Trading Seminare, Trader Ausbildung – worauf achten?

Foto: Trading Seminar München, Sommer 2012

Mein erstes Trading Seminar fand im Jahr 2008 an der Wiener Börse statt. Ich wurde damals von meinem Broker gefragt, ob ich nicht Lust hätte, anderen Tradern zu zeigen, was ich anders als andere machte, und warum ich damit Erfolg hatte.

Nun – damals tradete ich bereits seit einigen Jahren. Aber natürlich war ich nicht von Anfang an erfolgreich. Ich besuchte selbst als Einsteiger in den Jahren davor zahlreiche Seminare und Veranstaltungen, um das Trading zu lernen. Und schließlich fand ich des Rätsels Lösung.

+++Artikel Update am 7. September 2020 von Thomas Vittner

Trading muss man (richtig) lernen

Diese Lösung war nun nicht ein super Regelwerk oder eine geheime Methode. Nein – denn so etwas existiert nicht. Es war eigentlich noch viel einfacher, fast schon peinlich einfach:

Man muss herausfinden, was beim Traden funktioniert

Herausfinden – nicht glauben. Mit Fakten arbeiten. Trading kann man nie mit Büchern alleine lernen. Trading lernt man auch nicht, in dem man den halben Tag in diversen Social Media Kanälen „herumhängt“ und andere um Rat fragt. 

Trading lernt man, in dem zuerst (auf der Meta Ebene) versteht, worauf es wirklich ankommt. Dabei gibt es zwei wesentliche Schritte zu setzen oder zu beachten.

Die 2 Evolutions - Schritte

  1. Das Verinnerlichen, dass man ohne Fakten (Backtests) nicht erfolgreich werden kann
  2. Das „an die Arbeit machen“ und lernen, wie man richtig Backtestet

Also der Reihe nach, obwohl es eigentlich sehr einfach ist.

Das Verinnerlichen, dass man ohne Fakten (Backtests) nicht erfolgreich werden kann

Wenn Sie eine Zeit lang traden, werden Sie sich wohl oder übel damit abgefunden haben, dass Sie die Zukunft nicht vorhersagen können. Aber das geht nicht nur Ihnen so. Auch andere können es nicht. 

Das bedeutet, dass jede Entscheidung, die Sie treffen, mit einer hohen Unsicherheit behaftet ist. Macht es Sinn, diese Aktie jetzt zu kaufen? Ist es gut, den Trade jetzt zu beenden und die Gewinne mitzunehmen? Sollte ich den Stopp jetzt nachziehen oder einen Teilverkauf machen? Und so weiter und so fort.

Egal wie man es dreht oder wendet – erst rückblickend gesehen scheint es ein richtig oder ein falsch zu geben. Wie soll man als Trader aber damit umgehen?

Der einzige Weg ist das Erkennen, dass man nie wissen kann, was im Einzelfall richtig oder falsch ist. Niemals! Daher muss ich mich auf das stützen, was ich kenne. Nämlich auf das, was geschehen ist. Auf die Historie. Auf die Vergangenheit. Auf die Kurse der letzten X Jahre.

Anhand dieser Notierungen kann ein Trader dann seine Entscheidungen auf Fakten aufbauen. Wie weit setze ich am besten meinen Stopp weg? Kaufe ich Aktien, die gerade steigen oder solche, die gerade fallen. Welche Aktien kaufe ich generell und wie viel davon?

Das sind alles Fragen, die ich mit Nachdenken nicht lösen kann. Ich muss es überprüfen. Ich kann mit Nachdenken bloß so weit gelangen, dass ich mich mit Punkt 2 beschäftige. Nämlich:

Das "an die Arbeit machen" und lernen, wie man richtig Backtestet

Trading Experte werden und die wichtigsten Zusammenhänge rasch verstehen

War Punkt 1 noch eine Art „mentaler“ Prozess, folgt in Punkt 2 die richtige, manuelle Arbeit. Es geht nun darum, ein Trading System zu entwickeln, das funktioniert und das mir das ständige Nachdenken „was tue ich mit dem Trade xyz“ abnimmt. 

Denn wie wir bereits gesehen haben, ist das bloß Zeitverschwendung, da wir die Zukunft nicht kennen.

Aber wo fängt man beim Entwickeln an? Welche Tools nutzt man und wie setzt man den Entwicklungsprozess richtig auf? Wo lauern die Fallen, was muss man beachten?

Fakten sind gut – aber wie interpretiert man diese Fakten. Was ist gut, was ist schlecht? Welche Performance ist eigentlich möglich, kann ich mein erstes Trading System überhaupt noch weiter optimieren und und und…

Es gibt hunderte Indikatoren mit Millionen Parametern (gesamt) und ebenso vielen Kombinations-Einstellungen. Natürlich kann man sich da auch alleine durchwühlen, aber das dauert Jahre.

In diesem Zusammenhang habe ich mir einige Gedanken über Trading Seminare im Allgemeinen gemacht. Für wen eignen sich Seminare und wer sollte besser online (alleine, von daheim aus etc.) lernen?

Trading Seminare, Trader Ausbildung – worauf achten – auf den Punkt gebracht

  • Trading Seminare – ja oder nein? Das hängt in erster Linie vom Teilnehmer ab
  • Manche Menschen lernen gerne in der Gruppe
  • Die Workshop Athmosphäre ist schon etwas besonderes
  • Kostenfreie Seminare sind oft eine gute Alternative – doch fehlt hier oft das Comittment der Teilnehmer
  • Als Alternative zu (teuren) Präsenz-Seminaren bieten sich heute auch Online Ausbildungs-Tools an.

Macht es Sinn, auf ein Trading Seminar zu gehen? Das kommt drauf an. Zum einen natürlich von der Qualität der gebotenen Inhalte und der Fähigkeit des Trainers, sein Wissen weiterzugeben.

Aber der beste Trainer steht auf verlorenem Posten, wenn der Teilnehmer nicht aufpasst. Wenn er kein Comittment zeigt. Denn lernen das muss immer noch jeder selber.

Trading Seminare sind im Regelfall hochpreisig. Wenn die Inhalte gut sind, sind sie ihr Geld mit Sicherheit wert. Alternativ bieten sich Online Ausbildungsmöglichkeiten an, die natürlich etwas preiswerter sind. So oder so ist es immer der Schüler, der dem gebotenen Inhalt den Wert verleiht.

Trading Seminare eignen sich somit sicher nicht für alle Menschen. Ungeachtet der Inhalte und das nachfolgende Video will auf diesen Umstand ganz offen hinweisen.

Video Transkript: Trading Seminare, Trader Ausbildung – worauf achten?

Vor wenigen Tagen bekam ich eine Zuschrift eines Traders, der sich für meine Trading Seminare interessiert.

Er hat mich gefragt was ich denn generell von Trading Seminaren so halte. Bleiben Sie dran. In Kürze geht’s weiter.

Ich habe letztens eine E-Mail von einem Trader im Postkasten gehabt der mir schon länger folgt und der auch meine meine Homepage besucht hat und dort auch immer wieder meine Blogbeiträge liest. 

Er hat mich gefragt beziehungsweise er hat gesagt dass er Interesse hätte an einem meiner Seminare. 

Aber er zweifelt halt generell an den Seminaren. Er fragt sich ob es wert ist sich auf ein so teures Seminar zu setzen. Was ich denn generell von Seminar Angeboten im Trading halte.

Nun pauschal ist das sehr schwierig zu beantworten. Weil es steht glaube ich ohne Zweifel dass ein Seminaren natürlich mit dem Inhalt und mit dem Vortragen steht oder fällt. 

Das bedeutet dass man sich natürlich genau über den Vortragenden und seine Kompetenz informieren muss. 

Aber es ist ja nicht nur seine fachliche Kompetenz. Es ist auch seine Kompetenz im Ausbildungsbereich.

Es gibt Beispiel viele Experten die wirkliche Fachleute sind aber die ihr Wissen nicht weitergeben können. 

Weil sie didaktisch nicht geschult sind. Weil sie auch gar kein Interesse haben ihr Wissen weiterzugeben. Also einerseits muss der Trainer muss natürlich fachlich versiert sein. 

Er muss aber auch sein Wissen weitergeben können an andere. Und die Inhalte müssen gut sein. Das steht außer Zweifel.

Aber dann geht es ja um die Frage: Seminare generell ja oder nein. Nun ich glaube es kommt hier in erster Linie auf den auf den Teilnehmer an auf den Menschen an. 

Es gibt Leute die gerne in einer Gruppe lernen. In einem Workshop lernen.

Denn da gibt es eine gewisse Atmosphäre die positiv aufgeladen ist oder sein kann wenn die Gruppe homogen ist. Das ist im Trading sehr häufig der Fall weil Trader sich ja selber in einer sehr kleinen Minderheit zugerechnet fühlen und damit einfach auch sich zusammenschweißen. Ich merke es immer wieder Manager Trading Seminaren. Wie rege da der Austausch in den Pausen ist.

Da wird in der Pause nur über Trading gesprochen. Da wird nicht über private Dinge geredet. Da geht es nur über Trading. Da werden Telefonnummern ausgetauscht. 

Da werden Kontakte geknüpft. Das mögen die meisten Trader, obwohl Trading andererseits ja auch ein sehr einsames Business ist. 

Wenn man zu Hause sitzt und alleine tradet hat man ja mit keinem Menschen zu tun. 

Aber viele Trader suchen diese Austausch und da bieten sich natürlich ein Seminar oder ein Workshop eben wunderbar an. 

Und wenn dieser Workshop noch über mehrere Tage geht, dann entstehen da auch oft richtige Freundschaften. Habe ich alles schon bei meinen Workshops erlebt.

Und das muss eben jeder selber abschätzen. Lernt man gerne in der Gruppe oder lernt man alleine. Dann bieten sich gewisse online Ausbildungsmöglichkeiten an die es ja gibt. 

Egal ob die jetzt kostenfrei oder kostenpflichtig sind.

Seminare vor Ort, und das ist vielleicht auch noch ein Punkt, die sind im Regelfall kostenpflichtig. Es sei denn sie gehen auf eine kostenlose Informationsveranstaltung Ihres Brokers zum Beispiel. 

Da gibt es durchaus auch interessante Vorträge. Aber die meisten Seminare sind natürlich mit Kosten verbunden. Das ist klar. 

Ein Seminar so ein Tages-Seminar zum Beispiel das kostet ja auch den Vortragenden viel Geld.

Man muss den Raum mieten. Man braucht Verpflegung. Man muss anreisen. Man muss vielleicht noch eine Nacht oder zwei sogar dann schlafen wenn es nicht da der Wohnort des Trainers ist. 

Und von daher natürlich entstehen Kosten, die man natürlich dann eben weitergibt.

Aber interessant ist eines was ich bemerkt habe. Dass so Seminare die angeboten werden – die auch eine gewisse – einen gewissen Preis natürlich dann eben auch aus den genannten Gründen erfordern. 

Dass hier das Commitment der Trader, also die Bereitschaft dann wirklich alles zu geben im Seminar das die sehr sehr hoch ist.

Wohingegen gerade bei kostenlosen Angeboten habe ich schon oft erlebt dass viele Teilnehmer gar nicht aufmerksam sind. Dass sie sich vielleicht mit ihren Nachbarn unterhalten. 

Sowas erlebt man in hochpreisigen Tages oder Wochen-Seminaren nicht. Ich habe das bei meinen Vorträgen noch nie erlebt. Das heißt, das Commitment der Trader ist extrem hoch weil sie natürlich auch einen gewissen Preis dafür bezahlen. 

Und dann ist es eigentlich kein Thema dass man jetzt diese Zeit vergeudet und da irgendwelche Späßchen macht während des Vortrags.

So ein Seminar kann in vielerlei Hinsicht sehr sehr gut sein. Aber man kann jetzt nicht pauschal sagen ja Seminare sind unbedingt der beste Weg oder Seminare sind gar kein gangbarer Weg. 

Es gibt ja auch viele Trader die sich für Personal Coaching interessieren. Die wollen vielleicht nicht auf ein Seminar gehen.

Aber pauschal – und das war dann eben auch meine Antwort auf diese Frage – pauschal kann man es nicht sagen. Man kann nur die für oder wider abwägen und sich versuchen sich selbst einzuschätzen. 

Ob man in so einer Workshop Atmosphäre aufblüht ob man da auch gerne Kontakte knüpft oder ob man lieber beim Lernen für sich bleibt. 

Dann bieten sich wie gesagt Online Angebote an.

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