Aktien bewerten oder die Position Priority

Aktien bewerten will gelernt sein. Vor allem wenn man an manchen Tagen zu wenig Geld auf seinem Handelskonto hat, um alle Einstiegssignale, die man bekommt, umzusetzen. In diesem Fall nehmen die Algorithmen eine Sortierung der Aktien vor, die die Entwicklung eines Handelssystems nicht unwesentlich beeinflussen.

Aktien bewerten – welche Rolle spielt dabei die „Position Priority“? Stellen sie sich in der Praxis folgende Situation vor. Der Markt fällt nun schon den sechsten Tag in Folge. Viele Aktien sind stark überverkauft und ihr Regelwerk besagt, dass Sie Aktien dann kaufen, wenn die Kurse mindestens drei Tage in Folge gefallen sind. Ihr Portfolio, aus dem sie täglich Ihre Kaufkandidaten auswählen, besteht aus den 500 Aktien des S&P 500. Und da wir in einer Verlustphase stecken, erfüllen heute 279 von 500 Aktien das Kriterium „drei Tage fallende Kurse am Stück“.

Ihr Regelwerk besagt weiterhin, dass sie zehn Aktien gleichzeitig halten dürfen. Sie teilen daher ihr Spekulationskapital auf bis zu zehn Positionen auf. Heute sind nun acht der zehn möglichen Aktien Positionen in ihrem Depot bereits belegt. Sie dürfen somit nur zwei neue Aktien kaufen, haben heute aber 279 Signale. Was also tun? Wie diese Aktien bewerten oder besser gesagt wie die Kaufsignale bewerten/reihen?

Aktien bewerten heißt, Signale zu sortieren

Ein guter Algorithmus sortiert nun die 279 Kaufkandidaten nach gewissen Regeln, um letztlich zwei Aktien auszuwählen. Beachten sie, dass die Priorisierung der Signale grundsätzlich keine Logik hinsichtlich des Aktienkaufs ist. Denn diese Kauf Regel lautet ja „drei Tage gefallene Kurse am Stück“. Die Priorisierung sortiert lediglich alle Einstiegssignale nach gewissen Kriterien. Am naheliegensden ist es nun vermutlich, die Aktien so zu sortieren, dass die am stärksten gefallenen Werte als oberstes gereiht und damit als erstes gekauft werden. Aber man sollte auch die Volatilität der Aktien berücksichtigen – dann nämlich sind die billigen Aktien oft ganz andere als es auf den ersten Blick erscheint. Und wenn man die Volatilität des Handelssystems als ganzes reduzieren will, könnte man auch die am wenigsten gefallenen Aktien kaufen, die Sortier-Logik also umdrehen. Wie immer gilt aber, dass jede Regel vor deren Anwendung einer genauen Analyse unterzogen werden muss.

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