hier nur zwei Indikatoren-Vertreter zu erwähnen.

Indikatoren sind auch ein Cum-up oder Cum-down Value, was nichts anderes bedeutet als die Messung von hintereinander folgenden Aufwärts- oder Abwärtstagen. Auch genannt Kerzenzählen.

 

Bekannte Indikatoren

Weiter bekannte Indikatoren sind

  • Gleitende Durchschnitte

  • RSI

  • Keltner Channel

  • CMO

  • Stochastik D

  • Stochastik K

  • ADX

  • Momentum uvm.

Was alle Indikatoren gleich haben ist, dass sie verschiedene Werte- und Parametereinstellungen zulassen. Meist sind das Schwellwerte, die bei Erreichen oder Überschreiten als Signal genutzt werden können. 

Die Spielwiese ist unendlich, denn Indikatoren haben zusätzlich oft noch Glättungsfaktoren und/oder Rückschau Perioden.

Chartanalyse

Damit gehen die Kombinationsmöglichkeiten in die Millionen, wenn man verschiedene Indikatoren bündeln und für das Eröffnen oder für das Schließen von Positionen verwenden will.

Worauf man bei der Auswahl von Indikatoren generell achten muss sind zwei Dinge.

  • Verzögerung
  • Ähnlichkeit

Natürlich steht über all dem die Frage, ob ein Indikator funktioniert, wozu wir abschließend noch kommen. An dieser Stelle wollen wir uns aber beide oben genannten Punkte näher ansehen.

Indikatoren und Verzögerung (Durchschnitte)

Wie wir aus der Einleitung wissen, gibt es Argumente pro und wider der Technischen Analyse. In diesem Zusammenhang gibt es tatsächlich das Problem, dass viele Indikatoren deswegen nicht gut funktionieren, weil sie verzögert anschlagen.

Dies liegt wiederum daran, weil viele Indikatoren Durchschnitte bilden. Bis zum Beispiel der Kurs einer Aktie seinen 200 Tages Durchschnitt schneidet und uns als Einstiegssignal dienen kann, ist die Notierung schon „davongelaufen“ und man kommt einfach zu spät in den Trade hinein.

Deswegen ist es eine gute Idee, Indikatoren zu verwenden, die möglichst nahe am aktuellen Kurs dran sind und nur eine kleine oder kurze Verzögerung aufweisen.

Ähnlichkeiten (Korrelation) von Indikatoren

Letztlich arbeiten viele Indikatoren gleich, weil sie ihre Werte eben aus den Kursverläufen ableiten. Und mehr als Open/High/Low/Close/Volumen gibt es nicht, um diverse Berechnungen dafür anzustellen.

Sicher gibt es viele Messmethoden, aber wenn man sich ein wenig mit der Funktionsweise gängiger Indikatoren beschäftigt merkt man, dass viele gleich oder sehr ähnlich funktionieren. 

Das wiederum führt dazu, dass auch die damit angewendeten Ein- und Ausstiegssignale ähnlich sein können (nicht müssen).

In jedem Fall muss also der Trader darauf achten, nicht zu stark korrelierende Indikatoren einzusetzen, da diese letztlich zu sehr ähnliche Ergebnisse führen können.

Ölpreis Verfall

Oszillatoren

Nur kurz sprechen wir darüber, dass es auch verschiedene Gruppen von Indikatoren gibt, die man in der Technischen Analyse verwendet. Eine davon sind sogenannte Oszillatoren. Obwohl die Erklärung auf Wikipedia nichts mit Börse, Chartanalyse oder Trading zu tun hat, beschreibt man hier “schwingungsfähige Systeme” sehr exakt.

Und das trifft den Nagel auch für das Trading sehr gut auf den Kopf. In der technischen Analyse gibt es drei sehr bekannte Vertreter dieser Indikatoren Art wie Relative-Stärke-Index (RSI); Commodity-Channel-Index (CCI) und das Momentum. 

All diese Oszillatoren und noch einige mehr eignen sich für technische Analysen grundsätzlich gut. Doch erst später in diesem Beitrag werden wir erfahren, dass die technische Analyse der Finanzmärkte nur dann gelingen kann, wenn wir eine Aktienanalyse korrekt aufsetzen.

Messbarkeit verschiedener Arten der technischen Analyse

Kritiker bringen gerne vor, dass es sich bei der technischen Analyse um „Kaffeesudleserei“ oder „Esoterik“ handelt, die man nicht mit Fakten stützen kann. Doch das muss man differenzierter sehen, wie wir nachfolgend gleich erfahren werden.

Zum einen, wenn man Chartmuster und Formationen betrachtet, müssen wir diesen Kritikern recht geben. Wie wir oben schon gesagt haben, ist es schwierig, manche Chartbilder eindeutig zu quantifizieren. Denn bei der reinen Chartanalyse fehlt einfach die exakte Duplizierbarkeit um sie zu überprüfen.

Es liegt im Auge des Betrachters, ob wir hier nun bestimmtes Candlestick Muster vor uns sehen oder nicht. Wie soll man deren Funktion dann messen oder beurteilen können?

Andererseits ist der Bruch eines Widerstandes eindeutig. Hier gibt es kein heruminterpretieren. Schon mit dem freien Auge erkennt man, ob der Kurs nun ein neues 5 Tage Hoch erreicht hat oder nicht. Technische Analysen, die auf Unterstützungen und Widerständen beruhen, sind also überprüfbar.

Ein Algorithmus erkennt das natürlich ebenso und nun beginnt es interessant zu werden.

Algo Trading

Denn ein vernünftiger Trader verwendet nur solche Regeln der technischen Analyse, die eindeutig und damit quantifizierbar sind

Alles andere ist tatsächlich Esoterik. Man kann daran glauben oder nicht. Beweise, ob es funktioniert, gibt es nicht. Doch wie soll man da Vertrauen in das eigene Trading oder das Trading System finden, wenn man nicht weiß, ob man mit tauglichen Mitteln arbeitet?

Wir traden nur was funktioniert

Was uns zur Kernaussage dieser Überschrift überleitet. Nämlich das wir nur das traden, was wir überprüfen können. Und mindestens genauso wichtig: wir traden nur das, was nachweislich funktioniert, wenn wir es prüfen konnten. Wenn eine Aktien Chartanalyse also nicht überprüfbar ist, wie soll man dann wissen, ob das, was man tut, sinnvoll ist?

Andererseits gibt es genug Möglichkeiten im Rahmen der technischen Analyse, die wir prüfen können. Und das eröffnet uns viele Optionen, allerdings in eine andere Richtung, als der Leser nun erwarten wird.

Denn wir sind strikt gegen die klassische (manuelle) Chart- und/oder Indikatoren Analysen, denn sie widersprechen einer wichtigen Grundaussage, was das Traden ganz allgemein betrifft.

fokus Trading
Trading ist ein statistisches Problem

Wenn dem so ist, wovon wir mangels der Fähigkeit, (mittels technischer Analyse oder sonst irgendwie) in die Zukunft blicken zu können ausgehen müssen, dann entbehrt es jeder Grundlage, einzelne Charts zu analysieren.

 

Was erfolgreiches Trading ausmacht ist eine umfassende Analyse, ob eine bestimmte Möglichkeit der Technischen Analyse, also alles was ich eindeutig messen und damit bewerten kann (Trendkanäle, Unterstützung/Widerstand, Indikatoren) funktioniert.

 

Nämlich in der Historie, denn Fakten finde ich ja nur in der Vergangenheit. Und zwar anhand einer Analyse vieler einzelnen Versuche (= einzelne Trades). Und nicht im Einzelfall, was man aber versucht, wenn man einen Chart manuell analysiert.

 

Zuerst muss ich also wissen, ob meine Regeln auf statistischer Basis funktionieren. Manuell werde ich das nicht herausfinden. Hier hilft nur eine Analyse oder ein Backtest, worüber wir auch in unserem kostenlosen Basis Trading Kurs sprechen.

 

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