Trading Trip München – wenn jemand eine Reise tut so kann er viel erzählen…

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Vergangene Woche führte mich mein Weg nach München, wo ich einige Trading Termine hatte, die bereits monatelang im Voraus geplant waren. Doch aufgrund der externen Umstände rund um den Corona Virus verlief nicht alles wie geplant. 

In diesem Beitrag möchte ich Einblicke in die Geschehnisse der letzten Tage geben und euch auf diese spannende Reise „mitnehmen“.

Am Mittwoch früh ging es bereits los von Wien nach München. Doch nicht so wie ursprünglich gedacht mit dem Zug sondern mit dem eigenen PKW. Leider. Denn eigentlich hatte ich geplant, mich in den 4 Stunden Zugfahrt gemütlich auf den abends stattfindenden Vortrag für den VTAD (dazu später mehr) vorzubereiten. 

Aber als die Meldungen über den Corona Virus immer heftiger und beängstigender wurden, entschied ich mich bereits Montags, das Zug Ticket verfallen zu lassen und lieber mit dem Auto anzureisen.

Mir ging es weniger um die Gefahr der persönlichen Ansteckung (geringe Wahrscheinlichkeit – Trader denken immer in Wahrscheinlichkeiten) sondern eher darum, dass irgendwo im Zug ein Verdachtsfall auftreten könnte (höhere Wahrscheinlichkeit). 

Damit würde dann der ganze Zug unter Quarantäne gestellt – was ich natürlich absolut nicht brauchen konnte mit all den bevorstehenden Terminen. Ob diese Sorge überzogen war, weiß ich nicht. Fakt ist, dass ich mich wohler dabei fühlte. Und das zählt letztlich.

Somit bedeutete diese Planänderung aber auch, dass ich Montag und Dienstag noch alles fertigstellen musste, weil die gemütliche Arbeitsmöglichkeit beim Zugfahren eben wegfiel. Was letztlich zu einer langen Nacht am Dienstag führte, in der ich Folien formatierte und einen „Fahrplan“ für das Backtesting (was zeige ich im Vortrag überhaupt) entwickelte.

Zusätzlich erreichten mich ab Montag erste Absagen für das Donnerstags geplante Münchner Trader Treffen. Der Termin war eigentlich schon ausgebucht. Doch dann kam Absage 1. Und gleich darauf Absage 2. Schließlich sagte am Dienstag noch ein weitere Teilnehmer ab. 

Was mich dazu bewog, den ganzen Termin kurzfristig zu streichen. An einem Ersatztermin arbeite ich. Allerdings hat es wenig Sinn, in der derzeitigen Lage kurzfristige Planungen anzustellen.

Die Anreise mit dem Auto verlief letztlich ohne nennenswerte Ereignisse. Und dann ging es auch schon los beim VTAD, dem Verein der technischen Analysten Deutschlands – bei der Regionalgruppe München. 

Ehrlich gesagt war ich etwas nervös, weil ich davon ausging, dass das Niveau der anwesenden Teilnehmer etwas höher ist, als bei herkömmlichen Vorträgen auf Messen oder Börsentagen. Und dem war dann auch so, allerdings ging alles sehr gut und harmonisch über die Bühne. 

Und den Teilnehmern hat‘s gefallen, wie ich aus zahlreichen Emails, die mich nach dem Vortrag erreichten, herauslesen konnte.

Doch zurück zur Zeit kurz vor dem Vortrag. Eine weitere Sorge kam dazu, als ich die vereinbarte Dreiviertelstunde vor Beginn vor Ort war, um alles aufzubauen. Gähnende Leere.

 

Na gut, es waren noch 45 Minuten Zeit. Aber trotzdem – war ich richtig hier? (das Konferenz-Zentrum in München ist groß und es gibt viele viele Räume). War der Termin abgesagt und ich habe die Email nicht bekommen? Wäre ja denkbar. Schließlich kamen die ersten Leute und ich war erleichtert. Also alles gut…

Letztlich waren ca. 20 Teilnehmer vor Ort. Deutlich weniger als sonst bei den VTAD Treffen. Aber wem soll ich es verübeln, dass er in solchen Zeiten lieber daheim bleibt? Wir werden sehen, ob es, wenn sich die Lage beruhigt, zu weiteren Termin von mir beim VTAD kommt. Oliver Wissmann, Leiter der Regionalgruppe, hat dies jedenfalls schon durchklingen lassen. Ich stehe jederzeit gerne wieder zur Verfügung – diesmal bei Full House. Letztlich hier nochmals ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer des VTAD und an Oliver für die tolle Organisiation.

 

Und dann war da noch die mediale Berichterstattung über Corona, die von Tag zu Tag schlimmer wurde. Man kann sich dem Thema ja gar nicht mehr entziehen. Doch ich habe beschlossen, mich nicht verrückt machen zu lassen. 

Daher ging es am nächsten Tag von München nach Andechs. Ich hatte spontan ein Treffen mit einer Vermögensberatung angesetzt und ließ es mir nicht nehmen, im Kloster Andechs ein (!…) Bier zu trinken. 

Na gut. Es war mehr als eines. Hervorragend – wie immer in Andechs. Und auch die Haxe war ausgezeichnet. Fast besser als in Wien im Schweizerhaus…

 

Am nächsten Tag ging es von Andechs wieder zurück nach München. Ich beschloss schon vor ein paar Wochen, nicht im Seminar Hotel zu nächtigen, weil mir das einfach zu teuer war. So fand ich ein Motel One gleich daneben, wo ich ums halbe Geld übernachten konnte. Diese Sparsamkeit wird man vermutlich nie aus mir rauskriegen und die Betten im Motel One sind genau so bequem.

Kurz machte ich mir Sorgen, ob der Gesetzgeber dem Seminar noch einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Heimreisezwang, Ausgangssperren und mehr. Wer weiß, was noch alles auf uns zukommt. Aber glücklicherweise wurde bis Samstag nichts dergleichen verlautbart und das Seminar konnte wie geplant stattfinden.

Anmerkungen: zwei Tage später macht Deutschland seine Grenzen zu Österreich dicht. Und in Österreich gibt es starke Ausgangsbeschränkungen. Das war ja eine „Punktlandung“ meinerseits…

 

Anmerkungen: zwei Tage später macht Deutschland seine Grenzen zu Österreich dicht. Und in Österreich gibt es starke Ausgangsbeschränkungen. Das war ja eine „Punktlandung“ meinerseits…

Eigentlich war auch dieses Seminar mit 10 Teilnehmern im Vorfeld schon ausgebucht. Mehr Leute nehme ich nur ungern bei einem Termin an, weil es sonst zu anstrengend wird. Aber von den 10 kam es dann doch zu 3 kurzfristigen Absagen bzw. Umbuchungen auf die Seminar Termine im Herbst. Dafür habe ich natürlich vollstes Verständnis.

Gleichzeitig war ich froh, dass die meisten sich letztlich doch nicht aus der Fassung bringen ließen und cool blieben und hinkamen. Auch das ist eine gute Eigenschaft für Trader – Gelassenheit. Das Seminar selbst war dann grandios. Engagierte Teilnehmer. Voller Einsatz. Ständiges Mitarbeiten. Viele Fragen. Nur so geht es. Danke an euch alle fürs Kommen! Wir sehen uns im Herbst beim Aufbau Kurs in Frankfurt am 21.2 und 22. November.

Gleich nach dem Seminar, das bis 16:30 Uhr dauerte, fuhr ich heim nach Wien. Vorher musste ich aber noch schnell raus aus meinem dunklen Anzug und den Budapestern und rein in Jeans und Sneakers, denn 5 Stunden im Auto verlangen nach Bequemlichkeit. Noch ein paar Tage davor zog ich ja in Erwägung, erst Sonntags nach einem gemütlichen Frühstück im Münchner Hotel heim nach Wien zu fahren, doch ich wollte nach Hause zu meiner Marianne. Ich hatte sie lange genug allein gelassen und die derzeitige Gefährdungslage machte diese kurze Trennung sicher nicht einfacher. Hundemüde aber erleichtert sperrte ich gegen 22:00 Uhr die Wohnung auf. Daheim! Endlich! Was für eine Woche! Was für eine Welt derzeit…?!

So war es letztlich eine gelungene Trading Reise nach München, auch wenn nicht alles ganz so klappte, wie geplant. Doch den Umständen entsprechend … es hätte noch (viel) schlimmer kommen können. So muss – nein – so bin ich zufrieden, wie sich die Dinge entwickelt haben. Und nun kann ich meinen ganzen Fokus wieder auf die Börse richten. Viel versäumt habe ich in dieser Woche aber nicht, oder? (Scherz!).

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