Gerade in Zeiten, wo die Märkte abtauchen, wie im August 2024 oder wenn uns wieder mal ein Coronavirus heimsucht und damit nicht nur an der Börse für Verwerfungen sorgt, ist die Angst groß. Wird es so schlimm wie 1929? Oder so wie 2008? Oder schlimmer?
Viele fragen sich auch: hätte man diesen Börsencrash vorhersehen können? Hätte man es im Vorfeld ahnen können, dass die Börsen zusammenbrechen, weil die Bewertungen hoch waren? Hätte man also auf den Crash vorbereitet sein können? In diesem Beitrag versuchen wir darauf Antworten zu finden.
Update 5. August 2024 by Thomas Vittner
Crash vorhersagbar?
Natürlich wollen wir das Thema Börsencrash vernünftig und ernsthaft angehen. Hier geht es also nicht um die Glaskugel. Nicht um Trader, die glauben, sie hätten es kommen sehen. Nicht um Möchtegern oder Fernseh-Gurus die ständig den Crash predigen um dann irgendwann recht zu haben. Nicht um Chartsignale und auch nicht darum, ob ein Crash immer am Montag stattfindet…
Hier geht es um das Thema Börsencrash auf einem ganz anderen Level.
Wir fragen uns, ob wir hätten aus der Vergangenheit ähnliche Ereignisse auswerten und damit solche Gefahren im Vorfeld identifizieren können.
Kann man also anhand mathematischer Modelle solche Zusammenbrüche vorhersagen und dementsprechend vielleicht sogar (bei allem menschlichen Leid) davon profitieren? Sehen wir weiter, wie sich die üblichen Fehler dabei verhindern lassen.
Aktien fallen - ist der Einbruch da? Fakten vorab
- Niemand kennt die Zukunft, auch Trader nicht
- Die Börse kann niemand prognostizieren
- Die Kurse machen oft die Nachrichten und nicht umgekehrt
- Statistische Methoden funktionieren an der Börse nur unter gewissen Voraussetzungen
- In den letzten 20 Jahren gab es zwei Börsencrashes
- Die Datenlage ist dünn – das macht die Bewertung anhand von Modellen so gut wie unmöglich
Sie finden weiter unten im Beitrag ein Video, wo wir versuchen zu erklären, was es mit der Vorhersehbarkeit von Börsencrashes auf sich hat.
In diesem Video sehen wir zunächst die Entwicklung des wohl bekanntesten Indes der Welt: des Dow Jones. Im Video sehen wir sehr gut, dass es immer wieder zu Markteinbrüchen kommt, sich die Märkte davon aber regelmäßig erhohlt haben.
Mediale Darstellung von Markteinbrüchen
Immer wieder versuchen die Medien, die nächste Panik (Crash) vorherzusehen (-schreiben). Gerne werden dabei Parallelen aus dem hier und jetzt mit vergangenen Crash Szenarien wie beispielsweise der Finanzkrise hergeleitet. Kann man damit einen Börsencrash prognostizieren?
Natürlich stürzen sich die Medien in Print und im TV auf Themen, von allgemeinem Interesse. Und da kommt ein Virus gerade recht. Eine Krankheit, an der scheinbar viele Menschen sterben. Eine Krankheit, die wir nicht kennen und vor allem was der Mensch nicht kennt, hat er Angst.
Damit lassen sich prima Zeitungen verkaufen und hohe Werbeprämien während TV Sondersendungen lukrieren.
Der Börsencrash also als Cash-Cow für die Medien mit der man Geld verdient? Sicher. Aber wie soll man sich als Anleger verhalten, wenn es an der Börse drunter und drüber geht und Indizes (Dow, Nasdaq 100, Dax etc.) weltweit fallen? Soll man ETF kaufen? Aktien kaufen? Zertifkate? Oder soll man alles verkaufen? Guter Rat ist teuer…
Was passiert, wenn Aktien crashen?
Natürlich fallen die Kurse. Und zwar stark. So wird ein Börsencrash einfach erklärt. Wie stark die Notierungen bei Börsencrashes fallen müssen – dafür gibt es keine exakte Definition. Und es gibt auch keinen zeitlichen Rahmen, der für die Bezeichnung bei einem Börsen-Crash einen Rahmen vorsieht. Fakt ist – es geht nach unten. Und an dieser Stelle muss man verstehen, warum das geschieht…
Short Seller trifft keine Schuld
Die Kurse fallen nicht wegen Short Selling – also wegen Leerverkäufen. Die Kurse fallen, weil große Marktteilnehmer ihre Exposure auflösen und in Cash gehen. Sie tun es, weil ein Börsencrash Auswirkungen auf die Realtwirtschaft hat. Und damit die Wirtschaft stagniert.
Also: nächster Börsencrash heuer? Oder genauer: nächster Börsencrash 2020? Sind wir gerade im März 2020 mitten drin? Oder sagen wir wie es ist und was wir denken: Börsencrash Corona? Das schwierige ist, dass man die Frage, wann kommt der nächste Börsencrash, im Vorfeld nicht fundiert beantworten kann. Niemand ruft: Börsencrash heute! Keiner sagt: Achtung – Börsencrash 2020 im Anmarsch.
Doch was bei einem solchen Einbruch passiert, sehen sie hier. Das ist der Kurs des Dax, wo wir die beiden Dips 2000 – 2003 und 2008 – 2009 sehr gut erkennen. Der Kursverlust liegt über 60%. Wird der Börsencrash aktuell, sofern man im März 2020 davon sprechen darf, genau so heftig? Unmöglich zu sagen, wie sich die Dinge entwickeln.
Markteinbruch? Ruhig bleiben
Der Ratschlag: cool bleiben ist wohl leichter gesagt als getan. Doch wenn man beispielsweise als Langfrist Investor agiert, dann wird man immer wieder mit solchen heftigen Korrekturen oder einem Börsencrash konfrontiert werden. Hier sollte man solche Dips eher für moderate Nachkäufe nutzen.
Übrigens befinden sich derzeit (Stand Anfang März 2020) die Märkte noch nicht einmal im Korrektur-Modus.
Genau genommen war der Kurseinbrauch zwar heftig, aber man darf hier noch nicht von einem Crash sprehen. Die großen Indizes in den USA haben beispielsweise um die 10% in einer Woche verloren.
Sicher ist das heftig. Aber der Markt ist 2019 auch um mehr als 30% gestiegen und auch 2018 war ein gutes Jahr, das darf man nicht vergessen.
Viele Konzerne agieren heute weltweit. Viele lassen in Asien fertigen. Dort stehen teilweise ganze Produktionsstätten still. Der Tourismus stagniert. Die Leute haben Angst zu reisen. Natürlich werden das die Unternehmen spüren. Sie werden weniger Gewinn machen – und das preist die Börse derzeit ein.
Da ständig neue Horrormeldungen über den Ticker kommen, ist auch dementsprechend die Volatilität, also die Schwankung, hoch. Und niemand kann sagen, ob und wann sich das Blatt wieder zum besseren wendet.
Crash oder Anpassung?
Man soll die Gefahr zwar weder herbeischreiben noch unter den Teppich kehren. Aber was wir derzeit an der Börse sehen ist eine Einpreisung von Gewinnwarnungen, die es – je nach Branche – heftiger oder weniger heftig geben wird. Das alles natürlich mit Stand 2. März – wie es weiter geht, weiß niemand.
Kann man solche Situationen vorhersagen?
Doch nun zur eigentlichen Frage: kann man anhand mathematischer Modelle einen Börsencrash vorhersagen? Ist dieser Kursrückgang der Vorbote für einen Zusammenbruch der Märkte, wie wir ihn 2008 und 2009 hatten? Gibt es Gemeinsamkeiten – und wenn ja wie findet man die.
In diesem Video finden Sie mehr Infos über das Thema Börsencrash.
Basiswissen - die größten Marktzusammenbrüche
- 1929 – schwarzer Montag
- 1987 – Oktober Crash
- 1997 – Asien Crash
- 2000 – Dot Com Bubble
- 2008 – Finanzkrise
Die höchsten Tagesverluste (Wall Street)
Gewappnet für den Ernstfall?
Angst vor einem Zusammenbruch der Märkte? In unserem Basis Trading Kurs zeigen wir, wie man richtig Trading lernt. Damit steigt auch die mentale Kompetenz des Traders, was das Traden in schwierigen Zeiten wie jetzt einfacher macht.
Wappnen sie sich also für alle Szenarien und nach mehreren Jahren mit gestiegenen Kursen muss man eine scharfe Korrektur immer auf der Rechnung haben.