Gewinne laufen lassen Verluste begrenzen

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Eine Aktie oder ein anderes Wertpapier wurde gekauft. Der Einstieg also vollzogen. Und die Position läuft in den Gewinn. Was nun? Was tun mit den Profiten? Gewinne laufen lassen Verluste begrenzen? Kursziel setzen, absichern, laufen lassen? Und wie man es macht – es ist verkehrt. Scheinbar. Nämlich dann, wenn man in jedem Einzelfall (bei jedem Börsengeschäft) das Optimum rausholen will. Denn die selektive Wahrnehmung (ich sehe nur das, was ich sehen will) ist hier das große Problem. In Wahrheit ist der Verlauf der Börsenkurse nämlich alles andere als optimal. Was glauben sie, wie wir uns ärgern würden, wenn wir jedem beendeten Börsengeschäft eine Woche später noch hinterher sehen würden? Da wären sicher viele Aktien nach dem Verkauf noch ordentlich weitergelaufen.

Gewinne laufen lassen Verluste begrenzen

Aus statistischer Sicht ist diese Börsenweisheit falsch. Doch in der Fachliteratur liest man, dass man an den Märkten nur dann erfolgreich sein kann, wenn man seine Verluste begrenzt! Nun ist das ja nicht ganz verkehrt, denn natürlich brauche ich ein gutes Risikomanagement. Doch der darauf oft folgende Tipp, diese Verlustbegrenzung mit einem Stopp Loss durchzuführen, ist fatal. Denn ein Stopp Loss ist kein Risikomanagement. Noch schlimmer ist ein immer wieder auftauchender Hinweis, dass ein Trade, der sich nicht so entwickelt wie geplant, sofort wieder geschlossen werden soll. Zum einen ist dieser Rat unpräzise und darüber hinaus ebenso falsch. Denn was heißt “sofort”? Nach zwei Minuten, nach zwei Stunden oder nach zwei Tagen?

Doch damit nicht genug der falschen Ratschläge. “Gewinne laufen lassen”. Klingt schön, klingt logisch. Ist aber ebenso verkehrt. Gewinne nimmt man mit. Entweder relativ bald (hier bleiben wir jetzt bewusst unpräzise) oder nach einer passenden Haltedauer. Trendfolge? Hm. Da war doch was. Ach ja. Trendfolge funktioniert nicht gut. Warum nicht? Weil auch ein gutes Kaufsignal nach wenigen Tagen verpufft. Und dann? Dann handle ich nur noch den Markt. Ich kann natürlich die Gewinne weiter laufen lassen, aber ein (neuer) guter Einstieg macht weit mehr Performance.

Und weiter geht es im Irrgarten der Informatiionen: Trailing Stopps! Also dem Kurs nachlaufende Stopps. Die sind noch “schlimmer” als ein Initial Stopp. Das würgt den Trade erst recht ab. Trailing Stopps sind aus statistischer Sicht die schlechteste Möglichkeit einer Gewinnmaximierung.

Gewinne laufen lassen Verluste begrenzen – Fazit

Das Fazit der Ratschläge aus der Fachliteratur: Verluste fallen unter Berücksichtigung dieser Tipps kleiner aus und können durch hohe Gewinne überkompensiert werden. Blöd nur, dass häufige kleine Verluste und wenige große Gewinne auch zum Bankrott (oder zu einer deutlich schlechteren Performance) führen können. Aber das bleibt oftmals unerwähnt. Denn vom echten Börsenhandel haben viele Publizisten absolut keine Ahnung.

Warum schreibt man dann so einen Bullshit und warum? Verbreitet hier jemand absichtlich falsche Aussagen oder weiß es derjenige nicht besser? Da viele dieser Infos hinsichtlich des Handels mit Hebelprodukten gemacht werden, kann man für diese falschen Infos noch irgendwie Verständnis zeigen. Denn bei Hebelprodukten (und bei voller Ausnützung des Hebels) ist ein Verzicht auf einen Stopp natürlich ein Problem. Denn was mache ich bei hoher Slippage und/oder einem Gap gegen mich? Der Hebel wird mein Konto ausradieren.

Die Lösung lautet zweimal ohne. 1) ohne Hebel und 2) ohne Stopp Loss traden. Aber neu: 3) nicht ohne Risikomanagement. Zumindest gilt Punkt 2) für US Aktien-Strategien, die auf dem Tagesschlusskurs basieren (sog. EOD Modelle) . Bleibt die Frage im Kopf hängen, warum jemand so etwas ungeprüft publiziert (und andere damit ins Verderben stürzen kann). Könnten hier andere Interessen dahinterstecken? Fragen Sie sich doch bitte mal, wer beim „Over the Counter“ Trading (also beim Außerbörslichen Handel) gewinnt, wenn Sie verlieren? Könnte das Ihr Broker sein? Und freut sich der nicht weiters über die vielen Stopps, die gezogen werden? Es gilt die Unschuldsvermutung.

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