Trading – an welchem Wochentag Aktien kaufen ? [VIDEO ANALYSE]

Trading – an welchem Wochentag Aktien kaufen? [VIDEO ANALYSE]

Beim Trading von Aktien haben Sie sich vielleicht schon gefragt: an welchem Wochentag Aktien kaufen? Aktien kaufen jetzt oder ist es vielleicht besser am Montag, immer Dienstags oder am Donnerstag an den Aktienmärkten zu handeln? Wann gehe ich long oder short an der Boerse?

Denn das Timing spielt beim Aktienhandel und beim Trading eine nicht unwesentliche Rolle was die weitere Kursentwicklung betrifft. Und gutes Timing wird uns nicht auf NTV oder der ARD verraten. Das müssen wir schon selber herausfinden.

An welchem Wochentag Aktien kaufen

Letztlich sucht der Trader einen Vorteil, den er mit einem guten Entry erreichen möchte und mit dem er seine Rendite maximiert. Und um diesen Vorteil zu nutzen, dafür stehen zahlreiche Regeln oder einfacher gesagt Möglichkeiten zur Verfügung. Der richtige Zeitpunkt für den Aktienkauf, darum geht es in diesem Artikel.

Trading Indikatoren: Fakten statt Herumraten

Wann man diese Aktienkäufe tätigen soll beantwortet ein Profi Trader mittels Indikatoren, um diese Effekte messbar und bewertbar zu machen. Wir lassen also in diesem Business Fakten sprechen. Wir nennen das technische Analyse und hier hat das Herumraten kein Platz. Indikatoren können dabei komplex oder einfach sein. Etwas schwieriger zu berechnen sind beispielsweise diverse Bänder wie die sehr bekannten Bollinger Bänder. Einfacher berechnet werden können gleitende Durchschnitte. Weiterhin gibt es bestimmte Marktverhalten, von denen man gar nicht denkt, dass sich dahinter Indikatoren verbergen wie ein cum-up Value oder ein cum-down Value. Beides misst eine durchgehende Auf-oder Abwärtsbewegung eines Kurses über mehrere Bars.

Saisonale Effekte (Monate, Tage etc.)

Doch neben den sehr bekannten Standard Indikatoren wie RSI oder Stochastik, um nur zwei von hunderten zu erwähnen, kann man auch die Zeit oder das Datum als Auslöser für Trades heranziehen. Am bekanntesten dabei sind natürlich die üblichen Wirtschaftszyklen, die in regelmäßigen Abständen wiederkehren. Boom Jahre wechselnn sich mit Depressionen ab und die Übergänge sind fließend.

Skurriler wird es, wenn wir an Effekte wie den Superbowl Effekt denken. Dieser Effekt soll es ermöglichen, den Jahres – Schlusskurs des Marktes basierend auf dem Gewinner des Final-Spieles vorherzusagen. Dazu muss man Wissen, dass der Superbowl einmal im Jahr meist Ende Januar oder Anfang Februar ausgetragen wird. Bis zum Jahrensende kann also noch viel passieren und weiterhin sollte man diesen Indikator nicht besonders ernst nehmen. Denn hier steht es immer 50:50 ob man Recht hat oder nicht und so sind diese Art von Prognosen nicht besonders fundiert.

Bekannte Effekte in der Übersicht

Januar EffektMonatswechsel Effekt
Sommer EffektFeiertags Effekt
US Präsidenten EffektZyklus Mondphasen Effekte

Sell in May

Weitaus bekannter im deutschen Sprachraum ist der Sell in May Effekt. Dieser geht von der Annahme aus, dass sich die Aktien-Märkte in den Sommermonaten schwächer entwickeln als in der kalten Jahreszeit. Daher soll man Aktien Anfang Mai verkaufen und – hier findet man verschiedene Versionen – im September (manchmal auch November) an die Märkte zurückkehren.

Das Problem ist hier ganz einfach: auch diese Regel funktioniert nicht wirklich. In manchen Jahren hätte man damit Geld verdient (oder sich Verluste erspart) in manchen Jahren hätte man das Nachsehen gehabt. Und was heißt überhaupt “der Markt”. Welcher Markt? US Aktien, deutsche Aktien? Und wenn zum Beispiel US Aktien, welche Aktien? Nasdaq? Dow Jones? S&P 500 oder doch die Small- und Midcaps?

Zusammenhang und Wirkung

Egal wie verrückt oder skurril eine Regel auch ist, muss man immer zwischen Korrelation und Kausalität unterscheiden. Vielleicht liegt beim Super Bowl Indikator die Trefferquote tatsächlich über 50% und man könnte damit Geld verdienen, wenn man einen langen Atem hat. Aber fragen wir uns, was der Ausgang dieses Spiels mit den Aktienmärkten zu tun haben kann. So sehr wir unsere Gehirnwindungen auch anstrengen, werden wir keinen logischen Grund finden, warum das eine Ereignis auf das andere Auswirkungen haben sollte. Irgendwo in dieser Gleichung ist also ein Fehler.

Beispiele Ursache vs. Wirkung

Frauen mit Schuhgröße 36 bekommen aus statistischer Siche mehr Kinder als Frauen mit Schuhgröße 38. Gleich vorweg: das ist frei erfunden. Wir wissen nicht, ob das stimmt. Aber kann das Kinderkriegen mit der Schuhgröße zu tun haben? Auch hier werden wir wohl trotz intensivem Nachdenken keine Kausalität (ursächlicher Zusammenhang) feststellen können. Eine Korrelation mag hingegen durchaus vorhanden sein. Doch die ist – falls vorhanden – rein zufällig.

Noch ein Beispiel: Männliche Basketballspieler haben durchschnittlich eine Schuhgröße größer 46. Auch das wissen wir nicht mit Sicherheit aber hier sehen wir sofort den Zusammenhang. Denn Basketballer müssen größer sein und dementsprechend haben sie auch eine größere Schuhgröße.

Der Test von sinnvollen Parametern

Nachdem wir nun etwas abgeschweift sind, kommen wir zur Kernfrage: an welchem Wochentag kauft man Aktien zurück. Um diese Frage zu beantworten, muss der Trader anhand der Kurshistorie prüfen, ob es Tage gibt, an denen Aktien ganz besonders gut performen. Dazu verwendet man entsprechende Software (Backtesting Programme) die dieses Rätsel lösen werden. Ohne Fakten gibt es keine Antwort, denn Nachdenken wird nicht ausreichen, um hier Klarheit zu schaffen.

Die Häufigkeit entscheidet

Im Trading sind Qualität und Quantität von großer Bedeutung. Hinsichtlich unsere Effekte, die wir suchen, bedeutet das, dass wir genau hinsehen müssen, wie viele Stichproben ich aus der sogenannten Grundgesamtheit ziehen kann. Ein Superbowl findet einmal im Jahr statt. Den Monat Mai haben wir auch nur einmal jährlich. In beiden Fällen hat man daher eine Stichprobe pro Jahr, die man analysieren kann. Eine Meinungsumfrage unter 3 Menschen wird keine repräsentativen Ergebnisse ans Tageslicht bringen. Eine Trading Regel, die zu einem Trade pro Jahr führen kann, ebenso wenig. Auch 10 oder 15 Trades pro Jahr sind zu wenige, um wirklich belastbare Fakten zu erhalten. Das Ergebnis ist dann mehr oder weniger zufällig – unabhängig von der Frage nach der Relevanz und Kausalität.

Frage: Wann Aktien kaufen?

Bei der Frage ” wann Aktien kaufen ” ist es nun so, dass man, wenn man den idealen Wochentag finden will, immerhin 52 oder 53 Stichproben pro Jahr zur Auswertung bekommt. Damit bekommt das Ergebnis schon eine gute statistische Relevanz. Aktien kaufen Montag oder Freitag ? Oder doch an einem ganz anderen Tag?

Überraschung: Warum uns nun aber der beste Wochentag als Trader doch nicht weiterhilft, trotz Kausalität und vielen möglichen Stichproben – das verrät das nachfolgende Video. Denn wie wir bereits wissen, muss man die Aktienmärkte statistischen Analysen unterziehen, um das Timing zu optimieren um gute Zeiten für den Kauf von Wertpapieren sowie den Aktienverkauf zu finden.

Video Analyse: Der beste Tag zum Aktienkauf

Video Transkript: An welchem Wochentag kauft man Aktien am besten?

In der Video-Analyse nutzen wir Wealth Lab, um ein Aktienportfolio über 18 Jahre zu testen. Das Ergebnis: Ein reiner Wochentags-Filter macht oft keinen Sinn, da die Anzahl der Trades drastisch sinkt. Ein Trading System, das diesen Filter nicht hat, bringt unter dem Strich oft eine bessere Rendite, weil es häufiger tradet. Ein gutes System wird in der Regel besser, je häufiger man es anwendet. Alles im Trading muss mit statistischer Analyse beantwortet werden. Wer rät, zockt – wer testet, betreibt ein Business.

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