Aktien Grundlagen – das Portfolio und dessen Optimierung

Im Trading muss man die wichtigsten Zusammenhänge verstehen um Geld zu machen

Aktien Grundlagen – bis auf den blutigen Anfänger weiß jeder Anleger oder Trader, dass er einen Plan für seine Geldanlage braucht. Damit ist nun nicht (nur) die Auswahl des passenden (Aktien) Sparplans gemeint sondern wir gehen an dieser Stelle bereits tief in die Materie Trading hinein.

Grundlagen Börse

Die Strategie und ihre Bestandteile

Bis auf den blutigen Anfänger weiß jeder Anleger oder Trader, dass er einen Plan für seine Geldanlage braucht. Damit ist nun nicht (nur) die Auswahl des passenden (Aktien) Sparplans gemeint sondern wir gehen an dieser Stelle bereits tief in die Materie Trading hinein.

Der Plan – oder die Strategie (letztlich ist das das Gleiche) umfasst nun mehrere Kernkomponenten, bei der auch unter anderem das Aktien Portfolio eine Rolle spielt.

Die 4 Kernelemente einer Aktien Strategie sind somit.

  1. Der Kaufzeitpunkt
  2. Der Verkaufszeitpunkt
  3. Die Wahl der Positionsgrößen
  4. Das Portfolio


Wenn wir diese 4 Punkte in den Trading Fach-jargon übersetzen, heißt es wie folgt

  • Entry
  • Exit
  • Position-Size
  • Portfolio Selection

Die hier dargestellte Reihenfolge hat nichts mit einer Wertigkeit zu tun. Denn alle 4 Kernelemente (genau genommen gibt es 5 – wir werden das am Ende noch kurz besprechen) sind von großer Bedeutung.

Strategie

Der Kaufzeitpunkt – Entry

Die Frage, wann ich Aktien kaufe, ist von essentieller Bedeutung. Timing – so heißt es oft – ist bei Aktien sinnlos. Viele Experten behaupten denken so, erwähnen auch gerne das sehr bekannte Experiment, in dem ein Affe einen Fondsmanager bei der Aktien Auswahl geschlagen hatte. Doch liegen sie damit richtig? Jein!

Im Einzelfall ist es schwierig bis unmöglich, Aktien richtig zu tippen. Niemand kennt die Zukunft und heute prosperierende Firmen wie Apple oder Tesla, die Liebkinder der Börsengemeinde – können morgen (oder übermorgen) nicht mehr hipp oder technologisch überholt sein. 

Wer hätte beispielsweise gedacht, dass Nokia, einst Weltmarktführer bei Handys, so in der Versenkung verschwindet? Wer hatte auf der Rechnung, dass Kodak, einst Marktführer in seiner Branche, so untergeht? 

Und wer hätte gedacht, dass Wirecard nur auf Betrug aufgebaut ist (Hinweis: noch immer gilt die Unschuldsvermutung…). Na gut – bei Wirecard hatten es einige schon jahrelang gedacht. Aber sei‘s drum. Fakt ist und bleibt: Timing im Einzelfall – das ist so eine Sache. Es ist einfach Glück oder Zufallsbehaftet.

Timing – und das ist jetzt sehr wichtig zu verstehen – auf statistischer Basis, das funktioniert sehr wohl. Auf statistischer Basis bedeutet, dass ich versuche herauszufinden, wann es – eben aus statistischer Sicht – am besten ist, Aktien zu kaufen. 

Ein Beispiel: kauft man besser die Gewinner der letzten Tage oder die Verlierer? Gehe ich also vielleicht bei einem neuen 10 Tagestief long (ich kaufe die Verlierer) oder gehe ich besser bei einem neuen 10 Tageshoch long (ich kaufe die Gewinner).

Als Trader oder Anleger muss man verstehen, dass es nicht darauf ankommt, welche der beiden Optionen mich mehr anspricht. Ich muss mit statistischen Methoden (auch Backtests genannt) herausfinden, worauf alle Aktien besser ansprechen. Dann habe ich eine hohe Wahrscheinlichkeit, bei meiner Strategie ein gutes Timing (= einen guten Entry) zu nutzen.

Trading im Sekundentakt

Der Verkaufszeitpunkt – Exit

Das Timing ist nicht nur beim kaufen wichtig sondern auch beim verkaufen von Aktien und anderen Wertpapieren. Denn ein falsch geplanter Verkauf kann uns viel Profit kosten, oder eben Gewinne sichern. Daher müssen wir auch beim Verkaufen darauf achten, gute Entscheidungen zu treffen.

Gute Entscheidungen sind – wie beim Entry – nur dann möglich, wenn wir die Statistik befragen. Im Einzelfall ist es meist so, dass wir zu früh oder zu spät aussteigen. Wir schaffen es also selten bis gar nicht, das Maximum aus einer Bewegung zu holen. 

Und das ist auch gar nicht weiter schlimm. Wir müssen bloß unter dem Strich Geld verdienen und dabei hilft uns das Timing – egal ob beim Entry oder Exit. Allerdings niemals im Einzelfall. Trader haben immer das große Ganze im Auge.

Die Wahl der Positionsgrößen – Position Sizing

Rechnen

Anders als beim Trading von Futures oder Währungspaaren, wo viele Trader bloß ein Instrument traden, haben wir bei Aktien die Möglichkeit, mehrere Werte gleichzeitig auszuwählen. Bei der Wahl des Portfolios wird dieser Punkt später noch offensichtlicher. Aber hier sprechen wir zunächst von der Positionsgröße. Wir stellen uns also die Frage, wie viele Aktien wir kaufen.

Ganz oben in dieser Hierarchie siedeln wir unser Trading Kapital an. Wie viel Geld haben wir für das Trading? Sind es 10.000 Euro, 50.000 Euro oder mehr als 100.000 Euro? 

Oder irgendetwas dazwischen? Daraus leitet sich – teilweise – auch schon die Positionsgröße ab.

Stufe 2 ist die Asset Allocation, die dann ins Spiel kommt, wenn wir mehrere Strategien parallel traden wollen. Wie viel Geld von meinem gesamten Spekulationskapital weise ich einer Strategie zu? Es muss ja nicht immer eine 50/50 Aufteilung sein, wenn ich beispielsweise 2 Strategien nutze.

Und wenn ich diese Aufteilung gemacht habe, bleibt das zur Verfügung stehende Kapital pro Strategie und daraus leite ich dann die Positionsgröße ab. Man kann es hier einfach halten, und pro Strategie 10 Trades (oder 20 Trades – oder 5 Trades etc.) machen, sofern überhaupt genügend Signale vorhanden sind, was wiederum vom Portfolio (siehe nächster Punkt) abhängt.

Man kann die Frage nach der passenden Positionsgröße aber auch anhand der Volatilität ableiten. Beispielsweise kaufe ich beim Trading weniger Aktien, wenn die Vola hoch ist. Oder ich gehe mehr Risiko ein und kaufe absichtlich mehr bei hoher Vola.

Die Positionsgröße ist somit ein gutes Mittel, um mein Risiko zu steuern. Egal wie ich es anlege, darf ich auch hier nichts dem Zufall überlassen. Nur ein klug aufgesetzter Backtest kann mir sagen, ob es tendenziell besser ist, mehr oder weniger Trades parallel zu machen und/oder die Vola in diese Frage mit einfließen zu lassen.

Aktien Kurs

Portfolio Selection – die Portfolio Auswahl

Wir vermuten bereits richtig, dass wir unsere Trading Regeln nicht auf alle Aktien dieser Welt anwenden können. Schnell würde die Übersicht verloren gehen und weiterhin mangelt es uns einfach an Ressourcen, tausende Aktien gleichzeitig zu managen.

Das bringt uns auf folgende wichtige Frage:

Wie stelle ich mir ein Portfolio von Aktien richtig zusammen?

Bei der Portfolio Auswahl gibt es zunächst einige allgemeine Punkte, die man beim Trading beachten muss. Diese Punkte wären:

  • Anzahl verfügbare Aktien

  • Kosten

  • Handelbarkeit

Die Anzahl machts – Quantität vs Qualität

Wir haben weiter oben den Begriff Statistik bereits einige Male strapaziert. Jede Statistik lebt von einer gewissen Häufigkeit. Ich kann nur dann durchschnittliche Werte bestimmen, wenn ich zahlreiche Proben ziehe. Beim Trading bedeutet das: ich muss häufig handeln. 

Erst dann weiß der Trader, ob sein Regelwerk – sofern es überhaupt gut ist – stabil (valide) ist. 5 oder 10 Trades sagen nichts über die Güte einer Strategie aus. 5.000 Trades hingegen schon.

Um eine hohe Anzahl von Trades zu erhalten, muss ich häufig traden. Häufig traden kann ich nur dann, wenn es viele Fische im Teich gibt, um eine Metapher zu strapazieren. Stellen Sie sich einen großen See vor. In diesem See schwimmen 5 Fische (unsere Aktien). 

Im Teich daneben, der genauso groß ist, schwimmen 500 Fische. Wenn wir nun zwei Angler an jeweils einen Teich setzen und einen Wettbewerb (unter sonst gleichen Bedingungen) ausrufen. Wer wird am Ende des Tages mehr Fische gefangen haben?

Aller Voraussicht nach der, der im Teich mit den 500 Fischen geangelt hat. Und das kann ich 1:1 auf unser Aktien Portfolio umlegen. Je mehr Aktien, desto mehr (mögliche) Signale. Denn natürlich müssen ja unsere Entry Kriterien erfüllt sein, um einen Trade zu machen. 

Je mehr Kandidaten (Aktien) ich dabei in der möglichen Auswahl habe, desto mehr Signale werde ich generieren können. Und viele (gute) Signale bedeutet einen höheren Profit. 

Dieser Umstand spricht für die US Börsen, wo wir mehrere hundert (wenn nicht tausend) handelbare Aktien finden. Ein Vergleich: in Deutschland sind es mit dem Dax 30 Aktien. In Österreich noch weniger.

Börse für Anfänger

Kosten

Wir haben vorhin gesehen, dass wir häufig handeln müssen. Wenn wir das tun, müssen wir mit einer höheren Spesenbelastung (Gebühren vom Broker) rechnen. 

Diese Kosten werden unsere Rendite schmälern. Das ist nicht vermeidbar und daher in Ordnung. Die Gebühren dürfen bloß unser Trading System nicht killen.

Daher ist es zum einen wichtig, einen Broker zu nutzen, der günstige Ordergebühren verrechnet. Dabei ist zu beachten, dass die Aktien Order – Kosten an manchen Börsenplätzen höher (Deutschland) und günstiger (USA) sind. 

Während man für US Aktie in vielen Fällen etwas mehr als 1 USD pro Trade bezahlt, fallen an deutschen Börsen oft 5 Euro oder mehr an. Pro Entry wohlgemerkt. Für den Exit sind es dann nochmals soviel. Und der Broker selbst muss auch mit anderen Mitbewerbern konkurrieren. Dabei gibt es teure und günstige Broker Anbieter.

Da ein gutes Trading System auch 50 Trades im Monat produzieren kann, schlagen 4 Euro mehr pro Trade natürlich voll durch und reduzieren unsere Renditen dramatisch. 

Somit ist günstigen Brokern und preiswerten Börsenplätzen der Vorzug zu gewähren. Erneut drängen sich hier die US Börsen für unser Trading auf. Ein günstiger Broker natürlich vorausgesetzt.

Handelbarkeit

Neben den Kosten und der Quantität spielt auch die Handelbarkeit eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Handelbarkeit, das bedeutet mehrere Dinge:

  • Handelszeiten

  • Spread

  • Handelsvolumen uvm.

Handelszeiten

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Spread

Die Spanne zwischen Bid und Ask Kurs nennt man Spread. In der Regel ist der Spread um so kleiner, je mehr Aktien (täglich) gehandelt werden. Da das Handelsvolumen (siehe nächster Punkt) in den USA deutlich über dem in Europa liegt, sind die Spreads in den Vereinigten Staaten niedriger. 

Was letztlich mit einer besseren Orderausführung einher geht. Wir kommen einfach „besser“ und „billiger“ in den Trade hinein (und heraus), wenn die Spreads gering sind.

Handelsvolumen

Sie erinnern sich an das Beispiel mit dem Teich und den Fischen? Es ist nicht nur wichtig, dass wir viele Fische im Teich haben sondern dass die Fische auch viel Gewicht (= hohes Handelsvolumen) besitzen. US Aktien gehen häufig über den „Ladentisch“. 

Werden also häufig gehandelt. Weil die ganze Welt US Aktien kauft. Und die Amerikaner sowieso. Weil das System dort ein ganz anderes ist. Weil die Menschen privat sehr häufig Aktien kaufen. Weil der Staat dort nicht für deren Rente aufkommt, wie bei uns in Mitteleuropa.

Ein hohes Handelsvolumen bedeutet also vor allem eine gute Orderausführung. Erneut siegen also die US Börsenplätze wie die NYSE oder die Nadaq.

Nachdem wir nun bei der Portfolio Auswahl eine Eingrenzung getroffen haben und wir dabei die US Börsen als unser Ziel auserkoren haben, geht es darum, das Portfolio weiter einzugrenzen. Denn alleine in den Staaten gibt es mehrere tausend Aktien, die wir unmöglich alle handeln können und wollen. Wie geht das also?

Sehen wir weiter.

Portfolio Auswahl im Detail

Prinzipiell habe ich zwei Möglichkeiten, mir ein Portfolio zusammenzustellen.

  1. Fix und fertiger Index

  2. Individuelle Auswahl

Index Portfolio

In den USA gibt es ungefähr 5000 Indizes, wenn man der Aussage von Investopedia folgt. Hier der Link auf Investopedia

Die bekanntesten davon sind

  • Dow-Jones

  • Nasdaq 100

  • S&P 100

  • S&P 500

  • Russel 1000

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Als Trader kann ich nun hergehen, und einen dieser Indizes als meinen „Teich“ definieren, in dem ich künftig fischen (Signale generieren) will. Wenn wir nun schon wissen, dass wir häufig traden müssen, scheint der Dow Jones mit seinen 30 Aktien eher ungünstig zu sein, was wir hier nur am Rande erwähnen wollen.

Anmerkung: um so mehr bedeutet nicht um so besser. Zu wenig ist auch nicht gut. Hier entscheidet eine „gesunde“ Mitte, wie wir später noch bei der Case Study sehen werden.

Individuelle Auswahl

Alternativ kann ein Trader manuelle Portfolios nach gewissen Kriterien definieren. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, solange man nicht zu selektiv (Achtung: auch beim Portfolio kann man über-optimieren) wird. Einige Beispiele, nach denen man US Aktien auswählen kann sind die Volatilität, die Marktkapitalisierung, Branchen oder Sektoren oder der Börsenplatz selbst.

Anhand zahlreicher kostenfreier Aktien Screener wie beispielsweise dem Tool von finviz kann der Trader diese Auswahl einfach und rasch treffen. Hier gehts zum finviz Aktien Screener:

 Nachdem wir nun die Theorie zur Portfolio Auswahl besprochen haben, blieb bisher die wichtigste Frage unbeantwortet: welches Portfolio ist das Beste? 

Dazu bieten wir ihnen kostenlos eine quantitative Analyse (Case Study – statistische Analyse) kostenlos an. Sie können diese Analyse hier in unserem Beitrag Alle Aktien nachlesen.

Wenn sie sich mit weiteren Aktien und Trading Grundlagen vertraut machen möchten, stellen wir ihnen einen kostenlosen Basis Trading Kurs für Einsteiger zur Verfügung. Sie können sich gleich hier dazu anmelden.

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